Subsidiary constitutional complaint inadmissible for insufficient reasoning

5D_196/2011Tribunale federale / II divisione civile1 nov 2011Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court held that the complainant's subsidiary constitutional complaint against the cantonal decision confirming definitive debt enforcement was inadmissible because it did not meet the strict reasoning requirements for alleging constitutional violations. The complaint merely attacked the underlying criminal proceedings and did not address the cantonal court's actual reasoning. As the complaint was hopeless, legal aid was refused. Court costs of CHF 300 were imposed on the complainant.

Massima Omnilex

Art. 116, 117 in conjunction with Art. 106(2) and Art. 108(1)(b) BGG; subsidiary constitutional complaint: strict duty of reasoning. The complainant must, by reference to the cantonal decision, specifically and clearly demonstrate which constitutional rights were violated and in what respect. Mere criticism of the underlying proceedings or of the substantive correctness of an enforceable title is insufficient. If this burden is not met, the complaint is inadmissible in simplified procedure. A hopeless complaint does not justify legal aid under Art. 64(1) BGG; the unsuccessful party bears costs under Art. 66(1) BGG.

Testo completo

{T 0/2}
5D_196/2011

Urteil vom 1. November 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staat Appenzell Ausserrhoden, Gerichtskasse Appenzell AR, Landsgemeindeplatz 5, 9043 Trogen,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung.

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 21. Oktober 2011 des Kantonsgerichts St. Gallen (Einzelrichter für Beschwerden SchKG).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 21. Oktober 2011 des Kantonsgerichts St. Gallen, das eine Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an den Beschwerdegegner für Fr. 2'737.-- (Busse und Verfahrenskosten auf Grund eines rechtskräftigen Urteils des Obergerichts Appenzell A.Rh. vom 18. Oktober 2010) abgewiesen hat, soweit es darauf eingetreten ist,
in das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (einschliesslich Rechtsvertretung),

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Kantonsgerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Kantonsgericht im Entscheid vom 21. Oktober 2011 erwog, einerseits genüge die - weder einen substantiierten Antrag noch eine substantiierte Begründung enthaltende - Beschwerde, die keine Auseinandersetzung mit dem erstinstanzlichen Entscheid aufweise, den formellen Anforderungen an eine zulässige Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO nicht, anderseits habe die Vorinstanz zu Recht die definitive Rechtsöffnung erteilt, beruhe doch die Forderung auf einem definitiven Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 80 SchKG und erwiesen sich die Einwendungen des Beschwerdeführers nach Art. 81 Abs. 1 SchKG als unbeachtlich, zufolge Verzichts auf Gerichtskosten sei das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden kantonsgerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass es insbesondere nicht genügt, das dem Rechtsöffnungsverfahren vorausgegangene Strafverfahren zu kritisieren und einen Pflichtverteidiger im Strafverfahren zu fordern, zumal im Rechtsöffnungsverfahren die sachliche Richtigkeit des Rechtsöffnungstitels nicht überprüft werden kann,
dass der Beschwerdeführer erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert anhand der kantonsgerichtlichen Erwägungen aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Entscheid des Kantonsgerichts vom 21. Oktober 2011 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass dem Beschwerdeführer in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. November 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Parole chiave

constitutional complaintadmissibilityreasoning requirementdefinitive debt enforcementlegal aidcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned to be admissible

Decisione estratta

No. The filing did not engage with the cantonal court's reasoning and did not clearly identify any constitutional rights violated.

Motivazione estratta

A subsidiary constitutional complaint must specifically and concretely show, by reference to the cantonal reasoning, which constitutional rights were violated and how. General criticism of the underlying criminal case or the debt-enforcement title is insufficient.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid should be granted for the constitutional complaint

Decisione estratta

No. The complaint had no prospects of success.

Motivazione estratta

Because the constitutional complaint was manifestly insufficiently reasoned and therefore inadmissible, it was hopeless within the meaning of Art. 64 BGG.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be imposed on the complainant

Decisione estratta

Yes. The losing complainant had to bear the costs.

Motivazione estratta

Under Art. 66(1) BGG, the unsuccessful party is liable for costs.

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