Non-entry for insufficiently reasoned appeal

8C_189/2012Tribunale federale / IV divisione di diritto pubblico9 mar 2012Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The appellant challenged a cantonal judgment on premium reduction before the Federal Supreme Court and simultaneously sought free legal aid. The Court held that the appeal failed to meet the strict reasoning requirements: it did not explain, by reference to the lower court’s reasoning, which constitutional rights had been violated. As no valid remedy was filed, the Court issued a non-entry decision under summary procedure without granting a time limit to cure the defect. Owing to the circumstances, no court costs were charged, and the legal-aid request became moot.

Massima Omnilex

Art. 42 Abs. 1 und 2, Art. 95 ff. and Art. 106 Abs. 2 BGG; requirement of substantiated appeal against a cantonal-law decision. Where the appeal is directed against the application of cantonal law, a free-standing complaint of mere cantonal-law error is inadmissible; the appellant must, in a manner specific to the challenged reasoning, plead a violation of constitutional rights with qualified substantiation. Absent such reasoning, the filing is not a valid legal remedy and the Court may refuse entry under Art. 108(1)(b) BGG without setting a curative deadline. In such a case, costs may exceptionally be waived under Art. 66(1) second sentence BGG, rendering any request for legal aid moot (consid. 1).

Testo completo

{T 0/2}
8C_189/2012

Urteil vom 9. März 2012
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
J.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Ausgleichskasse Schwyz,
Rubiswilstrasse 8, 6438 Ibach,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Sozialhilfe (Prämienverbilligung; Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz
vom 22. Dezember 2011.

Nach Einsicht
in den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 22. Dezember 2011 betreffend Prämienverbilligung,
in die dagegen erhobene Beschwerde der J.________ vom 27. Februar 2012 (Datum des Poststempels),
in das gleichzeitig gestellte Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne der unentgeltlichen Prozessführung,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei im Rahmen der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt; Art. 95 ff. BGG nennen dabei die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe,
dass bei Beschwerden, die sich - wie vorliegend - gegen einen in Anwendung kantonalen Rechts ergangenen Entscheid richten, die Verletzung blossen kantonalen Rechts keinen selbstständigen Beschwerdegrund bildet; vielmehr hat die Beschwerde führende Person darzulegen, inwiefern der beanstandete Akt gegen verfassungsmässige Rechte verstossen soll (BGE 135 V 94 E. 1 S. 95),
dass hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten (einschliesslich der willkürlichen Anwendung von kantonalem Recht und Willkür bei der Sachverhaltsfeststellung; BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 II 249 E. 1.4.3 S. 255) der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht gilt, weshalb insofern eine qualifizierte Rügepflicht besteht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254; vgl. auch BGE 133 IV 286 ff.),
dass es daher der Beschwerde führenden Person obliegt (entsprechend den altrechtlichen Begründungsanforderungen, die nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG für die staatsrechtliche Beschwerde gegolten haben), klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den kantonalen Entscheid verletzt worden sind (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit weiteren Hinweisen),
dass im vorliegenden Fall die Eingabe der Beschwerdeführerin den genannten Anforderungen offensichtlich nicht genügt, indem in keiner Weise dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, und auch nicht anhand der vorinstanzlichen Erwägungen aufgezeigt wird, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern diese durch das angefochtene Urteil des kantonalen Gerichts verletzt worden sein sollen, wobei die Beschwerde insbesondere die gesetzlichen Erfordernisse der qualifizierten Rügepflicht hinsichtlich eines zulässigen Beschwerdegrundes im Sinne von Art. 95 ff. BGG nicht erfüllt,
dass deshalb kein gültiges Rechtsmittel vorliegt,
dass somit - ohne Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung (BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247) - auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren umständehalber abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG), womit sich das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos erweist,
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 9. März 2012

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Ursprung

Der Gerichtsschreiber: Batz

Parole chiave

non-entryreasoning requirementsconstitutional complaintqualified pleadinglegal aidcourt costssummary procedurepremium reduction

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal met the reasoning requirements under the Federal Supreme Court Act

Decisione estratta

No. The filing did not show, in a clear and detailed way, how the cantonal decision violated constitutional rights or any admissible ground of appeal.

Motivazione estratta

For appeals against cantonal-law decisions, mere violation of cantonal law is not a standalone ground; fundamental-rights violations must be specifically and qualifiedly alleged under Arts. 42 and 106 BGG. The appellant did not address the reasoning of the lower court.

Questione giuridica chiave

Whether the court should set a time limit to cure the defect

Decisione estratta

No. Because the filing was not a valid appeal, no curing period was set.

Motivazione estratta

In the absence of a valid legal remedy, non-entry was ordered directly under Art. 108(1)(b) BGG without an opportunity to improve the submission.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be charged and legal aid granted

Decisione estratta

No court costs were imposed; the request for free legal assistance became moot.

Motivazione estratta

The court exercised its discretion to waive costs due to the circumstances under Art. 66(1) second sentence BGG, which rendered the legal-aid request moot.

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