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6B_775/2008 ΓÇó Late cost advance was paid in time; appeal upheld
6B_775/2008Tribunale federale / Divisione penale12 nov 2008Granted
The Federal Supreme Court upheld the appellant’s complaint against a cantonal criminal-court order that had refused to entertain an appeal for alleged late payment of a CHF 500 cost advance. A postal receipt showed that the amount had been transferred on 18 August 2008, within time. The canton’s own submissions acknowledged the error, and the respondents did not dispute it. The Court therefore annulled the Obergericht’s decision, charged no court costs, and awarded the appellant CHF 2,000 in party compensation at the canton’s expense.
Art. 109 Abs. 2 lit. b BGG; Art. 68 BGG; cost advance and non-entry: where documentary evidence establishes timely payment of a required advance, a refusal to entertain the cantonal remedy based on alleged lateness is erroneous and must be annulled. If the appeal is upheld in summary proceedings, no court costs are charged and the successful appellant is entitled to party compensation from the opposing canton, as the case may be. The decisive point is the objective proof of payment; a mere clerical or factual mistake as to the payment date cannot sustain a non-entry order (consid. 1-2).
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6B_775/2008/sst
Urteil vom 12. November 2008
Strafrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Zünd, Mathys,
Gerichtsschreiber Monn.
Parteien
X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat Sebastian Laubscher,
gegen
Y.________, vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar Hemmeler,
Z.________, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. Roland Müller,
Richteramt Dorneck-Thierstein, Amthausstrasse 15, 4143 Dornach 1, Beschwerdegegner.
Gegenstand
Schadenersatz und Genugtuung; Kostenvorschuss,
Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Solothurn, Strafkammer, vom 5. September 2008.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Im angefochtenen Entscheid wurde auf einen Rekurs nicht eingetreten, weil der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss von Fr. 500.-- verspätet geleistet habe. Die Vorinstanz stellte fest, die Frist sei am 18. August 2008 abgelaufen, der Vorschuss indessen erst am 20. August 2008 bezahlt worden (angefochtener Entscheid S. 2). Der Beschwerdeführer reicht vor Bundesgericht indessen einen Empfangsschein der Post ein, woraus sich ergibt, dass er der Zentralen Gerichtskasse Solothurn am 18. August 2008 einen Betrag von Fr. 500.-- überwiesen hat (Beschwerdebeilage 7). Die Vorinstanz anerkennt in ihrer Vernehmlassung ans Bundesgericht, dass der angefochtene Beschluss auf einem Irrtum beruht (act. 6). Die Beschwerdegegner opponieren dieser Darstellung nicht (act. 11 und 12). Folglich ist die Beschwerde begründet. Sie ist im Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. b BGG gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben.
2.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben. Der Beschwerdeführer ist zu Lasten des Kantons Solothurn angemessen zu entschädigen (Art. 68 BGG).
Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Beschluss des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 5. September 2008 aufgehoben.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Der Kanton Solothurn hat dem Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen.
4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Solothurn, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 12. November 2008
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:
Schneider Monn