No standing to challenge dismissal of embezzlement investigation

6B_1087/2010Tribunale federale / Divisione penale24 gen 2011Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court held that the complainant lacked standing to challenge the discontinuation of an embezzlement investigation. He was neither a private prosecutor nor a victim within the meaning of the Victim Assistance Act, and as a merely injured party he could only raise formal complaints, not arguments going to the merits. Because his submissions required substantive review, the Court did not enter into the appeal under Art. 108 BGG. The appellant was ordered to pay CHF 800 in court costs.

Massima Omnilex

Art. 81 BGG a.F.; standing of an injured party to challenge the discontinuance of criminal proceedings for embezzlement; the injured party who is neither private prosecutor nor victim under the OHG may invoke only rights of a formal nature that are severable from the merits. Complaints requiring substantive review are inadmissible. Where the appeal is not entered into, court costs are borne by the unsuccessful appellant under Art. 66 Abs. 1 BGG (consid. 2–3).

Testo completo

{T 0/2}
6B_1087/2010

Urteil vom 24. Januar 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Lämmli,
Beschwerdeführer,

gegen

  1. Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau, Staubeggstrasse 8, 8510 Frauenfeld,
  2. A.________,
    Beschwerdegegner.

Gegenstand
Einstellungsverfügung (Veruntreuung),

Beschwerde gegen den Entscheid der Anklagekammer des Kantons Thurgau vom 24. August 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der angefochtene Entscheid datiert vom 24. August 2010, und die Beschwerde vom 23. Dezember 2010 ging am Bundesgericht am 24. Dezember 2010 ein. In Bezug auf die Frage der Legitimation ist Art. 81 BGG in der bis zum 31. Dezember 2010 geltenden Fassung anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG).

2.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass eine Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner 2 wegen Veruntreuung eingestellt und im angefochtenen Entscheid eine dagegen gerichtete Beschwerde abgewiesen wurden.

Da die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt war (s. angefochtenen Entscheid S. 4 Ziff. 4), ist der Beschwerdeführer indessen nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Da er durch die angezeigte Veruntreuung in seiner körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität nicht unmittelbar beeinträchtigt wurde, ist er auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG. Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, war er nach dem alten Recht zur vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 136 IV 29).

Der Geschädigte konnte nur die Verletzung von Rechten rügen, die ihm als am Verfahren beteiligte Partei nach dem massgebenden Prozessrecht oder unmittelbar aufgrund der Verfassung zustehen. Zulässig waren Rügen, die formeller Natur sind und von der Prüfung der Sache selber getrennt werden können. Denn auf eine solche Prüfung in der Sache haben nicht Legitimierte keinen Anspruch (BGE 136 IV 29, 120 Ia 101 E. 3b, 119 Ib 205 E. 3).

Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Anwendung von § 74 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Thurgau. Die kantonalen Behörden hätten nicht alle sachlichen und persönlichen Umstände abgeklärt, welche für eine Anklageerhebung von Bedeutung sein könnten. Aus diesem Grund seien sie zu Unrecht zum Schluss gekommen, dass zureichende Gründe für eine weitere Strafverfolgung fehlten (Beschwerde S. 2/3). Die Beurteilung dieses Vorwurfs bedürfte einer Prüfung der Sache selber. Darauf hatte der Beschwerdeführer nach dem alten Recht keinen Anspruch. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Beschwerdegegner 2 ist keine Entschädigung auszurichten, weil er vor Bundesgericht keine Umtriebe hatte.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Anklagekammer des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. Januar 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre C. Monn

Parole chiave

standinginadmissibilityinjured partyprivate prosecutorvictim statusformal complaintcriminal procedurecourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complainant had standing to challenge the dismissal of the embezzlement investigation.

Decisione estratta

He lacked standing under the former version of Art. 81 BGG because he was neither a private prosecutor nor a victim under the Victim Assistance Act, and as an injured party he could invoke only formal rights.

Motivazione estratta

The cantonal prosecution office had participated in the proceedings, excluding private-prosecutor status. The alleged embezzlement did not directly affect the complainant's physical, psychological, or sexual integrity, so victim status was absent. His criticism concerned only the merits of the case, which he was not entitled to have reviewed.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal could be examined under Art. 108 BGG despite the standing defect.

Decisione estratta

No; because the challenge required review of the merits, the Court would not enter into the appeal.

Motivazione estratta

Under the old law, a non-victim injured party could raise only separable formal complaints, not arguments requiring substantive examination.

Questione giuridica chiave

Allocation of court costs.

Decisione estratta

The appellant had to bear the federal court costs of CHF 800.

Motivazione estratta

Costs follow the unsuccessful appeal; no compensation was awarded to the respondent because no effort before the Federal Supreme Court was shown.

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