Non-entry into constitutional complaint for insufficient reasoning

5D_78/2010Tribunale federale / II divisione civile14 giu 2010Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint against a cantonal ruling granting definitive debt enforcement for CHF 7,505 plus interest. It held that the complaint did not meet the strict reasoning requirements because the complainant did not invoke constitutional rights and did not explain, with reference to the cantonal reasoning, why the decision was unconstitutional. The court therefore did not enter into the complaint and ordered the complainant to pay court costs of CHF 1,000.

Massima Omnilex

Art. 113 ff., 116, 117 in conjunction with Art. 106(2) and Art. 108(1)(b) BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde; admissibility and reasoning requirements. A subsidiary constitutional complaint is admissible only for the violation of constitutional rights, which must be pleaded and substantiated in a clear and detailed manner by reference to the decisive reasoning of the cantonal judgment. Mere factual assertions, even if accompanied by numerous exhibits, do not satisfy the requirement of qualified reasoning and lead to non-entry under Art. 108(1)(b) BGG. In such simplified proceedings, the losing party bears the costs under Art. 66(1) BGG.

Testo completo

{T 0/2}
5D_78/2010

Urteil vom 14. Juni 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
vertreten durch Fürsprecher Dr. Peter Conrad,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau (Zivilgericht, 5. Kammer) vom 27. April 2010.

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil vom 27. April 2010 des Obergerichts des Kantons Aargau, das (in teilweiser Gutheissung einer Beschwerde des Beschwerdeführers) der Beschwerdegegnerin gegenüber dem Beschwerdeführer die definitive Rechtsöffnung für Fr. 7'505.-- (nebst Zins) erteilt hat,

in Erwägung,
dass gegen das in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangene Urteil des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Urteil vom 27. April 2010 (soweit für das vorliegende Verfahren erheblich) erwog, die Rechtsöffnungsforderung beruhe auf einem rechtskräftigen Urteil vom 25. September 2006 des Obergerichts des Kantons Aargau (93'983 Franken Unterhaltsbeiträge an die Frau) und damit auf einem definitiven Rechtsöffnungstitel, die Beschwerdegegnerin anerkenne die Bezahlung von Fr. 86'478.-- durch den Beschwerdeführer, dieser behaupte zwar, "den geforderten Zahlungen zu 100 % nachgekommen" zu sein, erbringe jedoch den (nach Art. 81 Abs. 1 SchKG) für die Annahme der behaupteten Tilgung erforderlichen Urkundenbeweis nicht, weshalb für die ausstehende Forderungsrestanz die definitive Rechtsöffnung zu erteilen sei,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht keine Verfassungsbestimmungen anruft,
dass er erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen anhand der entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen aufzeigt, inwiefern das Urteil des Obergerichts vom 27. April 2010 verfassungswidrig sein soll,
dass es insbesondere nicht genügt, auch vor Bundesgericht Tilgung zu behaupten und pauschal auf zahlreiche Schriftstücke zu verweisen,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. Juni 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Parole chiave

debt enforcementdefinitive legal openingsubsidiary constitutional complaintadmissibilityreasoning requirementconstitutional rightscourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned to be admissible.

Decisione estratta

No. The complainant failed to invoke any constitutional rights and did not substantiate a violation with reference to the cantonal court's reasoning.

Motivazione estratta

In a subsidiary constitutional complaint, constitutional rights must be pleaded and specifically reasoned. A mere assertion of payment and blanket reference to documents is insufficient.

Questione giuridica chiave

Whether costs should be imposed on the unsuccessful complainant.

Decisione estratta

Yes. The losing complainant must bear the court costs.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome under the Federal Supreme Court Act.

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