Lack of standing in appeal against refusal to open proceedings

6B_653/2010Tribunale federale / Divisione penale25 ago 2010Inadmissible

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Sintesi Omnilex

X. appealed to the Federal Supreme Court against the cantonal refusal to open criminal proceedings following his complaint against his former employer. The Court held that he lacked standing under Art. 81 BGG because he was neither a private criminal claimant nor a victim, and he was not asserting the criminal complaint right as such. His cost challenge was insufficiently reasoned, and a new request could not be entertained. The appeal was therefore not entered into, and court costs of CHF 800 were imposed on him.

Massima Omnilex

Art. 81 BGG, Art. 99 Abs. 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 BGG; standing and admissibility of a criminal appeal against a refusal to open proceedings. A merely injured person who is neither a private criminal claimant nor a victim within the meaning of the Victims Assistance Act lacks standing to challenge the non-opening of criminal proceedings. If the appellant does not invoke the criminal complaint right itself, review on the merits is excluded. Complaints against ancillary cost orders must be reasoned specifically, in particular by indicating arbitrariness or a constitutional violation; otherwise they are inadmissible. New requests raised only before the Federal Supreme Court are barred by Art. 99 Abs. 2 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
6B_653/2010

Urteil vom 25. August 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte
X._________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft, Bahnhofplatz 3a, 4410 Liestal,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Verzicht auf Verfahrenseröffnung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft vom 18. Januar 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
X._________ erhob am 2. September 2008 Strafanzeige wegen Betrugs, Urkundenfälschung, Irreführung der Rechtspflege sowie Falschen Zeugnisses gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Mit Verfügung vom 2. September 2009 beschloss das Statthalteramt Sissach, kein Strafverfahren zu eröffnen. Dagegen gelangte X._________ am 8. September 2009 an das Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft, welches seine Beschwerde mit Beschluss vom 18. Januar 2010 (zugestellt am 2. Juni 2010) abwies. X._________ erhob dagegen am 10. Juni 2010 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, wobei er gleichzeitig um Zustellung der Beschwerde an die zuständige Stelle ersuchte. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft trat auf das bei ihm erhobene Rechtsmittel mit Beschluss vom 20. Juli 2010 nicht ein und übermittelte dem Bundesgericht zuständigkeitshalber die Beschwerde. Daran hält X._________ auf Nachfrage des Bundesgerichts ausdrücklich fest (act. 8).

2.
Anfechtungsobjekt im Verfahren vor Bundesgericht ist der Entscheid des Verfahrensgerichts in Strafsachen vom 18. Januar 2010. Der Beschwerdeführer hat dagegen rechtzeitig Beschwerde erhoben (Art. 100 Abs. 1 BGG).

3.
Die Legitimationsvoraussetzungen zur Beschwerde in Strafsachen ergeben sich aus Art. 81 Abs. 1 BGG. Der Beschwerdeführer ist nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG, weil die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt war. Er wurde durch die angezeigten Straftaten in seiner körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität nicht unmittelbar beeinträchtigt, weshalb er auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG ist. Und schliesslich geht es ihm nicht um das Strafantragsrecht im Sinne von Art. 30 ff. StGB als solches (Art. 81 Abs. 1 lit. Ziff. 6 BGG). Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, ist er zur vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 136 IV 29). Auf die Beschwerde ist deshalb zur Hauptsache nicht einzutreten. Soweit der Beschwerdeführer sich gegen die Kostenauflage im kantonalen Verfahren wendet, legt er nicht dar, dass und inwiefern die Vorinstanz die einschlägigen Vorschriften des kantonalen Strafprozessrechts willkürlich angewendet haben sollte bzw. aus welchem Grund die vorinstanzliche Kostenregelung gegen Art. 9 BV verstossen könnte. Seine Beschwerde erfüllt die Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG insoweit nicht. Mit seinem neuen Antrag (vgl. act. 8, S. 2, Antrag c) ist er gemäss Art. 99 Abs. 2 BGG nicht zu hören.

4.
Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivil- und Strafrecht, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. August 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Arquint Hill

Parole chiave

standingcriminal complaintnon-opening of proceedingsvictim statusreasoned appealnew requestcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal against the cantonal decision refusing to open criminal proceedings was admissible

Decisione estratta

The appellant lacked standing under Art. 81 BGG and the appeal was therefore not admissible on the merits.

Motivazione estratta

He was neither a private criminal claimant, nor a victim with direct infringement of personal integrity, nor did he invoke the right to file a criminal complaint itself.

Questione giuridica chiave

Whether the challenge to the cantonal cost order was sufficiently reasoned

Decisione estratta

The complaint did not meet the federal reasoning requirements.

Motivazione estratta

The appellant failed to show arbitrariness or a violation of Art. 9 BV in the cantonal costs decision.

Questione giuridica chiave

Whether the new request raised before the Federal Supreme Court could be heard

Decisione estratta

The new request could not be considered.

Motivazione estratta

New requests are barred under Art. 99(2) BGG.

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