Non-entry for insufficiently reasoned social insurance appeals

9C_282/2011Tribunale federale / III divisione di diritto pubblico21 apr 2011Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The appellant filed two identical appeals against cantonal judgments concerning health insurance premiums. The Federal Supreme Court held that the submissions did not satisfy the minimum reasoning requirements of Art. 42 BGG, nor the stricter requirements for constitutional complaints under Art. 106(2) BGG. The court therefore did not enter into the appeals in simplified proceedings under Art. 108(1)(b) BGG. It further waived court costs exceptionally under Art. 66(1) second sentence BGG. The two proceedings were joined.

Massima Omnilex

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG, Art. 97 Abs. 1 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; ungenügende Beschwerdebegründung führt zum Nichteintreten. Das Rechtsmittel hat in gedrängter Form darzulegen, welche konkreten Rechtsverletzungen der angefochtene Entscheid bewirken soll; soweit Sachverhaltsrügen erhoben werden, ist aufzuzeigen, inwiefern die vorinstanzlichen Feststellungen offensichtlich unrichtig oder rechtsfehlerhaft sind. Verfassungsrügen unterliegen einer qualifizierten Rügepflicht. Bloss appellatorische Kritik oder abstrakte Berufung auf Grundrechte genügt nicht. Bei offensichtlicher Unzulänglichkeit der Begründung ist im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten; Kosten können ausnahmsweise gestützt auf Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG erlassen werden.

Testo completo

9C_282/2011, 9C_283/2011
{T 0/2}

Urteil vom 21. April 2011
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Gerichtsschreiber Nussbaumer.

Verfahrensbeteiligte
S.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Vivao Sympany AG,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Krankenversicherung,

Beschwerden gegen die Entscheide
des Kantonsgerichts Basel-Landschaft
vom 15. Februar 2011.

Nach Einsicht
in die Beschwerden vom 4. April 2011 (Poststempel) gegen zwei Entscheide des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 15. Februar 2011 betreffend Krankenkassenprämien,
in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt,
dass die beiden gleichlautenden und daher zu vereinigenden Beschwerden diesen inhaltlichen Mindestanforderungen nicht genügen, da den Ausführungen nicht entnommen werden kann, inwiefern die Sachverhaltsfeststellungen im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG - soweit überhaupt beanstandet - unzutreffend und die darauf beruhenden Erwägungen rechtsfehlerhaft sein sollen,
dass die Rügen, die angefochtenen Entscheide würden "das Grundrecht der Unterzeichneten auf Integriertsein in die Gesellschaft" und damit Art. 8 Abs. 2 BV verletzen, im Weiteren sie als Frau sowie als arbeitsfähige Person diskriminierten, lediglich damit begründet werden, sie werde "kategorisch bei der Stellensuche übergangen, resp. diskriminiert", was den qualifizierten Begründungsanforderungen für eine Verfassungsrüge nach Art. 106 Abs. 2 BGG offensichtlich nicht genügt, ebenso wenig die den Beschwerden zugrunde liegende Meinung, es könnten Krankenkassenprämien nur eingefordert werden, wenn vorab dem Recht auf Arbeit zum Durchbruch verholfen sei,
dass deshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die Beschwerden nicht einzutreten ist und in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG umständehalber noch einmal auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird,

erkennt der Präsident:

1.
Die Verfahren 9C_282/2011 und 9C_283/2011 werden vereinigt.

2.
Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 21. April 2011

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Meyer Nussbaumer

Parole chiave

social insurancehealth insurance premiumsappeal admissibilityreasoning requirementconstitutional complaintnon-entrycourt costsjoinder

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the two appeals met the Federal Supreme Court's minimum reasoning requirements under Art. 42 BGG and Art. 106(2) BGG.

Decisione estratta

No. The appeals did not explain in a legally sufficient way why the cantonal findings were incorrect or why the challenged decisions violated constitutional rights.

Motivazione estratta

The submissions did not show, even to the extent factual findings were challenged, that they were erroneous under Art. 97(1) BGG, and the constitutional complaints were merely asserted without qualified argumentation.

Questione giuridica chiave

Whether the two identical appeals should be joined.

Decisione estratta

Yes. Because the appeals were identical, they were joined and decided together.

Motivazione estratta

The decisions concerned the same parties and subject matter and were substantively identical.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be charged.

Decisione estratta

Court costs were waived exceptionally once more.

Motivazione estratta

The court exercised discretion under Art. 66(1) second sentence BGG and refrained from imposing costs.

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