Non-entry on criminal complaint; legal aid refused

6B_335/2013Tribunale federale / Divisione penale21 mag 2013Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court held that the appellant’s submissions were largely appellatory and did not meet the strict requirements for challenging factual findings as arbitrary. His request for compensation and moral satisfaction failed because such relief had not been requested in the statement of appeal, and the challenge to the confiscation of army weapons was barred because that part of the lower judgment was final. The complaint was therefore not entered into under the summary procedure. Legal aid was refused as the case had no prospects of success, and CHF 500 in court costs were charged to the appellant.

Massima Omnilex

Art. 97 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2, Art. 108, Art. 64 and Art. 65 Abs. 2 BGG; appeal against factual findings and admissibility of requests in criminal appeal proceedings. The Federal Supreme Court reviews factual findings only for manifest error or arbitrariness, and the complaint must specifically demonstrate the alleged defect by reference to the contested decision; purely appellatory criticism is inadmissible. In criminal appeals, the scope of review is determined by the requests contained in the statement of appeal, not by later submissions at the hearing. Claims directed at matters already in force are not open to federal review. Legal aid is denied where the appeal lacks any reasonable prospect of success; in that event, costs may be reduced according to the appellant's financial situation.

Testo completo

{T 0/2}
6B_335/2013

Urteil vom 21. Mai 2013
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Zentralstrasse 28, 6003 Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Mehrfache Drohung etc.,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts
des Kantons Luzern, 4. Abteilung,
vom 10. Dezember 2012.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Das Obergericht des Kantons Luzern verurteilte X.________ am 10. Dezember 2012 im Berufungsverfahren wegen mehrfacher Drohung, mehrfacher Pornografie und Entziehens von Unmündigen zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Auf seinen Antrag auf Bezahlung von Haftentschädigung und Genugtuung trat das Gericht nicht ein.

X.________ wendet sich mit Beschwerde vom 4. April 2013 ans Bundesgericht, ohne einen ausdrücklichen Antrag zu stellen. Sinngemäss verlangt er einen Freispruch und eine Entschädigung.

2.
Neben dem Beschwerdeführer persönlich reichte ein Anwalt am 18. April 2013 eine zweite Beschwerde ein (act. 11). Der Beschwerdeführer teilte dem Bundesgericht am 21. April 2013 mit, er wolle sich vom Anwalt "distanzieren"(act. 15). Dieser hat auf eine Stellungnahme dazu verzichtet (act. 17). Seine Eingabe ist unbeachtlich.

3.
Der Sachverhalt kann vor Bundesgericht nur gerügt werden, wenn ihn die Vorinstanz offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV festgestellt hat. Willkür liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dass eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint, genügt nicht (BGE 137 I 1 E. 2.4). Die angebliche Willkür ist in der Beschwerde unter Bezugnahme auf den angefochtenen Entscheid präzise zu rügen, und die Rüge ist zu begründen (Art. 106 Abs. 2 BGG). Kritik, wie sie vor einer Instanz mit voller Kognition vorgebracht werden kann, genügt nicht.

Soweit der Beschwerdeführer auf Art. 97 BGG verweist, genügt seine Eingabe den Anforderungen nicht, da sie sich auf appellatorische Kritik beschränkt. So macht er geltend, die Vorwürfe seien nur erhoben worden, um die Kinder seiner Obhut zu entziehen (Beschwerde S. 1). Woraus sich ergeben soll, dass dieser Vorwurf berechtigt und die gegenteilige Annahme der Vorinstanz willkürlich sein könnten, sagt er nicht. Das gelbe Markieren der angeblich unrichtigen Stellen im angefochtenen Urteil ist ohne weitere Erklärungen unbehelflich. Derartige Vorbringen sind unzulässig.

4.
Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz unterliess der seinerzeitige Verteidiger in der Berufungserklärung, eine Entschädigung und Genugtuung für die ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft bzw. für einen allfälligen übermässigen Freiheitsentzug zu beantragen. Vielmehr nahm er bewusst eine Beschränkung der Berufung im Sinne von Art. 399 Abs. 4 StPO vor (Urteil S. 37). Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe an der Berufungsverhandlung einen entsprechenden Antrag gestellt (Beschwerde S. 2). Dieses Vorbringen geht an der Sache vorbei. Gemäss Vorinstanz sind nicht die Anträge an der Verhandlung, sondern diejenigen in der Berufungserklärung ausschlaggebend. Inwieweit diese Auffassung gegen das Recht verstossen könnte, legt der Beschwerdeführer nicht dar.

5.
In Bezug auf die Einziehung der Armeewaffen ist das Urteil der ersten Instanz in Rechtskraft erwachsen (angefochtenes Urteil S. 40). Der Beschwerdeführer ist mit seiner Rüge, die Einziehung sei nicht nachvollziehbar (Beschwerde S. 2), nicht zu hören.

6.
Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Er macht geltend, er sei mittellos (Beschwerde S. 2). Das Vorbringen ist als Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege entgegenzunehmen. Dieses ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, 4. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Mai 2013

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Einzelrichter: Schneider

Der Gerichtsschreiber: Monn

Parole chiave

criminal appealinadmissibilityarbitrarinesslegal aidcourt costsappellatory criticismconfiscation

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint satisfied the requirements for challenging factual findings as arbitrary or manifestly incorrect.

Decisione estratta

It did not; the submissions were merely appellatory and failed to substantiate arbitrariness with reference to the contested judgment.

Motivazione estratta

The appellant did not show, with precise arguments, why the appellate court's findings were obviously wrong under Art. 97 BGG or arbitrary under Art. 9 BV; yellow highlighting and general assertions were insufficient.

Questione giuridica chiave

Whether the appellant could claim compensation and moral satisfaction for detention or excessive deprivation of liberty.

Decisione estratta

No; the relevant request had not been made in the statement of appeal, and the appellant's later oral request could not cure that omission.

Motivazione estratta

The court relied on the appellate court's finding that the defense had intentionally limited the appeal under Art. 399(4) StPO; only the requests in the statement of appeal were decisive.

Questione giuridica chiave

Whether the seizure of army weapons could be challenged before the Federal Supreme Court.

Decisione estratta

No; that part of the first-instance judgment had entered into force and was no longer open to review.

Motivazione estratta

Because the confiscation order was final, the complaint was inadmissible on this point.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid should be granted for the federal proceedings.

Decisione estratta

No; the complaint had no prospects of success.

Motivazione estratta

Under Art. 64 BGG, legal aid is denied where the request appears hopeless; this was the case here.

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