Employer liability for unpaid social insurance contributions

9C_299/2007Tribunale federale / III divisione di diritto pubblico20 giu 2007Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court dismissed the appeal against the Bern administrative court judgment upholding employer-liability damages under Art. 52 AHVG. It confirmed that the appellant remained a board member until 18 October 2002, rejected the request for additional evidence on an earlier resignation, held that waiver of board compensation and focus on wage payments did not relieve him of liability, and approved the compensation fund’s allocation of payments to the arrears indicated on the payment slips. The fund was not found contributorily at fault. The damage claim of CHF 664,486.25 remained in force, subject to any bankruptcy dividend, and court costs of CHF 4,000 were charged to the appellant.

Massima Omnilex

Art. 52 AHVG; employer liability for unpaid social insurance contributions and assessment of causation, resignation date, and contributory fault. The board member of an insolvent company remains liable for the damage caused to the AHV if the statutory conditions are met and no exculpatory circumstances are shown. Where the file clearly establishes the duration of the mandate, further evidence on an alleged earlier resignation may be refused. A waiver of remuneration or prioritization of wages does not release the organ from its supervisory duties. Payments may be allocated according to the debtor’s valid designation on the payment slips (Art. 87 OR). Contributory fault of the compensation fund is denied absent specific fault in the handling of the claim (consid. 2).

Testo completo

{T 0/2}
9C_299/2007

Urteil vom 20. Juni 2007
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger, Seiler,
Gerichtsschreiberin Keel Baumann.

Parteien
Z.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat Dr. Richard Steiner, Kapuzinerstrasse 29, Postfach 622, 3902 Glis,

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Beiträge und Zulagen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern.

Gegenstand
Alters- und Hinterlassenenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. April 2007.

In Erwägung,
dass über die Firma K.________ AG am ... 2004 der Konkurs eröffnet wurde und die Ausgleichskasse des Kantons Bern, welcher die Firma angeschlossen war, in diesem Verfahren eine Forderung von Fr. 1'049'939.75 für entgangene bundes- und kantonalrechtliche Sozialversicherungsbeiträge betreffend die Jahre 1999 bis 2004 geltend machte,
dass Z.________ vom 26. Oktober 1995 bis 27. November 2002 im Handelsregister als Verwaltungrat der Firma K.________ AG eingetragen war,
dass die Ausgleichskasse mit Verfügung vom 1. März 2006 von Z.________ Schadenersatz für nicht entrichtete Sozialversicherungsbeiträge im Betrag von Fr. 685'442.25 forderte,
dass sie die von Z.________ dagegen erhobene Einsprache mit Entscheid vom 12. Juli 2006 teilweise guthiess und die Schadenersatzforderung um Fr. 20'956.- auf Fr. 664'486.25 reduzierte,
dass Z.________ beschwerdeweise beantragte, die Schadenersatzverfügung und der Einspracheentscheid seien nach Durchführung eines vollständigen Beweisverfahrens aufzuheben und es sei ihm eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen,
dass das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die Beschwerde mit Entscheid vom 10. April 2007 abwies,
dass Z.________ Beschwerde in öffentlichrechtlichen Angelegenheiten führt mit dem Rechtsbegehren, dem Rechtsmittel sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und es sei der den Einspracheentscheid bestätigende kantonale Entscheid aufzuheben,
dass die Beschwerde indes - wie zu zeigen ist - als offensichtlich unbegründet im Sinne von Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG abzuweisen ist und sich mit diesem Entscheid die Anordnung der aufschiebenden Wirkung erübrigt,
dass im kantonalen Entscheid die Voraussetzungen der Haftung nach Art. 52 AHVG und die dazu ergangene Rechtsprechung richtig dargelegt werden, worauf verwiesen werden kann,
dass die Vorinstanz zutreffend zum Ergebnis gelangt ist, dass beim Beschwerdeführer als Organ der konkursiten Gesellschaft die Haftungsvoraussetzungen gemäss Art. 52 AHVG erfüllt sind und dieser den entsprechenden, der AHV verursachten Schaden zu ersetzen hat,
dass in der Beschwerde nichts vorgebracht wird, was zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen vermöchte,
dass die Vorinstanz gestützt auf das Protokoll der Generalversammlung der Firma K.________ AG vom 18. Oktober 2002 zu Recht von einem bis 18. Oktober 2002 dauernden Verwaltungsratsmandat des Beschwerdeführers ausgegangen ist und aufgrund der klaren Aktenlage kein Anlass bestand und besteht, Beweise zur vom Beschwerdeführer behaupteten früheren Demission (per Ende 2001) abzunehmen (BGE 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162),
dass namentlich nicht ersichtlich ist, was der ehemalige Verwaltungsrat B.________ und der Verwaltungsrat R.________ zur Klärung der Frage nach dem Zeitpunkt der Demission beitragen könnten, lässt sich doch auch deren Bestätigungsschreiben vom 23. März 2006 nur entnehmen, dass der Beschwerdeführer nach Juli 1999 (Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der Firma K.________ AG) an den wöchentlichen Koordinationssitzungen nicht mehr teilgenommen hat, welche Aussage jedoch keine Rückschlüsse auf das Demissionsdatum als Verwaltungsrat zulässt,
dass den Beschwerdeführer rechtsprechungsgemäss nicht zu entlasten vermag, dass er auf eine Entschädigung für seine Tätigkeit als Verwaltungsrat sowie auf Lohnanteile als Arbeitnehmer verzichtet hat, weil ihn dies von den ihm als Verwaltungsrat obliegenden Pflichten nicht befreit (H 69/02 vom 7. Januar 2004, E. 4.3; AHI 2002 S. 51 E. 3c),
dass es sich ebenso verhält mit seinem Vorbringen, wonach er sein Augenmerk auf die Bezahlung der Löhne gerichtet habe, weil in finanziell schwierigen Zeiten nur so viel Lohn ausbezahlt werden darf, als die darauf entstehenden Beitragsforderungen gedeckt sind (SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 213 E. 5),
dass entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung auch nicht zu beanstanden ist, dass die Ausgleichskasse die von der Gesellschaft getätigten Zahlungen nicht an die ältesten, sondern - wie unbestritten ist - an die jeweils auf den verwendeten Einzahlungsscheinen angegebenen Beitragsausstände angerechnet hat, weil damit eine gültige Erklärung über die Tilgung im Sinne von Art. 87 Abs. 1 OR vorlag (vgl. auch Urteile H 118/05 vom 30. Januar 2006, E. 4.2, und H 261/99 vom 26. Mai 2000, E. 7b; BGE 119 V 389 E. 6c S. 400),
dass ein Mitverschulden der Kasse nach den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid nicht vorliegt und der Verwaltung unter den gegebenen Umständen namentlich nicht vorgeworfen werden kann, dass sie sich die Prozessführungsbefugnis nach Art. 260 SchKG gegen die Firma X.________ AG nicht abtreten liess,
dass mithin die Ausgleichskasse den Beschwerdeführer zu Recht zur Bezahlung von Schadenersatz in der Höhe von Fr. 664'486.25 verpflichtet hat, wobei zu präzisieren ist, dass dies - mit Blick darauf, dass das Konkursverfahren noch nicht abgeschlossen ist - vorbehältlich des Abzugs einer allfälligen Konkursdividende gilt,
dass der Beschwerdeführer dem Verfahrensausgang entsprechend kostenpflichtig ist (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG),

