Appeal inadmissible for lack of substantive request

8C_738/2009Tribunale federale / IV divisione di diritto pubblico9 ott 2009Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The insured person challenged a cantonal social insurance judgment before the Federal Supreme Court, seeking only its annulment and not a substantive ruling on the merits. The Court held that an appeal under the Federal Supreme Court Act must contain a material request because it is a reformatory remedy. Since the appellant did not specify what benefits he claimed or in what amount and from when, the appeal was manifestly inadmissible. The Court decided the case in simplified procedure without exchanging written submissions and imposed court costs of CHF 300 on the appellant.

Massima Omnilex

Art. 42 Abs. 1 and Art. 107 Abs. 2 BGG; requirement of a substantive prayer for relief in an appeal to the Federal Supreme Court. Because the appeal is a reformatory remedy, the appellant must indicate the precise modification sought in the operative part; a mere annulment or remand request does not suffice, absent exceptional circumstances. If the appeal lacks such a material request, it is manifestly inadmissible and may be disposed of in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG without written submissions. Court costs are borne by the unsuccessful appellant pursuant to Art. 66 Abs. 1 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
8C_738/2009

Urteil vom 9. Oktober 2009
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Parteien
T.________, vertreten durch Fürsprecher Dr. Hans A. Schibli,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons Aargau, Kyburgerstrasse 15, 5000 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 17. Juni 2009.

Sachverhalt:
Mit Entscheid vom 17. Juni 2009 hat das Versicherungsgericht des Kantons Aargau eine Beschwerde des T.________ gegen die SVA Aargau, IV-Stelle, abgewiesen. Gegen diesen Entscheid lässt T.________ mit Eingabe vom 8. September 2009 Beschwerde an das Bundesgericht führen und folgendes Begehren stellen:
"1. Das Urteil des Versicherungsgerichtes vom 17. Juni 2009 sei aufzuheben und
2. unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

Das Bundesgericht hat auf die Einholung von Vernehmlassungen verzichtet.

Erwägungen:

1.
Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein Rechtsmittel zulässig ist (BGE 133 III 489 E. 3 mit Hinweis).

2.
2.1 Die Beschwerdeschrift hat u.a. ein Rechtsbegehren zu enthalten (Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110]). Das Begehren umschreibt den Umfang des Rechtsstreits und muss grundsätzlich so formuliert werden, dass es bei Gutheissung zum Urteil erhoben werden kann. Da die Beschwerde ein reformatorisches Rechtsmittel ist (Art. 107 Abs. 2 BGG), darf sich der Beschwerdeführer grundsätzlich nicht darauf beschränken, die Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu beantragen, sondern muss einen Antrag in der Sache stellen. Der Beschwerdeführer hat demnach anzugeben, welche Punkte des Entscheides angefochten und welche Abänderungen beantragt werden. Grundsätzlich ist ein materieller Antrag erforderlich; Anträge auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung oder blosse Aufhebungsanträge genügen nicht und machen die Beschwerde unzulässig (BGE 133 III 489 E 3.1 S. 489 f.; 132 III 186 E. 1.2 S. 188; 130 III 136 E. 1.2 S. 139; 125 III 412 E. 1b S. 414 mit Hinweisen; Niggli/Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz [BGG], Basel 2008, N 14 ff. und 18 zu Art. 42).

2.2 Im "Begehren" seiner Eingabe vom 8. September 2009 verlangt der Beschwerdeführer - abgesehen von der im vorliegenden Zusammenhang nicht relevanten Kosten- und Entschädigungsfolge - lediglich, das Urteil des Versicherungsgerichts vom 17. Juni 2009 sei aufzuheben. Einen materiellen Antrag stellt er nicht. Der blosse Aufhebungsantrag genügt nach den in E. 2.1 hievor dargelegten Grundsätzen nicht, zumal der Versicherte auch in der Beschwerdebegründung mit keinem Wort die von ihm verlangte materielle Entscheidung (Gewährung von Leistungsansprüchen sowie deren Beginn und Höhe) erwähnt. Daran vermögen auch die in der Beschwerdebegründung (S. 8 f.) enthaltenen Ausführungen namentlich zum Valideneinkommen nichts zu ändern, weil Einkommensvergleiche zur Bestimmung des Invaliditätsgrades in verschiedenen Leistungsbereichen der IV - als grundsätzliche Anspruchsvoraussetzungen - erforderlich sind, welche übrigens auch schon beim Beschwerdeführer in Betracht gefallen bzw. ausdrücklich verlangt worden sind (Eingliederungsmassnahmen, Hilfsmittel, Invalidenrente).

2.3 Demnach ist auf die - offensichtlich unzulässige - Beschwerde im vereinfachten Verfahren (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG) ohne Durchführung eines Schriftenwechsels (Art. 102 Abs. 1 BGG) nicht einzutreten.

3.
Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kosten- pflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 9. Oktober 2009

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Parole chiave

admissibilitysubstantive requestreformatory appealsimplified procedurecourt costsdisability insurance

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal complied with the requirement of a substantive request under Art. 42 BGG

Decisione estratta

The appeal contained only a request to annul the cantonal judgment and no material request on the merits; it was therefore inadmissible.

Motivazione estratta

As an appellate remedy with reformatory character, the appeal must state what the appellant seeks on the merits. A mere annulment request is insufficient, especially since the appellant did not indicate the substantive benefits claimed or their extent.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.