Federal court lacks review of cantonal auction rules

7B.130/2004Tribunale federale / II divisione penale17 ago 2004Inadmissible

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Sintesi Omnilex

The owners of a building right and another complainant challenged the auction award of 30 March 2004 and asked for a new auction. The cantonal supervisory authorities in Horgen and Zurich rejected the complaint and appeal. Before the Federal Supreme Court, they also requested suspensive effect and argued that the inventory of liens and auction conditions had not been read out. The court held that suspensive effect followed directly from law and that the alleged reading duty arose only from cantonal instructions, whose application it could not review in this procedure. The court therefore did not enter into the complaint. Costs were governed by the statutory rule that debt-enforcement supervisory proceedings are generally free of charge.

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Art. 66 Abs. 1 VZG; Art. 19 SchKG; Art. 43 Abs. 1 i.V.m. Art. 81 OG; scope of federal review in complaints against auction awards. The suspensive effect of a challenge to the auction award follows ex lege until the transfer of ownership may be registered or the complaint is finally dismissed. In a complaint under Art. 19 SchKG, the Federal Supreme Court reviews only federal law; the application of cantonal administrative instructions, including alleged procedural omissions at the auction, is not cognizable. Allegations of unequal treatment or arbitrariness in the application of cantonal rules fall within constitutional complaint proceedings, not the debt-enforcement complaint. Where the only grievances concern cantonal law, the complaint is inadmissible and no entry can be made (consid. 2-4).

Testo completo

{T 0/2}
7B.130/2004 /rov

Urteil vom 17. August 2004
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Besetzung
Bundesrichterin Escher, Präsidentin,
Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Hohl,
Gerichtsschreiberin Scholl.

Parteien

  1. Z.________ AG,
  2. Y.________ SA,
    Beschwerdeführerinnen,
    beide vertreten durch Herrn Hans-Rudolf Altmann,

gegen

Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als obere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, Postfach, 8023 Zürich.

Gegenstand
Aufhebung des Steigerungszuschlags,

SchKG-Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, vom 17. Juni 2004.

Die Kammer zieht in Erwägung:
1.
Am 30. März 2004 fand die Steigerung in der Grundpfandverwertung gegen die X.________ AG in Liquidation statt. Dabei wurde das zu verwertende dauernde und übertragbare Baurecht der W.________ AG zugeschlagen. Gegen den Steigerungszuschlag gelangten die Z.________ AG (Pfandeigentümerin) und die Y.________ SA an das Bezirksgericht Horgen, als untere kantonale Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs, welches die Beschwerde mit Beschluss vom 10. Mai 2004 abwies. Den gegen diesen Entscheid geführten Rekurs wies das Obergericht des Kantons Zürich, als obere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, am 17. Juni 2004 ebenfalls ab.

Die Z.________ AG und die Y.________ SA gelangen mit Beschwerde vom 28. Juni 2004 (rechtzeitig) an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts. Sie beantragen die Aufhebung des Beschlusses der oberen Aufsichtsbehörde sowie die Anordnung einer neuen Versteigerung.

Die Aufsichtsbehörde hat anlässlich der Akteneinreichung auf Gegenbemerkungen (Art. 80 Abs. 1 OG) verzichtet. Es sind keine Vernehmlassungen eingeholt worden.
2.
Die Beschwerdeführerinnen verlangen, ihrer Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. Indes erfolgt gemäss Art. 66 Abs. 1 VZG die Anmeldung des durch den Zuschlag bewirkten Eigentumsüberganges zur Eintragung in das Grundbuch erst, sobald feststeht, dass der Zuschlag nicht mehr durch Beschwerde angefochten werden kann oder die erhobene Beschwerde endgültig abgewiesen worden ist. Die aufschiebende Wirkung ist damit bereits von Gesetzes wegen vorgesehen (BGE 129 III 100 E. 3), so dass sich der Antrag der Beschwerdeführerinnen als überflüssig erweist.
3.
Die Beschwerdeführerinnen kritisieren, dass anlässlich der Steigerung das Lastenverzeichnis und die Steigerungsbedingungen nicht verlesen worden seien, obwohl dieses Vorgehen gemäss den Dienstanweisungen des zürcherischen Betreibungsinspektorates für die Betreibungsämter vorgeschrieben sei. Sie führen aus, das Nichtverlesen habe dazu geführt, dass sie nicht hätten mitbieten können, da ihr Geldgeber etwas verspätet zur Steigerung erschienen sei.

Die Beschwerdeführerinnen machen nicht geltend, die Pflicht zum Verlesen des Lastenverzeichnisses und der Steigerungsbedingungen ergebe sich direkt aus dem SchKG. Vielmehr leiten sie diese Pflicht aus den oben erwähnten kantonalen Dienstanweisungen ab. Diese stellen - im Gegensatz zur Auffassung der Beschwerdeführerinnen - indes kein Bundesrecht dar, da sie von einer kantonalen Behörde erlassen worden sind. Weder die teilweise Rechtsetzungskompetenz der Kantone, die das SchKG diesen einräumt, noch der Genehmigungsvorbehalt von Art. 29 SchKG lassen kantonale Bestimmungen als Bundesrecht erscheinen. Die richtige Anwendung von kantonalem Recht kann indes das Bundesgericht im Rahmen einer Beschwerde nach Art. 19 SchKG nicht überprüfen (BGE 120 III 114 E. 3a S. 116; 125 III 247 E. 2). Ebenso wenig kann im vorliegenden Verfahren die rechtsungleiche oder willkürliche Anwendung dieser kantonalen Regelungen gerügt werden, da wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte die staatsrechtliche Beschwerde vorbehalten ist (Art. 43 Abs. 1 i.V.m. Art. 81 OG; BGE 107 III 11 E. 1 S. 12; 126 III 30 E. 1c S. 32).
4.
Damit kann auf die Beschwerde insgesamt nicht eingetreten werden. Das Beschwerdeverfahren ist grundsätzlich kostenlos (Art. 20a Abs. 1 SchKG), und es darf - ausser bei bös- oder mutwilliger Beschwerdeführung - keine Parteientschädigung zugesprochen werden (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).

Demnach erkennt die Kammer:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführerinnen, der Beschwerdegegnerin (W.________ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Beat Hirt), dem Betreibungsamt Richterswil und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 17. August 2004
Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Parole chiave

debt enforcementauction awardbuilding rightsupervisory complaintadmissibilitycantonal lawsuspensive effectcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint should be granted suspensive effect

Decisione estratta

The request was unnecessary because suspension follows directly from law until the award is no longer challengeable or the complaint is finally dismissed.

Motivazione estratta

Art. 66(1) VZG already provides suspensive effect for the transfer of ownership by auction award, so no separate order was needed.

Questione giuridica chiave

Whether the auction should be annulled because the inventory of liens and auction conditions were not read out

Decisione estratta

This objection could not be examined in the federal debt-enforcement complaint because it concerned the application of cantonal service instructions, not federal law.

Motivazione estratta

The alleged reading duty was derived only from cantonal administrative instructions. The Federal Supreme Court cannot review the correct application of cantonal law in a complaint under Art. 19 SchKG, nor can it examine arbitrariness or unequal treatment in that context; such complaints require a constitutional complaint.

Questione giuridica chiave

Overall admissibility of the complaint against the auction award

Decisione estratta

The complaint was inadmissible and could not be entered into.

Motivazione estratta

All challenged points either were moot or fell outside federal review in this procedure.

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