erkennt das Bundesgericht:
1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen zugestellt.
Luzern, 20. Juni 2007
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Parole chiave

social insurance contributionsemployer liabilityboard member liabilitybankruptcyresignationburden of proofpayment allocationcontributory faultcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appellant was liable under Art. 52 AHVG for unpaid social insurance contributions

Decisione estratta

Yes. The court confirmed that the statutory conditions for employer liability were met and that the appellant had to compensate the AHV loss.

Motivazione estratta

The cantonal court correctly applied the settled case law on Art. 52 AHVG. The appellant remained a board member until 18 October 2002; the record did not justify taking evidence on an earlier resignation. His waiver of remuneration and focus on paying wages did not release him from his duties, and the allocation of payments to the indicated contribution arrears was proper. No contributory fault of the fund was shown.

Questione giuridica chiave

Whether evidence had to be taken on the alleged earlier resignation as board member

Decisione estratta

No. The file was clear enough to rely on the general meeting minutes of 18 October 2002 and to reject further evidence taking.

Motivazione estratta

The existing records established the duration of the mandate. The statements of former board members did not allow any conclusion on the resignation date.

Questione giuridica chiave

Whether the compensation fund wrongly allocated payments to specified contribution arrears rather than the oldest debts

Decisione estratta

No. The allocation to the arrears named on the payment slips was valid.

Motivazione estratta

Those payment slips constituted a valid declaration of allocation and discharge under Art. 87 OR.

Questione giuridica chiave

Whether contributory fault of the compensation fund reduced or excluded liability

Decisione estratta

No contributory fault was established.

Motivazione estratta

The fund could not be criticized for not seeking an assignment of litigation authority against another company in the circumstances.

Questione giuridica chiave

Costs of the federal proceedings

Decisione estratta

The appellant had to bear the court costs.

Motivazione estratta

Costs followed the outcome of the case.

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