Non-entry for insufficiently reasoned criminal complaints

6B_541/2009Tribunale federale / Divisione penale17 set 2009Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The defendant filed two complaints to the Federal Supreme Court against two cantonal criminal judgments. After being invited to pay cost advances, he submitted a 'final report' asking not to be bothered further. The Federal Supreme Court left open whether this amounted to a withdrawal and also did not base its decision on the unpaid advances. It held that neither the appeal nor the recourse explained, as required, how the contested judgments violated federal law. The court therefore did not enter into the complaints and exceptionally waived court costs.

Massima Omnilex

Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; Begründungsanforderungen der Beschwerde ans Bundesgericht: Auf eine Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten, wenn sie nicht darlegt, inwiefern der angefochtene Entscheid Bundesrecht im Sinne von Art. 95 BGG verletzt. Unzulängliche, bloss appellatorische Vorbringen genügen nicht. Ob ein späteres Schreiben als Rückzug zu verstehen ist oder Kostenvorschüsse unbezahlt geblieben sind, kann offenbleiben, wenn die Beschwerde bereits mangels genügender Begründung unzulässig ist (vgl. Erw. 1). Ausnahmsweise kann bei einem Nichteintretensentscheid von der Kostenauflage abgesehen werden (Erw. 2).

Testo completo

{T 0/2}
6B_541/2009
6B_667/2009

Urteil vom 17. September 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, 5001 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Widerhandlung gegen das Gewässerschutzgesetz, geringfügige Sachbeschädigung,

Beschwerden gegen die Urteile des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, vom 15. April und 15. Juni 2009 (SST.2008.162/SS/wm und SST.2009.84/ch/nl).
Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer wurde in beiden Verfahren 6B_541/2009 und 6B_667/2009 aufgefordert, dem Bundesgericht einen Kostenvorschuss einzuzahlen. Statt dessen reicht er am 14. September 2009 einen "Schlussbericht" ein, in welchem er abschliessend ausführt, er ersuche das Bundesgericht, ihn in Zukunft in Ruhe zu lassen und "nicht mehr länger mit dieser Gaunerei zu belästigen". Es kann offen bleiben, ob es sich beim "Schlussbericht" um einen Beschwerderückzug handelt. Auch kann unberücksichtigt bleiben, dass der Beschwerdeführer die Kostenvorschüsse nicht bezahlt hat. Denn jedenfalls ergibt sich aus seiner "Berufung" vom 14. Mai 2009 und aus seinem "Rekurs" vom 2. August 2009 nicht, dass und inwieweit die angefochtenen Entscheide vom 15. April und 15. Juni 2009 das Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzen könnten. Beide Eingaben erfüllen die Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Auf die Beschwerden ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Ausnahmsweise kann auf eine Kostenauflage verzichtet werden.
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. September 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Parole chiave

non-entryreasoning requirementsfederal complaintcriminal procedurecost advancewithdrawalenvironmental offenceproperty damage

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaints met the federal reasoning requirements for challenging the cantonal judgments.

Decisione estratta

No. The filings did not show, with sufficient reasoning, how the challenged judgments violated federal law.

Motivazione estratta

The court held that the appellant's submissions failed to satisfy Art. 42(2) and 106(2) BGG because they did not explain the alleged legal errors under Art. 95 BGG.

Questione giuridica chiave

Whether the court should enter into the complaints despite the unpaid cost advances and the appellant's later filing labelled 'final report'.

Decisione estratta

No entry was possible; the court left open whether the later filing amounted to a withdrawal and did not rely on the unpaid advances.

Motivazione estratta

Because the complaints were in any event insufficiently reasoned, the court did not need to decide withdrawal or non-payment of advances.

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