Revision of disability pension due to changed legal practice

8C_911/2008Tribunale federale / IV divisione di diritto pubblico16 apr 2009Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Office for Social Insurance challenged a Federal Administrative Court judgment that had annulled the reduction of an insured person's disability pension from a whole to a half pension. The Federal Court held that the factual findings showed no material change in circumstances, so revision under Art. 17 ATSG was excluded. It also rejected the argument that the original pension award could be upheld by reconsideration or by a mere change in case law concerning somatoform pain disorder. The appeal was dismissed. No court costs were imposed on the appellant, and no party compensation was awarded to the respondent, who took no part in the last instance proceedings.

Massima Omnilex

Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 53 Abs. 2 ATSG; adapted disability pension and change in case law. A pension revision presupposes a relevant change in the factual circumstances; absent such change, revision is excluded. A mere development of case law does not, by itself, establish grounds for reconsideration of a legally binding pension award. In particular, jurisprudence on somatoform pain disorder does not automatically render an earlier pension decision manifestly incorrect. The Federal Court is bound by the factual findings of the lower court unless they are manifestly inaccurate or based on legal error (Art. 97, 105 BGG).

Testo completo

{T 0/2}
8C_911/2008

Urteil vom 16. April 2009
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Maillard,
Gerichtsschreiber Flückiger.

Parteien
Bundesamt für Sozialversicherungen,
3003 Bern, Beschwerdeführer,

gegen

D.________, Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecher Michel Julius Moser,

IV-Stelle für Versicherte im Ausland, 1211 Genf 2.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesverwaltungsgericht
vom 12. September 2008.

In Erwägung,
dass die IV-Stelle Bern mit Verfügung vom 4. November 1998 der 1968 geborenen D.________ mit Wirkung ab 1. Juli 1997 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zusprach,
dass diese Rente mit Verfügung vom 13. Dezember 2000 ab Anspruchsbeginn betragsmässig neu festgesetzt wurde, wobei der ihr zugrundegelegte Invaliditätsgrad von 100 % unverändert blieb,
dass die laufende Rente mit Verfügung der IV-Stelle Bern vom 28. Juni 2001 bestätigt wurde,
dass die infolge Wohnsitzverlegung zuständig gewordene IV-Stelle für Versicherte im Ausland eine amtliche Rentenrevision durchführte und gestützt darauf die laufende ganze Rente mit Verfügung vom 12. Mai 2005 per 1. Juli 2005 auf eine halbe Rente herabsetzte, was sie mit Einspracheentscheid vom 24. November 2005 bestätigte,
dass das Bundesverwaltungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde guthiess und den Einspracheentscheid aufhob (Entscheid vom 12. September 2008),
dass das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führt mit dem Rechtsbegehren, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben,
dass die IV-Stelle auf Gutheissung der Beschwerde schliesst, während sich die Versicherte nicht vernehmen lässt,
dass der Beschwerde mit Verfügung vom 9. Dezember 2008 die aufschiebende Wirkung erteilt wurde,
dass gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen der Rentenzusprechung durch die Verfügung vom 4. November 1998 ein Gutachten des Spitals X.________ vom 22. Dezember 1997 zugrunde lag, welches im Wesentlichen eine chronische Schmerzkrankheit bzw. eine Schmerz- und Unfallverarbeitungsstörung von Krankheitswert diagnostizierte und die Versicherte für nicht arbeitsfähig erklärte,
dass diese zutreffenden Erwägungen insofern zu ergänzen sind, als die Ärzte des Spitals X.________ ihr Gutachten auf Nachfrage der IV-Stelle vom 29. April 1998 hin durch zusätzliche Angaben (Eingang: 13. Mai 1998) erläuterten, wobei sie unter anderem festhielten, der Zustand der Patientin habe nun vollen Krankheitswert,
dass das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf das Gutachten des Zentrums Y.________ vom 16. September 2004 weiter festgestellt hat, der Sachverhalt habe sich während des hier zu beurteilenden Zeitraums bis zum Einspracheentscheid vom 24. November 2005 (BGE 129 V 167 E. 1 S. 169 mit Hinweis) nicht erheblich verändert,
dass diese Feststellung weder offensichtlich unrichtig ist noch auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht,
dass das Bundesgericht somit von diesem Sachverhalt auszugehen hat (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG; vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG),
dass unter diesen Umständen eine Rentenrevision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG ausscheidet,
dass, wie das Bundesverwaltungsgericht zutreffend dargelegt hat, unter den gegebenen Umständen die Möglichkeit entfällt, den Einspracheentscheid vom 24. November 2005 mit der substitiuerten Begründung zu bestätigen, die ursprüngliche Rentenzusprechung sei im Sinne der Wiedererwägungsvoraussetzungen nach Art. 53 Abs. 2 ATSG zweifellos unrichtig gewesen (BGE 125 V 368), zumal die mit BGE 130 V 352 formulierte Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung keinen Wiedererwägungsgrund darstellt (SVR 2008 IV Nr. 5 [I 138/07]),
dass das BSV in seiner Beschwerdeschrift einzig geltend macht, die Rechtsprechung gemäss BGE 130 V 352 bilde Anlass für eine Herabsetzung der laufenden Rente unter dem Titel der Anpassung an veränderte Rechtsgrundlagen (vgl. BGE 121 V 157 E. 4a S. 161 f.),
dass das Bundesgericht diesen Standpunkt im zur Publikation bestimmten Urteil 8C_502/2007 vom 26. März 2009 verworfen hat,
dass demnach die ausschliesslich mit dieser Begründung erhobene Beschwerde abzuweisen ist,
dass dem BSV keine Kosten aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 4 BGG),

dass die Beschwerdegegnerin keine Vernehmlassung einreichen liess und sich auch sonst nicht am letztinstanzlichen Verfahren beteiligte, weshalb ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen ist,

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Bundesverwaltungsgericht und der Schweizerische Ausgleichskasse schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 16. April 2009
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Flückiger

Parole chiave

disability insurancepension revisionreconsiderationsomatoform pain disorderchange in case lawcourt costsbinding findingssuspensive effect

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the ongoing disability pension could be reduced through revision under Art. 17(1) ATSG.

Decisione estratta

No. The facts had not materially changed during the relevant period, so a pension revision was excluded.

Motivazione estratta

The Federal Court was bound by the lower court's factual finding that there had been no significant change. On that basis, the statutory conditions for revision were not met.

Questione giuridica chiave

Whether the reduction could be upheld under a substitute ground of reconsideration because the original pension grant was allegedly manifestly wrong under Art. 53(2) ATSG.

Decisione estratta

No. The original pension award could not be upheld on reconsideration grounds.

Motivazione estratta

The case did not meet the requirements for reconsideration; in particular, the later case law on somatoform pain disorder did not itself constitute a basis for reconsideration.

Questione giuridica chiave

Whether the complaint should be allowed because later case law justified adapting the pension to changed legal conditions.

Decisione estratta

No. The court rejected the argument that the cited change in case law alone justified a reduction of the ongoing pension.

Motivazione estratta

The Federal Court relied on its then-recent jurisprudence and held that the asserted change in legal doctrine did not support the requested pension reduction.

Questione giuridica chiave

Allocation of court costs.

Decisione estratta

No court costs were levied against the appellant.

Motivazione estratta

Under Art. 66(4) BGG, no costs were imposed on the federal authority.

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