Negligent serious bodily injury after red-light collision

6S.81/2007Tribunale federale / Divisione penale20 apr 2007Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The defendant was convicted by the Basel-Stadt Appellate Court of negligent serious bodily injury after failing to stop at a red light and colliding with a moped rider. In federal nullity proceedings he sought annulment and additional substantive relief, arguing that causation was inadequate because the victim wore a helmet. The Federal Supreme Court held that the appeal was cassatory only and that requests beyond annulment were inadmissible. On the merits, it rejected the causation argument as an impermissible challenge to the factual findings: the victim had worn a helmet, the defendant had breached traffic duties by ignoring the red light, and the serious injuries were caused by the collision. The appeal was dismissed and costs were imposed on the appellant.

Massima Omnilex

Art. 277ter Abs. 1 BStP; the federal nullity complaint is cassatory only and cannot seek merits relief beyond annulment. Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP excludes attacks on factual findings in nullity proceedings. Where a driver negligently ignores a red light and thereby causes a collision, the resulting serious injuries are imputable for Art. 125 Abs. 2 StGB; the fact that the injured party wore a helmet does not, absent a successful challenge to the facts, break causation or defeat criminal liability. Costs follow the outcome under Art. 278 Abs. 1 BStP.

Testo completo

{T 0/2}
6S.81/2007 /hum

Urteil vom 20. April 2007
Kassationshof

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Ferrari,
Gerichtsschreiber Thommen.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat
Ludwig Schmid,

gegen

O.________,
Beschwerdegegner, vertreten durch Advokat
Sebastian Laubscher,
Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, Postfach, 4001 Basel.

Gegenstand
Fahrlässige schwere Körperverletzung,

Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt, Ausschuss, vom 8. Dezember 2006.

Sachverhalt:
A.
X.________ fuhr am späten Vormittag des 26. Februar 2002 auf der mehrspurigen Zürcherstrasse von Birsfelden/BL herkommend auf die Verzweigung Birsstrasse zu. Dabei übersah er das Rotlicht und kollidierte mit dem von links kommenden Mofafahrer O.________. Dieser erlitt schwere Verletzungen.
B.
Als Berufungsinstanz befand das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt X.________ am 8. Dezember 2006 unter anderem der fahrlässigen schweren Körperverletzung (Art. 125 Abs. 2 StGB) für schuldig und bestrafte ihn mit 45 Tagen Gefängnis bedingt und Fr. 200.-- Busse.
C.
Dagegen erhebt X.________ Beschwerde in Strafsachen, mit der er die Aufhebung des angefochtenen Urteils, die Einstellung des Verfahrens wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung, die Schuldigsprechung wegen Nichtbeachtung des Lichtsignals und Nichtmitführens des Führerausweises sowie die Gutheissung der Zivilforderung dem Grundsatz nach und im Übrigen deren Verweisung auf den Zivilweg verlangt.
D.
Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt verzichtet auf Gegenbemerkungen und beantragt unter Hinweis auf sein begründetes Urteil die Abweisung der Beschwerde. Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesgesetz über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) ist am 1. Januar 2007 in Kraft getreten. Obwohl der vorliegende Entscheid am 8. Dezember 2006 erging (vgl. Art. 132 Abs. 1 BGG), hat der Beschwerdeführer Beschwerde in Strafsachen erhoben. Mit Schreiben vom 23. Februar 2007 wurde ihm vom Kassationshof mitgeteilt, dass die eingereichte Beschwerde als eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde entgegen genommen wird.
2.
Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde ist kassatorisch (Art. 277ter Abs. 1 BStP; BGE 129 IV 276 E. 1.2). Soweit mehr als die Aufhebung des angefochtenen Urteils verlangt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, es fehle an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs. Hätte der Beschwerdegegner einen Helm getragen, wäre es zu leichteren Verletzungen gekommen. Es sei deshalb fraglich, ob ihm die schwere Körperverletzung zugerechnet werden könne.
3.2 Mit seinem Vorbringen wendet sich der Beschwerdeführer unzulässigerweise gegen Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Es steht fest, dass der Beschwerdegegner einen Helm getragen hat (angefochtenes Urteil S. 6). Der Beschwerdeführer hat den Unfall verursacht durch pflichtwidrig unsorgfältiges Nichtbeachten eines Rotlichts (Art. 27 Abs. 1 SVG). Es ist ferner unbestritten, dass die schweren Verletzungen des Beschwerdegegners vom Unfall herrühren. Die Verurteilung wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung nach Art. 125 Abs. 2 StGB ist somit nicht zu beanstanden.
4.
Die Beschwerde ist deshalb kostenpflichtig abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann (Art. 278 Abs. 1 BStP).
Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Ausschuss, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 20. April 2007
Im Namen des Kassationshofs
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Parole chiave

negligent serious bodily injurycausationred light violationcassatory appealfactual findingscourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the federal nullity appeal could seek relief beyond annulment of the cantonal judgment

Decisione estratta

The appeal is purely cassatory; any request exceeding annulment was inadmissible.

Motivazione estratta

Under the applicable federal procedure, the court may only annul the challenged judgment, not substitute a new merits decision.

Questione giuridica chiave

Whether the conviction for negligent serious bodily injury lacked adequate causation because the victim wore a helmet

Decisione estratta

No. The complaint attacked the cantonal factual findings impermissibly, and the established facts supported causation and negligence.

Motivazione estratta

The helmet was in fact worn; the defendant caused the accident by negligently disregarding the red light; the serious injuries resulted from the collision, so Art. 125(2) StGB was correctly applied.

Questione giuridica chiave

Allocation of costs of the nullity appeal

Decisione estratta

The defendant had to bear the court fee because the appeal failed insofar as it was admissible.

Motivazione estratta

As the appeal was dismissed, the costs followed the outcome.

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