Admissibility of appeal in inheritance partition with foreign law

5C.102/2003Tribunale federale / II divisione civile25 giu 2003Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The heirs appealed in an inheritance-partition dispute concerning an alleged equalization claim of CHF 122,641.44 against F.X. The testators had chosen Dutch law in their wills, and the cantonal courts applied Dutch inheritance law. The Federal Supreme Court held that, because the dispute was pecuniary, the appeal did not permit review of the substantive application of foreign law. To the extent the appellants attacked the factual findings, the appeal was likewise inadmissible. The Court therefore did not enter into the appeal and imposed a reduced court fee of CHF 2,000 jointly and severally on the appellants.

Massima Omnilex

Art. 90 Abs. 2 IPRG; Art. 43 ff. OG; appeal against the application of foreign law in a pecuniary inheritance dispute. Where the testators validly designate their national law, the cantonal court applies that foreign law. On appeal, the Federal Supreme Court may review the non-application of foreign law or the impossibility of establishing it; however, in pecuniary civil disputes it may not examine whether foreign substantive law was correctly applied. Complaints directed against the cantonal findings of fact are inadmissible in appeal proceedings. If the appeal is not entered into, costs are imposed on the appellants, usually jointly and severally; no party compensation is awarded if no response was ordered.

Testo completo

{T 0/2}
5C.102/2003 /bnm

Urteil vom 25. Juni 2003
II. Zivilabteilung

Besetzung
Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Marazzi,
Gerichtsschreiber Möckli.

Parteien

  1. A.X.________,
  2. B.X.________,
  3. C.X.________,
  4. D.X.________,
  5. E.X.________,
    Kläger und Berufungskläger,
    alle vertreten durch Rechtsanwalt Victor Benovici, Goldgasse 11, 7002 Chur,

gegen

  1. F.X.________,
  2. G.X.________,
  3. H.X.________,
    alle drei vertreten durch Rechtsanwalt Armon Vital, Chasa Suot Vi, 7550 Scuol,
  4. I.X.________,
    Beklagte und Berufungsbeklagte.

Gegenstand
Erbteilung,

Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden, Zivilkammer, vom 2. September 2002.

Sachverhalt:
A.
J.X.________ und K.X.________ haben je ein am 5. Dezember 1980 in niederländischer Sprache notariell beurkundetes Testament hinterlassen und das Erbrecht ihres Heimatstaates Niederlande für anwendbar erklärt. In keinem der Testamente findet sich ein Hinweis, dass irgendein Kind bevorzugt oder benachteiligt werden soll. J.X.________ und K.X.________ starben am 27. Juli 1994 bzw. am 3. September 1995.

Mit Teilungsvertrag vom 10. Mai 1999 haben die Kinder und heutigen Parteien den Nachlass geteilt, mit Ausnahme der "Saldierung des Kontokorrents von F.X.________ in der Pension X.________ AG über Fr. 122'000.-- zugunsten von F.X.________ aus dem Jahre 1985, und die Angelegenheit Y.________ sowie allfällige Gegenforderungen von F.X.________".

Die Familie X.________ hatte 1976 die Aktien der M.________ AG erworben, die auch Eigentümerin des Schlosses T.________ in Z.________ war. Am 26. Januar 1976 wurde der Name der Firma in "Pension X.________ AG" abgeändert und der Sitz nach Z.________ verlegt.

