Timeliness of complaint against loss-certificate notice

7B.94/2004Tribunale federale / II divisione penale24 giu 2004Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The debtor challenged notices concerning loss certificates. The Aargau Obergericht refused to enter into the complaint as late. The Federal Supreme Court accepted the complaint because postal evidence suggested that the filing may have occurred on 1 March 2004, so the cantonal authority had to reassess timeliness. The request for instructions on distribution lists and collocation plans was not examined at this stage. The court also stated that no party compensation is available in these proceedings.

Massima Omnilex

Art. 20a SchKG; Art. 61 Abs. 2 lit. a and Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG; timeliness of a complaint and consequences of uncertain postal dispatch data. Where the appellant produces credible postal records indicating that a filing may have been lodged within the statutory period, the supervisory authority must examine the factual question of timeliness; a non-entry decision based solely on an assumed later dispatch is premature. Submissions unrelated to that preliminary admissibility issue are not to be examined until the lower authority has newly decided. Supervisory complaint proceedings are generally free of charge and no party compensation is awarded (consid. 2–3).

Testo completo

{T 0/2}
7B.94/2004 /bnm

Urteil vom 24. Juni 2004
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Besetzung
Bundesrichterin Escher, Präsidentin,
Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Hohl,
Gerichtsschreiber Schett.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Aargau, Schuldbetreibungs- und Konkurskommission, als obere Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, Obere Vorstadt 38, 5000 Aarau.

Gegenstand
Verlustschein; Kollokation und Verteilung,

SchKG-Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Schuldbetreibungs- und Konkurskommission, als obere Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, vom 5. April 2004.

Die Kammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Betreibungsamt A.________ stellte dem Schuldner X.________ am 25. November 2003 zwei Anzeigen über die Ausstellung eines Verlustscheins in den Betreibungen Nrn. 1 und 2 aus. Die dagegen eingereichte Beschwerde wurde vom Gerichtspräsidium 1 Baden als untere betreibungsrechtliche Aufsichtsbehörde am 11. Februar 2004 abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.
1.2 Der Weiterzug der Sache an das Obergericht des Kantons Aargau, Schuldbetreibungs- und Konkurskommission, als obere Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen hatte keinen Erfolg. Das Obergericht trat am 5. April 2004 auf die Beschwerde wegen Verspätung nicht ein.
1.3 X.________ hat gegen den Entscheid der oberen Aufsichtsbehörde bei der Schuldbetreibungs- und Konkurskommission des Bundesgerichts am 17. Mai 2004 Beschwerde eingereicht und beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Er ersucht ferner um Zusprechung einer Parteikostenentschädigung.
1.4 Das Obergericht des Kantons Aargau und die Beschwerdegegnerin haben sich nicht vernehmen lassen.
2.
2.1 Die Vorinstanz hält fest, der Entscheid des Gerichtspräsidiums Baden sei dem Beschwerdeführer am 18. Februar 2004 zugestellt worden. Die unabänderliche gesetzliche 10-tägige Weiterziehungsfrist habe daher mit dem 19. Februar 2004 zu laufen begonnen und am 28. Februar 2004 geendigt. Sie habe sich aber, weil dieser Tag ein Samstag gewesen sei, bis zum Montag, den 1. März 2004, erstreckt. Der Beschwerdeführer habe seine Beschwerde an die Schuldbetreibungs- und Konkurskommission nicht während dieser Frist, spätestens an deren letztem Tag, am 1. März 2004, sondern erst nach deren Ablauf mit Postaufgabe vom 2. März eingereicht. Die Beschwerde sei zufolge Fristverwirkung nicht mehr zulässig und daher zurückzuweisen, das heisst durch Nichteintretensentscheid zu erledigen.
2.2 Der Beschwerdeführer trägt dagegen vor, gemäss Aufgabebestätigung der Post C.________ habe er die Beschwerde eingeschrieben fristgerecht am 1. März 2004, 17.39 Uhr, aufgegeben. Die obere Aufsichtsbehörde habe die Eingabe am 2. März 2004, morgens um 07.36 Uhr, unter "Zustellung Domizil" gegenüber der Post quittiert. Die 10-tägige Frist sei demnach eingehalten worden. Das Nachforschungsbegehren habe den Fehler an den Tag gebracht: Die Frankiermaschine bei der Post C.________ sei bereits am 1. März 2004 auf den 2. März 2004 gestellt worden, weil 2004 ein Schaltjahr sei. Die vom Beschwerdeführer eingereichten Zustellinformationen der Post scheinen dies zu bestätigen.
2.3 Die Beschwerde ist somit gut zu heissen und das Urteil der oberen Aufsichtsbehörde vom 5. April 2004 aufzuheben. Falls die Sachdarstellung des Beschwerdeführers zutrifft, was das Obergericht nun zu klären hat, hat es dessen Beschwerde gegen den Entscheid des Gerichtspräsidiums 1 Baden vom 11. Februar 2004 zu behandeln.
2.4 Der Beschwerdeführer hat ferner den Antrag gestellt, es sei zu prüfen, ob der unteren Aufsichtsbehörde Weisungen in Bezug auf die Auflegung von Verteilungslisten und Kollokationsplänen zu erteilen seien. Darauf, wie auf die übrigen Vorbringen kann nicht eingetreten werden, da die obere kantonale Aufsichtsbehörde vorerst neu zu entscheiden hat.
3.
Das Beschwerdeverfahren ist grundsätzlich kostenlos (Art. 20a SchKG und Art. 61 Abs. 2 lit. a GebV SchKG), und es darf keine Parteientschädigung zugesprochen werden (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).

Demnach erkennt die Kammer:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, das Urteil vom 5. April 2004 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an das Obergericht zur Prüfung der Fristwahrung zurückgewiesen.
2.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Beschwerdegegnerin, dem Betreibungsamt A.________ und dem Obergericht des Kantons Aargau, Schuldbetreibungs- und Konkurskommission, als obere Aufsichtsbehörde schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 24. Juni 2004
Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Parole chiave

debt enforcementloss certificateappeal deadlinepostal filingnon-entry decisionremandcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal to the cantonal upper supervisory authority was filed within the statutory 10-day period

Decisione estratta

The Federal Court held that the timeliness question had to be re-examined because the appellant produced postal evidence suggesting filing on 1 March 2004, not 2 March 2004.

Motivazione estratta

The lower court relied on the dispatch date of 2 March 2004, but the appellant relied on postal receipt data and a possible postal dating error caused by the leap year. This required clarification by the cantonal authority.

Questione giuridica chiave

Whether the Federal Court should already decide the appellant's additional request for instructions on distribution lists and collocation plans

Decisione estratta

No; the Federal Court would not address those submissions before the cantonal authority had newly decided on the timeliness issue.

Motivazione estratta

Those points were premature because the upper cantonal authority first had to decide whether the complaint was timely and therefore admissible.

Questione giuridica chiave

Whether party compensation could be awarded in the federal supervisory complaint proceedings

Decisione estratta

No party compensation could be awarded in these proceedings.

Motivazione estratta

The court stated that the complaint proceedings are generally free of charge and that no party compensation may be granted.

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