Non-entry on constitutional complaint; abusive recusal requests

5D_176/2011Tribunale federale / II divisione civile29 set 2011Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint against a district court judgment on the objection for lack of new assets in debt enforcement. It refused to hear several abusive recusal requests, held that parts of the filing attacked non-appealable district court letters, and found the constitutional complaint insufficiently reasoned because it did not engage with the decisive district-court reasoning. The complaint was therefore not entered into. Legal aid was denied due to lack of prospects of success, court costs of CHF 200 were imposed on the appellant, and no compensation or satisfaction was awarded.

Massima Omnilex

Art. 117 BGG i.V.m. Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b/c BGG; subsidiary constitutional complaint: strict reasoning requirements and non-entry for insufficiently substantiated or abusive filings. A constitutional complaint must, by reference to the decisive considerations of the cantonal decision, set out in a detailed and specific manner which constitutional rights were violated and how. Mere assertions, collateral attacks on non-appealable letters, and filings serving to obstruct proceedings do not satisfy the admissibility requirements. Repetitive, generic recusal motions may be rejected as abusive. Legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG is unavailable where the appeal is hopeless.

Testo completo

{T 0/2}
5D_176/2011

Urteil vom 29. September 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Rechtsvorschlag mangels neuen Vermögens,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil vom 8. Juli 2011 des Bezirksgerichts Zürich (Einzelgericht Audienz).

Nach Einsicht:
in die als Verfassungsbeschwerde entgegengenommene Eingabe u.a. gegen das Urteil vom 8. Juli 2011 des Bezirksgerichts Zürich, das festgestellt hat, dass die vom Beschwerdeführer (in der Betreibung der Beschwerdegegnerin) erhobene Einrede des fehlenden neuen Vermögens unzulässig sei und deshalb kein Hindernis für die Fortsetzung der Betreibung darstelle,

in Erwägung,
dass gegen das in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangene Urteil des (als einzige kantonale Instanz entscheidenden: Art. 265a Abs. 1 SchKG) Bezirksgerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass auf die pauschalen, allein zum Zweck der Blockierung der Justiz gestellten und damit missbräuchlichen Ausstandsbegehren des Beschwerdeführers u.a. gegen (an früheren Urteilen gegen den Beschwerdeführer beteiligte) Bundesrichter(innen) nicht eingetreten wird (BGE 111 Ia 148 E. 2, 105 Ib 301 E. 1c und d), zumal die Mitwirkung dieser Personen an solchen Urteilen ohnehin nicht geeignet wäre, sie als befangen erscheinen zu lassen (BGE 114 Ia 278 E. 1, 105 Ib 301 E. 1c),
dass die Verfassungsbeschwerde zum Vornherein unzulässig ist, soweit der Beschwerdeführer darin blosse Schreiben des Bezirksgerichts vom 14. Juni und 27. Juli 2011, die keine anfechtbaren Entscheide darstellen, mitanficht,
dass sodann die Zulässigkeit der subsidiären Verfassungsbeschwerde voraussetzt (Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG), dass in der Beschwerdeschrift die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorgebracht und begründet (Art. 116 und 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert dargelegt wird, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399),
dass das Bezirksgericht im (vorliegend allein anfechtbaren) Urteil vom 8. Juli 2011 erwog, die Einrede des fehlenden neuen Vermögens setze die Entstehung der Betreibungsforderung vor der Konkurseröffnung voraus, der Konkurs über den Beschwerdeführer sei am 3. August 1995 eröffnet und am 22. Dezember 2003 geschlossen worden, bei der Betreibungsforderung der Beschwerdegegnerin handle es sich indessen um eine (lange nach Abschluss des Konkurses entstandene) Beitragsforderung für die Periode vom 1. Oktober 2010 bis zum 31. Dezember 2010, die Aufforderung an den Beschwerdeführer zu Angaben (über den Entstehungszeitpunkt der Forderung und einen allenfalls nachfolgenden weiteren Konkurs) sei vom Beschwerdeführer nicht abgeholt worden und gelte daher als zugestellt, mangels Angaben des Beschwerdeführers sei androhungsgemäss festzustellen, dass seine Einrede des mangelnden neuen Vermögens unzulässig sei,
dass zwar der Beschwerdeführer vor Bundesgericht Verfassungs- und EMRK-Verletzungen behauptet,
dass er jedoch nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden bezirksgerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass er erst recht nicht nach den erwähnten gesetzlichen Anforderungen anhand dieser Erwägungen aufzeigt, inwiefern das Urteil des Bezirksgerichts verfassungs- bzw. EMRK-widrig sein soll,
dass der Beschwerdeführer ausserdem einmal mehr missbräuchlich prozessiert (Art. 42 Abs. 7 BGG),
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende und überdies missbräuchliche - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit b und c BGG nicht einzutreten ist, womit das Gesuch des Beschwerdeführers um aufschiebende Wirkung gegenstandslos wird,
dass das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren in Anbetracht der Aussichtslosigkeit seiner Eingabe abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG), zumal es sowohl vor der Bundesverfassung (Art. 29 Abs. 3 BV) wie auch vor der EMRK (Mark E. Villiger, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Auflage, Zürich 1999, S. 275 Rz. 433) standhält, die unentgeltliche Rechtspflege für aussichtslose Verfahren zu verweigern,
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG) und weder eine Entschädigung noch eine Genugtuung zugesprochen erhält,
dass in den Fällen des Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren (ohne Parteiverhandlung) zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
dass sich das Bundesgericht in dieser Sache vorbehält, allfällige weitere Eingaben in der Art der bisherigen, namentlich missbräuchliche Revisionsgesuche ohne Antwort abzulegen,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Ausstandsbegehren wird nicht eingetreten.

2.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

4.
Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

5.
Dem Beschwerdeführer wird weder eine Entschädigung noch eine Genugtuung zugesprochen.

6.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Bezirksgericht Zürich (Einzelgericht Audienz) schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. September 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Parole chiave

debt enforcementnew assetsconstitutional complaintinadmissibilityreasoned appealrecusallegal aidcourt costsabusive litigation

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the recusal requests against federal judges should be entertained

Decisione estratta

The recusal requests were manifestly abusive and were not entertained.

Motivazione estratta

The requests were generic, aimed at blocking justice, and concerned judges who had participated in earlier cases against the appellant; such prior participation did not create an appearance of bias.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal against the district court's letters was admissible

Decisione estratta

The complaint was inadmissible insofar as it targeted letters that were not appealable decisions.

Motivazione estratta

Only appealable judicial decisions may be challenged; the district court letters of 14 June and 27 July 2011 did not qualify as such.

Questione giuridica chiave

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned

Decisione estratta

The complaint did not meet the strict reasoning requirements for a subsidiary constitutional complaint.

Motivazione estratta

The appellant did not engage with the district court's decisive reasoning and failed to show, in a detailed and constitutionally grounded manner, how the judgment violated constitutional or ECHR rights.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid should be granted for the federal proceedings

Decisione estratta

Legal aid was denied because the filing was hopeless.

Motivazione estratta

A party may be refused legal aid where the request lacks prospects of success; the court held this was compatible with constitutional and ECHR standards.

Questione giuridica chiave

Costs and compensation

Decisione estratta

Court costs were imposed on the appellant, and no compensation or satisfaction was awarded.

Motivazione estratta

As the losing party, the appellant had to bear the court costs.

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