Am 21. März 1979 kaufte F.X.________ die Aktien der "Kurhaus Y._________ AG" mit Sitz in S.________. Diese verpachtete das Hotel Y.________ an die Pension X.________ AG, wobei F.X.________ und dessen Ehefrau zugleich als Geschäftsführer des Hotels beschäftigt wurden. Das Pachtverhältnis wurde auf den 31. Oktober 1982 aufgelöst. Im Geschäftsjahr 1985 löschte die Pension X.________ AG ein gegenüber F.X.________ verbuchtes Guthaben von Fr. 122'641.44.
B.
Mit Klage vom 21. November 2000 begehrten die Kläger die Feststellung, dass F.X.________ einen ausgleichspflichtigen Betrag von Fr. 122'641.44 nebst Zins in die Nachlässe seiner Eltern schulde und demnach jedem klagenden Miterben Fr. 13'626.-- nebst Zins zu bezahlen habe. Mit Urteil vom 7. März 2002 wies das Bezirksgericht Hinterrhein die Klage ab. Die dagegen erhobene Berufung wies das Kantonsgericht von Graubünden, Zivilkammer, in seinem Urteil vom 2. September 2002 ab.
C.
Dagegen haben die Kläger sowohl staatsrechtliche Beschwerde als auch Berufung erhoben. Mit Letzterer verlangen sie die Aufhebung des angefochtenen Urteils sowie die Feststellung, dass F.X.________ einen ausgleichspflichtigen Betrag von Fr. 122'641.44 in die Nachlässe seiner Eltern schulde und deshalb an jeden klagenden Miterben Fr. 13'626.-- zu bezahlen habe. Es ist keine Berufungsantwort eingeholt worden.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss den kantonalen Sachverhaltsfeststellungen haben die Erblasser in ihren Testamenten das Erbrecht ihres Heimatstaates für anwendbar erklärt, was zulässig ist (Art. 90 Abs. 2 IPRG). Folgerichtig hat das Obergericht des Kantons Graubünden die Vorschriften des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Burgerlijk Wetboek) angewandt.

Mit Berufung kann einerseits die Verletzung von Bundesrecht geltend gemacht werden (Art. 43 Abs. 1 OG) und andererseits, der angefochtene Entscheid habe zu Unrecht nicht ausländisches Recht angewandt oder zu Unrecht festgestellt, dessen Ermittlung sei nicht möglich (Art. 43a Abs. 1 OG). Bei nicht vermögensrechtlichen Zivilstreitigkeiten kann ausserdem geltend gemacht werden, der angefochtene Entscheid wende das ausländische Recht nicht richtig an (Art. 43a Abs. 2 OG).

Vorliegend wird - soweit nicht über weite Strecken die kantonale Sachverhaltsfeststellung gerügt wird, was im Berufungsverfahren von vornherein unzulässig ist (Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 63 Abs. 2 OG) - sinngemäss die fehlerhafte Anwendung materiellen Rechts geltend gemacht. Die Erbteilungsklage ist indes vermögensrechtlicher Natur (BGE 112 II 206 E. 1c S. 208; 127 III 396 E. 1b/cc S. 398), weshalb die inhaltlich richtige Anwendung des niederländischen Rechts nach den oben genannten Grundsätzen nicht überprüft werden kann.
2.
Auf die Berufung ist somit nicht einzutreten und den Klägern ist unter solidarischer Haftbarkeit eine reduzierte Gerichtsgebühr aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 und 7 OG). Da keine Berufungsantwort eingeholt worden ist, entfällt praxisgemäss ein Entschädigungsanspruch der obsiegenden Gegenpartei.

Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.
Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird den Klägern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden, Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 25. Juni 2003
Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Parole chiave

inheritance partitionforeign lawadmissibilitypecuniary disputeequalization claimappeal reviewcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the Federal Supreme Court could review the correct application of Dutch inheritance law in this property dispute.

Decisione estratta

It could not review the substantive application of Dutch law in a pecuniary civil dispute on appeal.

Motivazione estratta

Although the testators validly chose Dutch law, the inheritance-partition claim is pecuniary in nature; therefore, the appeal did not allow review of the correct application of foreign law.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal should be entertained despite challenges to the lower court's factual findings.

Decisione estratta

No, because complaints directed against the cantonal findings of fact are inadmissible in appeal proceedings.

Motivazione estratta

The appellants mainly attacked factual findings, which cannot be reviewed on appeal under the applicable rules.

Questione giuridica chiave

Costs of the appeal proceedings

Decisione estratta

The appellants had to bear a reduced court fee jointly and severally; no compensation was awarded to the respondents because no response was requested.

Motivazione estratta

The appeal was not entered into, and the respondents had not been invited to file a response.

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