Non-entry for insufficiently reasoned social insurance appeal

8C_1043/2010Tribunale federale / IV divisione di diritto pubblico26 gen 2011Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The insured person appealed a cantonal decision upholding the IV office's refusal to consider a new disability pension application, after the canton found no relevant deterioration in health and an undisputed disability rate of 8.21%. The Federal Supreme Court held that the appeal did not meet the statutory reasoning requirements: it merely disputed the factual assessment in an appellatory manner without engaging with the decisive reasoning on changed invalidity and income comparison. The court therefore did not enter on the appeal in simplified procedure, denied free legal aid as the case had no prospects of success, and ordered court costs of CHF 300 against the appellant.

Massima Omnilex

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Art. 64 Abs. 1 BGG; Art. 66 Abs. 1 BGG; ungenügende Begründung der Beschwerde und Nichteintreten im vereinfachten Verfahren. Eine Beschwerde muss die Begehren und deren Begründung enthalten und in gedrängter Form darlegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Bloss appellatorische Kritik an den Sachverhaltsfeststellungen genügt nicht, namentlich wenn die vorinstanzliche Beurteilung der für eine Neuanmeldung nach Art. 17 Abs. 1 ATSG massgebenden Veränderung der Invalidität und des zugrunde liegenden Einkommensvergleichs nicht rechtsgenüglich angefochten wird. Fehlt es an einer hinreichenden Begründung, kann ohne Nachfristansetzung auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. Aussichtslosigkeit schliesst die unentgeltliche Prozessführung aus; die Kostenfolgen richten sich nach Art. 66 Abs. 1 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
8C_1043/2010

Urteil vom 26. Januar 2011
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
S.________,
vertreten durch Beratungsstelle für Ausländer,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons Graubünden,
Ottostrasse 24, 7000 Chur,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
vom 28. September 2010.

Nach Einsicht
in die Beschwerde der S.________ vom 17. Dezember 2010 (Datum des Poststempels) gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 28. September 2010, in welchem nach Auseinandersetzung mit den Parteivorbringen und in Würdigung der im Recht gelegenen und eingeholten Arztberichte das kantonale Gericht zum Schluss gelangt ist, dass keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen ist und die IV-Stelle deshalb mit Verfügung vom 9. Juni 2010 zu Recht das Gesuch um Neuanmeldung zum Bezug einer Invalidenrente - bei einem auf Grund eines Einkommensvergleichs ermittelten und unbestritten gebliebenen Invaliditätsgrad von 8.21 % - abgewiesen hat,
in das gleichzeitig gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt,
dass die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 17. Dezember 2010 diesen Anforderungen nicht genügt, werden darin zwar von der Vorinstanz getroffene Sachverhaltsfeststellungen insbesondere zum Gesundheitszustand der Versicherten in Frage gestellt, ohne indessen auf die dazugehörigen Erwägungen namentlich über die nach dem Gesuch um Neuanmeldung im Sinne von Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 ATSG erforderliche Veränderung der Invalidität bzw. den dieser zugrunde liegenden Einkommensvergleich konkret einzugehen und dabei im Einzelnen aufzuzeigen, inwiefern die Sachverhaltsfeststellungen gemäss Art. 97 Abs. 1 BGG offensichtlich unrichtig oder auf einer Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG beruhend und die darauf basierenden Erwägungen rechtsfehlerhaft sein sollten; die zur Hauptsache appellatorische Kritik darstellenden Ausführungen sind ungenügend (BGE 130 I 290 E. 4.10 S. 302; vgl. auch LAURENT MERZ, in: Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2008, N. 53 zu Art. 42 BGG und dortige Hinweise),

dass deshalb - ohne Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung (BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247 f.) - im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten ist,
dass das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wegen Aussichtslosigkeit der Begehren abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG), womit die Beschwerdeführerin nach Art. 66 Abs. 1 BGG kostenpflichtig wird,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 26. Januar 2011
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Parole chiave

social insurancedisability insuranceinadmissibilityreasoning requirementsfree legal aidcourt costsincome comparisonchange of health

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the federal appeal satisfied the reasoning requirements of Art. 42 BGG.

Decisione estratta

No. The filing mainly challenged factual findings in an appellatory way and did not concretely address the cantonal court's reasoning on the required change in invalidity or the underlying income comparison.

Motivazione estratta

An appeal must state requests and reasons and show, in concise form, how the challenged decision violates law. The appellant failed to explain why the factual findings were manifestly incorrect or based on legal error.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal should be admitted despite the lack of proper reasoning, with an opportunity to remedy the defect.

Decisione estratta

No. The court entered no grace period for correction and proceeded under the simplified procedure.

Motivazione estratta

Because the defect was clear, the court could refuse to enter without setting a deadline for improvement.

Questione giuridica chiave

Whether free legal aid should be granted.

Decisione estratta

No, because the appeal had no prospects of success.

Motivazione estratta

The requested relief was hopeless in light of the inadmissibility of the appeal.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs.

Decisione estratta

The appellant must pay CHF 300 in court costs.

Motivazione estratta

Costs follow from the denial of free legal aid and the non-entry outcome.

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