Non-entry on insufficiently reasoned constitutional complaint

5D_88/2009Tribunale federale / II divisione civile2 lug 2009Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court held that the subsidiary constitutional complaint was inadmissible because the complainant failed to engage with the decisive reasoning of the Cantonal Court of St. Gallen and did not set out, in a constitutionally sufficient manner, which rights had been violated. The Court therefore entered no merits review. As the losing party, the complainant was ordered to pay court costs of CHF 700. The decision was rendered in simplified procedure by the president of the II. Civil Law Division.

Massima Omnilex

Art. 113 ff., 116, 117 and 106 Abs. 2 BGG; admissibility of the subsidiäre Verfassungsbeschwerde and pleading burden: The complaint must, by reference to the reasons of the cantonal decision, set out clearly and in detail which constitutional rights were infringed and in what respect. A mere general criticism or failure to address the decisive considerations leads to non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. In proceedings governed by Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG, simplified procedure applies; the losing party bears the costs pursuant to Art. 66 Abs. 1 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
5D_88/2009

Urteil vom 2. Juli 2009
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Z.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Nachbarrecht.

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 29. Mai 2009 des Kantonsgerichts St. Gallen (Präsident der I. Zivilkammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 29. Mai 2009 des Kantonsgerichts St. Gallen, das auf eine Rechtsverweigerungsbeschwerde der Beschwerdeführerin gegen die Abweisung ihre Klage (auf Verpflanzung eines Apfelbaums auf dem Grundstück des Beschwerdegegners sowie auf Zahlung von Fr. 3'285.10 Schadenersatz) nicht eingetreten ist,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Kantonsgerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe der Beschwerdeführerin als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Kantonsgericht im Entscheid vom 29. Mai 2009 erwog, die Beschwerdeführerin lege in ihrer Rechtsverweigerungsbeschwerde nicht dar, weshalb der Entscheid der ersten Instanz (welche auf die Klage zufolge res iudicata nicht eingetreten war und diese, soweit die Schadenersatzforderung Fr. 2'715.10 überstieg, mangels Substantiierung abgewiesen hatte) offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich sein soll,
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht auf die entscheidenden kantonsgerichtlichen Erwägungen eingeht,

dass sie erst recht nicht nach den erwähnten gesetzlichen Anforderungen anhand dieser Erwägungen aufzeigt, inwiefern der Entscheid vom 29. Mai 2009 verfassungswidrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 2. Juli 2009
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Parole chiave

constitutional complaintadmissibilityreasoning requirementnon-entrycourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned to be admissible.

Decisione estratta

The complaint did not address the decisive cantonal reasoning and did not clearly and specifically show which constitutional rights were violated.

Motivazione estratta

In a subsidiary constitutional complaint, constitutional violations must be pleaded and substantiated with reference to the cantonal decision; mere disagreement is insufficient. Because the appellant failed to engage with the relevant reasoning, the Court could not enter into the merits.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be imposed on the unsuccessful complainant.

Decisione estratta

Costs were imposed on the complainant as the losing party.

Motivazione estratta

Under the general costs rule, the unsuccessful party bears the court costs.

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