Theft of family members’ cats and damage: necessity rejected

6S.466/2004Tribunale federale / Divisione penale18 gen 2005Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The defendant challenged his conviction for stealing two breeding cats from the marital home and for minor property damage after breaking window panes to enter the house. The Federal Court held that it was bound by the cantonal findings that the wife owned or co-owned the cats and that the defendant intended to keep them and enrich himself. His arguments about later divorce allocation and necessity were inadmissible or unfounded. The cassation complaint was dismissed insofar as entered, and CHF 200 costs were imposed on him.

Massima Omnilex

Art. 277bis Abs. 1 Satz 2 und Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP; theft and necessity defence in cassation proceedings: the Federal Court is bound by the cantonal findings of fact and may not review mere challenges to those findings. Where the lower court establishes that the taking object was not solely owned by the accused, theft is possible; a later expectation of judicial allocation does not negate appropriation intent or intent to enrich. A necessity justification fails where, on the binding facts, the accused did not act to safeguard a legally protected interest but to retain the property and secure an economic advantage (consid. 2).

Testo completo

{T 0/2}
6S.466/2004 /gnd

Urteil vom 18. Januar 2005
Kassationshof

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Zünd,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. Bruno Nater,

Gegenstand
Diebstahl zum Nachteil eines Angehörigen oder Familiengenossen, Sachbeschädigung,

Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom
12. November 2004.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Im April 2003 erhob Y.________ bei der Schaffhauser Polizei Strafantrag gegen ihren Ehemann X.________. Diesem wird vorgeworfen, er sei am 11. April 2003, um ca. 12.00 Uhr, in das gemeinsame Haus eingedrungen, indem er zwei Glasscheiben einge-schlagen habe. Aus dem Haus habe er zwei Zuchtkatzen mitge-nommen.

Das Obergericht des Kantons Schaffhausen sprach X.________ im Berufungsverfahren mit Urteil vom 12. November 2004 des Dieb-stahls zweier Zuchtkatzen zum Nachteil eines Angehörigen oder Familiengenossen im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 4 StGB sowie der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig und bestrafte ihn mit fünf Tagen Gefängnis, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, und mit 300 Franken Busse.

X.________ wendet sich mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde ans Bundesgericht und beantragt, das Urteil betreffend Diebstahl und Sachbeschädigung sei aufzuheben.
2.
Die Vorinstanz geht davon aus, die Ehefrau sei Eigentümerin oder mindestens Miteigentümerin der beiden Katzen gewesen (ange-fochtener Entscheid S. 7). Soweit der Beschwerdeführer wie schon vor Vorinstanz ohne nähere Begründung behauptet, mindestens die Hälfte der von den Eheleuten betriebenen Katzenzucht gehöre ihm (Beschwerde S. 1 unten, angefochtener Entscheid S. 6), ist er nicht zu hören. Das Bundesgericht ist im vorliegenden Verfahren an die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz gebunden (Art. 277bis Abs.1 Satz 2 BStP), und Ausführungen, die sich dagegen richten, sind unzulässig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Hatte der Beschwerdeführer an den Katzen gemäss der von der Vorinstanz verbindlich festgestellten Sachlage jedoch kein Alleineigentum, waren sie ein taugliches Objekt für den Diebstahl (Niggli, in: Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Basel 2003, N 34 vor Art. 137).

Dass die übrigen objektiven Voraussetzungen eines Diebstahls erfüllt sind, wird in der Beschwerde nicht in Abrede gestellt.

In subjektiver Hinsicht stellt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe bei der Wegnahme der Katzen die Absicht gehabt, diese seiner Ehefrau dauerhaft zu entziehen, sie selber zu behalten und sich im Umfang des darin liegenden wirtschaftlichen Vorteils zu bereichern (angefochtener Entscheid S. 9). Soweit der Beschwerdeführer bestrei-tet, mit Aneignungswillen und Bereicherungsabsicht gehandelt zu haben (Beschwerde S. 2 oben), ist er nicht zu hören, weil er sich erneut gegen die verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz wendet. Sein Vorbringen, er habe damit gerechnet, dass bei der anstehenden Scheidungsverhandlung sämtliche Tiere ihm zugesprochen würden (Beschwerde S. 2 oben), ist unbehelflich. Jedenfalls waren die Tiere ihm zum Tatzeitpunkt nicht richterlich zugewiesen worden (ange-fochtener Entscheid S. 9), und folglich musste es auch ihm klar sein, dass er die Tiere nicht einfach seiner Frau wegnehmen durfte.

