Non-entry on constitutional complaint in debt-enforcement matter

5D_158/2011Tribunale federale / II divisione civile14 set 2011Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court dealt with a subsidiary constitutional complaint against an Obergericht decision in a debt-enforcement matter concerning an objection of lack of new assets. It held that only the cantonal appellate judgment could be challenged, that the request for satisfaction was inadmissible, and that the complaint did not meet the strict substantiation requirements for constitutional grievances. The filing was also considered abusive because it served only to delay enforcement. The Court therefore did not enter into the complaint, denied free legal aid for lack of prospects, and imposed CHF 200 in costs on the appellant without awarding party compensation.

Massima Omnilex

Art. 113 ff., 106 Abs. 2, 108 Abs. 1 lit. a-c, 117 BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde: Zulässigkeit und Begründungsanforderungen; die Beschwerde kann nur gegen den angefochtenen kantonalen Entscheid gerichtet werden, nicht gegen frühere Vorinstanzen. Rügen verfassungsmässiger Rechte sind anhand der entscheidenden Erwägungen klar, detailliert und substanziiert vorzubringen; pauschale Hinweise auf Verfassung oder EMRK genügen nicht. Missbräuchliche, bloss verzögernde Eingaben rechtfertigen Nichteintreten. Unentgeltliche Rechtspflege ist bei Aussichtslosigkeit zu verweigern.

Testo completo

{T 0/2}
5D_158/2011

Urteil vom 14. September 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Einrede des fehlenden neuen Vermögens,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil und den Beschluss vom 26. Mai 2011 des Obergerichts des Kantons Zürich (I. Zivilkammer).

Nach Einsicht:
in die als Verfassungsbeschwerde entgegengenommene Eingabe gegen das Urteil und den Beschluss vom 26. Mai 2011 des Obergerichts des Kantons Zürich, das dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (zufolge Aussichtslosigkeit) verweigerte und auf dessen Beschwerde gegen ein erstinstanzliches Urteil (Unzulässigerklärung der Einrede des fehlenden neuen Vermögens des Beschwerdeführers in einer Betreibung für eine Forderung von Fr. 409.40) nicht eintrat,

In Erwägung:
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass die Verfassungsbeschwerde zum Vornherein unzulässig ist, soweit der Beschwerdeführer darin andere Entscheide (insbesondere das erstinstanzliche Urteil) als den obergerichtlichen Entscheid vom 26. Mai 2011 anficht (Art. 113 BGG sowie Art. 114 BGG i.V.m. Art. 75 BGG bzw. Art. 117 BGG i.V.m. Art. 100 BGG),
dass die Verfassungsbeschwerde auch insoweit unzulässig ist, als der Beschwerdeführer Genugtuung fordert, weil diese Forderung weder Gegenstand des kantonalen Verfahrens bildete noch Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens sein kann,
dass sodann die Zulässigkeit der subsidiären Verfassungsbeschwerde voraussetzt (Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG), dass in der Beschwerdeschrift die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorgebracht und begründet (Art. 116 und 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert dargelegt wird, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399),
dass das Obergericht erwog, gegen den erstinstanzlichen Entscheid stehe gemäss Art. 265a Abs. 1 SchKG kein kantonales Rechtsmittel offen, auf die Beschwerde des Beschwerdeführers an das Obergericht sei daher nicht einzutreten, dieser habe jedoch die Möglichkeit der ordentlichen Klage auf Bestreitung des neuen Vermögens (Art. 265a Abs. 4 SchKG),
dass zwar der Beschwerdeführer vor Bundesgericht u.a. Verfassungs- und EMRK-Verletzungen behauptet,
dass er jedoch nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass er erst recht nicht nach den erwähnten gesetzlichen Anforderungen anhand dieser Erwägungen aufzeigt, inwiefern der obergerichtliche Entscheid vom 26. Mai 2011 verfassungs- bzw. EMRK-widrig sein soll,
dass der Beschwerdeführer ausserdem einmal mehr allein zum Zweck der Verzögerung der Zwangsvollstreckung und damit missbräuchlich prozessiert (Art. 42 Abs. 7 BGG),
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige bzw. keine hinreichende Begründung enthaltende und überdies missbräuchliche - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. a bis c BGG nicht einzutreten ist, womit das Gesuch des Beschwerdeführers um aufschiebende Wirkung gegenstandslos wird,
dass das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren in Anbetracht der Aussichtslosigkeit seiner Eingabe abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG), zumal es sowohl vor der Bundesverfassung (Art. 29 Abs. 3 BV) wie auch vor der EMRK (Mark E. Villiger, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Auflage, Zürich 1999, S. 275 Rz. 433) standhält, die unentgeltliche Rechtspflege für aussichtslose Verfahren zu verweigern,
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG) und keine Parteientschädigung zugesprochen erhält,
dass in den Fällen des Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren (ohne Parteiverhandlung) zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
dass mit dem Beschwerdeentscheid die weiteren Verfahrensanträge des Beschwerdeführers gegenstandslos werden,
dass sich das Bundesgericht in dieser Sache vorbehält, allfällige weitere Eingaben in der Art der bisherigen, namentlich missbräuchliche Revisionsgesuche ohne Antwort abzulegen,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dem Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich (I. Zivilkammer) schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. September 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Parole chiave

constitutional complaintnon-entrysubsidiary appealdebt enforcementnew assetslegal aidabusive litigationsubstantiationcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the constitutional complaint could challenge decisions other than the cantonal appellate judgment of 26 May 2011.

Decisione estratta

Only the cantonal appellate judgment was open to review; attacks on other decisions were inadmissible.

Motivazione estratta

The Federal Supreme Court held that the subsidiary constitutional complaint lies only against the challenged cantonal decision, not against earlier first-instance rulings.

Questione giuridica chiave

Whether the request for satisfaction could be heard in this federal proceeding.

Decisione estratta

The request for satisfaction was inadmissible.

Motivazione estratta

It had not been part of the cantonal proceedings and could not be introduced for the first time before the Federal Supreme Court.

Questione giuridica chiave

Whether the constitutional complaint met the requirement to substantiate constitutional grievances.

Decisione estratta

The complaint was insufficiently reasoned.

Motivazione estratta

The appellant did not engage with the decisive reasoning of the cantonal court and did not show in a concrete and detailed way which constitutional or ECHR rights were violated and how.

Questione giuridica chiave

Whether the filing was abusive and intended to delay enforcement.

Decisione estratta

The court treated the filing as abusive.

Motivazione estratta

The appellant again litigated solely to delay execution, which justified refusal to enter into the merits.

Questione giuridica chiave

Whether free legal aid for the federal proceedings should be granted.

Decisione estratta

Legal aid was refused because the filing had no prospects of success.

Motivazione estratta

Given the manifest inadmissibility and lack of sufficient reasoning, the request failed under the standard for legal aid.

Questione giuridica chiave

How the procedural costs and party compensation should be allocated.

Decisione estratta

Court costs were imposed on the appellant and no party compensation was awarded.

Motivazione estratta

As the unsuccessful party, the appellant had to bear the costs; the respondent received no compensation.

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