Non-entry on constitutional complaint against definitive debt enforcement

5D_86/2013Tribunale federale / II divisione civile16 apr 2013Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court dealt with a constitutional complaint against a cantonal judgment confirming definitive debt enforcement for tax debts. It held that only the cantonal appellate decision could be challenged, not the first-instance ruling or unrelated prior administrative decisions. The complaint did not engage with the decisive reasoning of the Obergericht and failed to identify specific constitutional violations with the required clarity and detail. The Court therefore did not enter into the matter, denied free legal aid because the case was hopeless, and imposed court costs of CHF 300 on the appellant.

Massima Omnilex

Art. 113, 116, 117 and 108 BGG; admissibility and reasoning requirements of the subsidiary constitutional complaint; a complaint is inadmissible where it attacks non-appealable decisions or fails to address the decisive cantonal reasoning and to plead constitutional violations clearly and in detail. The Federal Supreme Court may decline entry in simplified procedure where the formal requirements of Art. 42 and 106 Abs. 2 BGG are not met; hopelessness excludes free legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG. In debt-enforcement matters below the value threshold, the subsidiary constitutional complaint is the only available federal remedy against the final cantonal decision (consid. 1-3).

Testo completo

{T 0/2}
5D_86/2013

Urteil vom 16. April 2013
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Stadt A.________,
vertreten durch das Steueramt der Stadt Frauenfeld, Freie Strasse 3, Postfach, 8501 Frauenfeld,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 6. März 2013 des Obergerichts des Kantons Thurgau.

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 6. März 2013 des Obergerichts des Kantons Thurgau, das eine Beschwerde der Beschwerdeführerin gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an die Beschwerdegegnerin für Fr. 1'703.30 und Fr. 1'618.85 (nebst Zinsen und Kosten) abgewiesen hat, soweit es darauf eingetreten ist, und den erstinstanzlichen Entscheid bestätigt hat,
in das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe der Beschwerdeführerin als solche entgegengenommen worden ist,
dass die Verfassungsbeschwerde, die sich nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide richten kann (Art. 113 BGG), zum Vornherein unzulässig ist, soweit die Beschwerdeführerin auch den erstinstanzlichen Rechtsöffnungsentscheid anficht,
dass die Verfassungsbeschwerde ebenso unzulässig ist, soweit die Beschwerdeführerin weitere Entscheide als den vorliegend allein anfechtbaren Entscheid des Obergerichts vom 6. März 2013, insbesondere drei Entscheide des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau aus dem Jahr 2012 beanstandet (Art. 100 Abs. 1 BGG),
dass sodann in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht des Kantons Thurgau im Entscheid vom 6. März 2013 erwog, die Betreibungsforderungen (Staats- und Gemeindesteuern 2010/2011) beruhten auf rechtskräftigen Steuerveranlagungen sowie Schlussrechnungen und damit auf definitiven Rechtsöffnungstiteln (Art. 80 Abs. 1 SchKG), der Rechtsöffnungsrichter dürfe die Steuerrechnungen nicht auf ihre Richtigkeit hin überprüfen, zulässige Einwendungen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 SchKG würden keine nachgewiesen, die Steuerrechnungen 2006 bis 2009 seien im Rechtsöffnungsverfahren betreffend die Steuern 2010/2011 ohne Belang, die erste Instanz habe die Rechtsöffnung zu Recht erteilt, deren Entscheid sei zu bestätigen,
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass sie erst recht nicht anhand dieser Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Entscheid des Obergerichts vom 6. März 2013 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige bzw. keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist,
dass der Beschwerdeführerin in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und das präsidierende Abteilungsmitglied zuständig ist,
erkennt das präsidierende Mitglied:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. April 2013

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Escher

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Parole chiave

debt enforcementdefinitive enforcementconstitutional complaintadmissibilityreasoning requirementslegal aidcourt coststax claims

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the constitutional complaint against the cantonal judgment was admissible.

Decisione estratta

The complaint was inadmissible because it did not challenge the cantonal reasoning with the required specificity and also attacked non-appealable or earlier decisions.

Motivazione estratta

Only constitutional complaints against final cantonal decisions are admissible; the appellant failed to show specific constitutional violations in a clear and detailed manner based on the appellate reasoning.

Questione giuridica chiave

Whether the request for free legal aid should be granted.

Decisione estratta

Free legal aid was denied because the complaint had no prospects of success.

Motivazione estratta

Since the constitutional complaint was obviously inadmissible or insufficiently reasoned, it was hopeless within the meaning of the law.

Questione giuridica chiave

Allocation of court costs.

Decisione estratta

Court costs were imposed on the losing appellant.

Motivazione estratta

The unsuccessful party bears the costs.

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