Schliesslich macht der Beschwerdeführer in Bezug auf die Sach-beschädigung geltend, seine Frau habe ihn am fraglichen Tag aus dem gemeinsamen Haus ausgesperrt, weshalb ihm eine Notstands-situation zugebilligt werden müsse (Beschwerde S. 1 unten). Dem hält die Vorinstanz entgegen, dass der Beschwerdeführer nie behauptet habe, er habe ins Haus gelangen wollen, um darin sein Wohnrecht auszuüben (angefochtener Entscheid S. 12). Insoweit liegt folglich von vornherein keine Notstandssituation vor. Seine vor Bundesgericht vorgebrachte Behauptung, es sei ihm darum gegangen, zwei von zehn völlig verstörten Zuchtkatzen vorübergehend an einen ruhigen Ort zu bringen (Beschwerde S. 1 unten), ist unzulässig. Nach den verbind-lichen Feststellungen der Vorinstanz ging es ihm darum, die Katzen zu behalten und sich insoweit zu bereichern. Bei dieser Sachlage kann von einer rechtfertigenden Notstandssituation nicht die Rede sein.
3.
Die Nichtigkeitsbeschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die bundes-gerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 278 Abs. 1 BStP). Er macht geltend, er sei als IV-Rentner ohne zweite Säule mittellos (Beschwerde S. 2). Dass seine finanziellen Verhältnisse nicht besonders gut sind, ergibt sich sinngemäss auch aus den Ausführungen der Vorinstanz (vgl. angefochtener Entscheid S. 14 Mitte). Da die Beurteilung der Angelegenheit durch das Bundesgericht zudem keinen erheblichen Aufwand verursachte, kann die Gerichtsgebühr in Anwendung von Art. 153a Abs. 1 OG auf das Minimum festgesetzt werden.

Demnach erkennt das Bundesgericht im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Schaffhausen schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 18. Januar 2005
Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Parole chiave

theftfamily memberappropriation intentenrichment intentnecessity defensebinding findingsminor property damagecourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the cats were a suitable object of theft despite the defendant’s claim of ownership in the breeding business.

Decisione estratta

The cats were a suitable object of theft because the cantonal findings bound the Federal Court and established that the wife owned or at least co-owned them; the defendant had no sole ownership.

Motivazione estratta

Challenges to the factual findings were inadmissible in cassation. On those findings, the animals were not exclusively the defendant’s property and therefore could be stolen.

Questione giuridica chiave

Whether the defendant lacked the subjective elements of theft, namely appropriation intent and intent to enrich.

Decisione estratta

No; the cantonal findings established that he intended to keep the cats, permanently deprive his wife of them, and gain the corresponding economic advantage.

Motivazione estratta

The defendant’s contrary arguments attacked binding facts and were therefore not heard. His expectation of later being awarded the animals in divorce proceedings did not justify taking them without a judicial allocation.

Questione giuridica chiave

Whether the damage to the glass panes was justified by a state of necessity.

Decisione estratta

No justification existed.

Motivazione estratta

The defendant had not claimed below that he entered the house to exercise a housing right, so no necessity to gain access existed. His new factual version on appeal was inadmissible, and the binding facts showed he acted to keep the cats and enrich himself.

Questione giuridica chiave

Whether the federal cassation complaint should be allowed and the cantonal judgment set aside.

Decisione estratta

The complaint was unfounded and was rejected insofar as it was admissible.

Motivazione estratta

None of the asserted grounds showed legal error on the binding factual basis.

Questione giuridica chiave

Court costs in the federal proceedings.

Decisione estratta

Costs of CHF 200 were imposed on the defendant, reduced to the minimum because of his limited means and the limited effort required.

Motivazione estratta

As the complaint failed, costs followed the result; the fee was set at the minimum under the applicable provisions.

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