Criminal appeal inadmissible for insufficient reasoning

6B_374/2010Tribunale federale / Divisione penale10 giu 2010Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court did not enter into the defendant’s criminal appeal against a conviction for traffic-rule violations. It held that the complaint merely repeated appellate criticism and failed to substantiate arbitrariness in the assessment of evidence or a violation of in dubio pro reo, as required by Art. 106(2) BGG. The appeal was therefore inadmissible under Art. 108 BGG. Court costs of CHF 800 were imposed on the appellant.

Massima Omnilex

Art. 97 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 BGG; arbitrary fact-finding and in dubio pro reo in criminal appeals. Factual findings of the cantonal authority may be challenged before the Federal Supreme Court only on the grounds of manifest inaccuracy or arbitrariness. The principle in dubio pro reo has no independent significance as a rule of evidence beyond the constitutional prohibition of arbitrariness (Art. 9 BV). A complaint must set out in a precise and reasoned manner why the challenged reasoning is untenable; purely appellate criticism is insufficient and leads to non-entry (consid. 1).

Testo completo

{T 0/2}
6B_374/2010

Urteil vom 10. Juni 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Verletzung von Verkehrsregeln; Willkür, Grundsatz in dubio pro reo,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 23. März 2010.
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer wendet sich dagegen, dass er im angefochtenen Entscheid wegen Verletzung der Verkehrsregeln mit einer Busse von Fr. 300.-- bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen bestraft wurde. Es wird ihm vorgeworfen, als Lenker eines Personenwagens auf der regennassen Fahrspur einer Autobahn mit einem vor ihm fahrenden Auto, welches bremsen musste, trotz Vollbremsung kollidiert zu sein (angefochtener Entscheid S. 5 E. III/1). Er macht vor Bundesgericht wie schon vor der Vorinstanz geltend, er sei aufgrund eines schmierseifigen Belages ins Rutschen geraten und nur deshalb mit dem vorderen Auto kollidiert (angefochtener Entscheid S. 6 oben, Beschwerde S. 2 Ziff. 8). Die Vorinstanz kam demgegenüber nach einer eingehenden Beweiswürdigung (angefochtener Entscheid S. 9-13 E. 6 und 7) zum Schluss, es hätten keine aussergewöhnlichen und nicht voraussehbaren Strassenverhältnisse vorgelegen (angefochtener Entscheid S. 13).

Die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur bemängelt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist. Dem Grundsatz "in dubio pro reo" (Beschwerde S. 3) kommt als Beweiswürdigungsregel keine über das Willkürverbot von Art. 9 BV hinausgehende selbständige Bedeutung zu (BGE 127 I 38). Willkürlich ist ein Entscheid, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 135 V 2 E. 1.3). Die Rüge der Willkür muss vor Bundesgericht präzise vorgebracht und begründet werden, ansonsten darauf nicht eingetreten wird (Art. 106 Abs. 2 BGG).

Die vorliegende Beschwerde beschränkt sich auf unzulässige appellatorische Kritik. So macht der Beschwerdeführer zum Beispiel geltend, vor dem Statthalteramt habe die erste Einvernahme stattgefunden, bei der er sich gegen den fehler- und mangelhaften Polizeirapport habe zur Wehr setzen können (Beschwerde S. 1 Ziff. 2). Um was für einen "Widerspruch" es ihm hier gehen könnte, sagt er indessen nicht. Auch in Bezug auf den Umstand, dass er "die Aussagen des Polizeibeamten ... in Abrede gestellt" hat (Beschwerde S. 1 Ziff. 3), ergibt sich aus der Beschwerde nicht, welchen "Widerspruch" er meint. Folglich ist in beiden Punkten aus der Beschwerde von vornherein nicht ersichtlich, inwiefern die Argumentation der Vorinstanz willkürlich und völlig unhaltbar sein könnte.

Ohne dass sich das Bundesgericht mit allen Vorbringen des Beschwerdeführers ausdrücklich auseinandersetzen müsste, ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. Juni 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Parole chiave

traffic violationsarbitrarinessin dubio pro reoinadmissibilitysubstantiation requirementcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the criminal appeal met the substantiation requirements for alleging arbitrariness in fact-finding and violation of in dubio pro reo.

Decisione estratta

No. The complaint contained only inadmissible appellate criticism and did not precisely show arbitrariness or a concrete contradiction in the reasoning below.

Motivazione estratta

The Federal Court held that factual findings can be attacked only for manifest inaccuracy or arbitrariness; in dubio pro reo has no independent significance beyond the arbitrariness ban. The appellant failed to explain his criticism concretely as required by Art. 106(2) BGG.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs of the federal proceedings?

Decisione estratta

The appellant must bear the court costs.

Motivazione estratta

As the appeal was not entered into, the costs were charged to the appellant under the Federal Supreme Court Act.

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