Non-entry on social insurance complaint for inadequate reasoning and lateness

8C_27/2007Tribunale federale / IV divisione di diritto pubblico23 mar 2007Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court dealt with a complaint against a cantonal social-insurance decision refusing legal aid and requiring an advance payment. It held that the filing of 15 February 2007 did not satisfy the minimum reasoning requirements of Art. 42 BGG, because it did not explain why the lower court’s factual or legal assessment was allegedly wrong. The later submission of 15 March 2007 could not cure this defect because it was filed after expiry of the appeal period. The Court therefore did not enter into the complaint and waived federal court costs.

Massima Omnilex

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 100 Abs. 1 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG; unzulässige Beschwerde bei ungenügender Begründung und nachträglicher, verspäteter Eingabe. Ein Rechtsmittel muss innert Frist die Begehren und eine gedrängte, auf den angefochtenen Akt bezogene Begründung enthalten, aus der sich die behauptete Rechtsverletzung ergibt. Fehlt es daran, ist eine Nachfrist zur Verbesserung grundsätzlich ausgeschlossen, soweit nicht die gesetzlich ausdrücklich vorgesehenen Fälle von Art. 42 Abs. 5 oder 6 BGG vorliegen. Eine nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereichte Eingabe vermag die Unzulässigkeit nicht zu heilen; eine vom Bundesgericht angesetzte Zahlungsfrist betreffend Kostenvorschuss betrifft nicht die Rechtsmittelfrist. Bei Nicht-Eintreten können die Gerichtskosten ausnahmsweise erlassen werden.

Testo completo

{T 0/2}
8C_27/2007

Verfügung vom 23. März 2007
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Parteien
Z.________, Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Philip Stolkin,
Rue de Lausanne 18, 1700 Freiburg,

gegen

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung,
Speichergasse 12, 3011 Bern.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
vom 2. Februar 2007.

Das Präsidium der I. sozialrechtlichen Abteilung hat nach Einsicht
in die dem Bundesgericht vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern überwiesene Eingabe der Z.________ vom 15. Februar 2007 gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Februar 2007 betreffend Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und Aufforderung zur Leistung eines Kostenvorschusses,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel enthalten muss, wobei in der Begründung gemäss Abs. 2 desselben Artikels in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt,
dass die Eingabe vom 15. Februar 2007 diesen inhaltlichen Mindestanforderungen nicht genügt, da den Ausführungen nicht entnommen werden kann, inwiefern die tatbeständlichen Annahmen oder die rechtliche Würdigung der Vorinstanz unzutreffend sein sollen,
dass das Ansetzen einer angemessenen Frist zur Behebung des Mangels nur in den in Art. 42 Abs. 5 oder 6 BGG erwähnten Fällen zulässig ist, worunter das inhaltliche Ungenügen des Rechtsmittels nicht fällt (vgl. BGE 130 I 312 E. 1.3.1 S. 320, 123 II 359 E. 6b/bb S. 369, 118 Ib 134 E. 2, je mit Hinweis),
dass auch die erst am 15. März 2007 und damit nach Ablauf der Rechtsmittelfrist (Art. 100 Abs. 1 BGG) eingereichte Eingabe zu keinem andern Ergebnis zu führen vermag, weil die Beschwerdefrist seit der Eröffnung des vorinstanzlichen Entscheides vom 2. Februar 2007 lief (vgl. S. 3 desselben), worauf der Rechtsvertreter überdies vom instruierenden Richter der Vorinstanz ausdrücklich hingewiesen worden war (siehe Aktennotiz vom 5. Februar 2007),
dass sich auch dem Schreiben des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007 mit der Kostenvorschussverfügung vom gleichen Tag nichts Anderes entnehmen liess, da die darin angesetzte Frist bis zum 15. März 2007 sich explizit auf die Bezahlung des Kostenvorschusses bezog, somit in keiner Weise auf eine Frist zur Einreichung eines gültigen Rechtsmittels Bezug nahm,
dass die Vorinstanz der Beschwerdeführerin nochmals Frist zur Bezahlung des von ihr eingeforderten Kostenvorschusses anzusetzen haben wird (vgl. BGE 128 V 199 E. 9 S. 216),
dass vorliegend von der Erhebung von Gerichtskosten für das letztinstanzliche Verfahren abgesehen wird,
in Anwendung von Art. 65 sowie Art. 66 Abs. 1 BGG und im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG

verfügt:

1.
Auf die Eingaben vom 15. Februar und 15. März 2007 wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Diese Verfügung wird den Parteien und dem Bundesamt für Sozialversicherungen zugestellt.
Luzern, 23. März 2007

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Parole chiave

admissibilityreasoning requirementappeal deadlinenon-entrylegal aidcost advancesocial insurancefederal court costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint met the minimum reasoning requirements of Art. 42 BGG

Decisione estratta

The submission did not state, even in brief form, why the factual findings or legal assessment of the lower court were wrong.

Motivazione estratta

A valid appeal must include requests and reasoning; the filing failed to identify any legal error in the challenged decision.

Questione giuridica chiave

Whether the later filing of 15 March 2007 could cure the defect or preserve timeliness

Decisione estratta

No. The later filing came after the appeal deadline and could not remedy the deficient initial appeal.

Motivazione estratta

The deadline ran from the service of the cantonal decision; the Federal Court's advance-payment deadline concerned only payment, not the filing of a valid appeal.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be charged in the federal proceedings

Decisione estratta

No court costs were imposed.

Motivazione estratta

The court expressly waived federal court costs in this summary non-entry procedure.

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