Non-entry on constitutional complaint; legal aid denied

5D_111/2012Tribunale federale / II divisione civile27 giu 2012Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The complainant sought federal review of a cantonal ruling that had refused her legal aid and suspensive effect in proceedings concerning definitive debt enforcement. The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint, held that it did not meet the strict reasoning requirements, and therefore did not enter into it. Because the complaint was hopeless, legal aid for the federal proceedings was refused. The request for suspensive effect became moot. Court costs of CHF 150 were imposed on the complainant.

Massima Omnilex

Art. 117 in conjunction with Art. 106 para. 2 and Art. 108 para. 1 lit. b BGG; subsidiary constitutional complaint: admissibility requires a clear, detailed and decision-based substantiation of the alleged violation of constitutional rights. A merely appellative submission that does not engage with the decisive reasoning of the cantonal decision is inadmissible. Where the complaint is manifestly unreasoned or hopeless, legal aid under Art. 64 para. 1 BGG is to be refused; the request for suspensive effect becomes moot after a non-entry decision. In simplified proceedings under Art. 117 in conjunction with Art. 108 BGG, the presiding judge may decide alone.

Testo completo

{T 0/2}
5D_111/2012

Urteil vom 27. Juni 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerisches Bundesgericht,
Finanzdienst, 1000 Lausanne 14,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Unentgeltliche Rechtspflege, aufschiebende Wirkung (definitive Rechtsöffnung).

Verfassungsbeschwerde gegen die Verfügung vom 8. Mai 2012 des Kantonsgerichts Basel-Landschaft (Abteilung Zivilrecht).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen die Verfügung vom 8. Mai 2012 des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, das ein Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege (für ihre Beschwerde gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung für Fr. 1'500.-- nebst Zins an den Beschwerdegegner) ebenso abgewiesen hat wie deren Gesuch um aufschiebende Wirkung und der Beschwerdeführerin eine Frist von 7 Tagen seit Zustellung zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 300.-- angesetzt hat,
in die Gesuche um aufschiebende Wirkung und unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren,

in Erwägung,
dass gegen die in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangene Verfügung des Kantonsgerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe der Beschwerdeführerin (ungeachtet ihrer Bezeichnung als "Klage auf Wiederherstellung der Frist") als Verfassungsbeschwerde entgegengenommen worden ist, zumal ein Gesuch um Wiederherstellung der kantonalen Kostenvorschussfrist (Art. 148 ZPO) ohnehin beim Kantonsgericht hätte eingereicht werden müssen,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Kantonsgericht in der Verfügung vom 8. Mai 2012 erwog, die kantonale Beschwerde der Beschwerdeführerin lasse eine taugliche Begründung, die sich mit dem erstinstanzlichen Entscheid auseinandersetzen würde, vermissen, weshalb dieser Entscheid falsch wäre und abgeändert werden müsse, werde in keiner Weise dargelegt, die Beschwerde erscheine daher aussichtslos, weshalb weder die unentgeltliche Rechtspflege noch die aufschiebende Wirkung gewährt werden könne, die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Mittellosigkeit brauche nicht geprüft zu werden,
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden kantonsgerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass sie erst recht nicht anhand dieser Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch die Verfügung des Kantonsgerichts vom 8. Mai 2012 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass mit dem Beschwerdeentscheid das Gesuch der Beschwerdeführerin um aufschiebende Wirkung gegenstandslos wird,
dass der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und das präsidierende Abteilungsmitglied zuständig ist,
erkennt das präsidierende Mitglied:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 150.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. Juni 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Escher

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Parole chiave

constitutional complaintlegal aidsuspensive effectnon-entryadmissibilityreasoning requirementcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the constitutional complaint was sufficiently reasoned to be admissible

Decisione estratta

No; the filing did not address the decisive cantonal reasoning in a clear and detailed manner and therefore could not be examined.

Motivazione estratta

In a subsidiary constitutional complaint, constitutional rights must be specifically alleged and substantiated against the reasoning of the challenged decision. The submission failed to do so.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid for the federal proceedings should be granted

Decisione estratta

No; because the complaint had no prospects of success, legal aid had to be refused.

Motivazione estratta

Under Art. 64 para. 1 BGG, legal aid is unavailable for an appeal that is manifestly without prospects of success.

Questione giuridica chiave

Whether the request for suspensive effect remained pending

Decisione estratta

It became moot once the court declined to enter into the complaint.

Motivazione estratta

The merits decision on inadmissibility disposed of the request for interim suspension.

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