Late appeal against ICC arbitral award declared inadmissible

4A_318/2012Tribunale federale / I divisione civile26 lug 2012Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The appellant challenged an ICC arbitral award on jurisdiction, but the Swiss Federal Supreme Court held that the award of 1 December 2011 was a final award, not an interim decision. Since it was notified on 9 December 2011, the 30-day appeal period expired on 24 January 2012. The appeal filed via the Swiss diplomatic mission on 21 May 2012 was therefore manifestly late. The Court did not enter upon the appeal and charged the appellant with court costs. No party compensation was awarded to the respondents.

Massima Omnilex

Art. 191 IPRG in conjunction with Art. 100 Abs. 1, Art. 44 Abs. 1, Art. 46 Abs. 1 lit. c, Art. 47 Abs. 1 and Art. 48 Abs. 1 BGG; appeal against an arbitral award is inadmissible if filed after expiry of the non-extendable 30-day period. An award expressly designated as a 'Final Award' and terminating the arbitral proceedings is a final decision, irrespective of a party's later assertion that it misunderstood its character. A request for interpretation does not suspend or restart the appeal deadline. Where the appeal is manifestly late, the Federal Supreme Court does not enter upon it under Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; costs are borne by the appellant under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
4A_318/2012

Urteil vom 26. Juli 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

  1. Y.________ SA,
  2. Z.________ SA,
    beide vertreten durch Rechtsanwälte
    Edy Grignola und Fabio Taborelli,
    Beschwerdegegnerinnen.

Gegenstand
Internationales Schiedsgericht,

Beschwerde gegen den Schiedsspruch des ICC Schiedsgerichts mit Sitz in Lugano vom 1. Dezember 2011.
In Erwägung,
dass die X.________ (Beschwerdeführerin) am 28. Juni 2010 gestützt auf verschiedene Lieferverträge bei der Internationalen Handelskammer (ICC) ein Schiedsverfahren gegen die beiden Gesellschaften Y.________ SA (Beschwerdegegnerin 1) und Z.________ SA, (Beschwerdegegnerin 2) einleitete;
dass die Beschwerdegegnerinnen die Einrede der Unzuständigkeit erhoben, worauf der eingesetzte Einzelschiedsrichter das Verfahren auf die Frage der Zuständigkeit beschränkte;
dass der Einzelschiedsrichter mit "Final Award" vom 1. Dezember 2011 entschied, er sei zur Beurteilung der Schiedsklage gegen die Beschwerdegegnerinnen in einem gemeinsamen Schiedsverfahren nicht zuständig;
dass der Schiedsentscheid vom 1. Dezember 2011 den Parteien am 7. Dezember 2011 zugestellt und am 9. Dezember 2011 von ihnen in Empfang genommen wurde;
dass die Beschwerdeführerin dem Sekretariat des ICC-Gerichtshofs am 28. Dezember 2011 ein Gesuch um Erläuterung ("application for interpretation") des Schiedsentscheids vom 1. Dezember 2011 einreichte;
dass der eingesetzte Einzelschiedsrichter das Erläuterungsgesuch der Beschwerdeführerin mit Entscheid vom 11. April 2012 abwies und entschied, der "Final Award" vom 1. Dezember 2012 brauche weder berichtigt noch erläutert zu werden, wobei er unter anderem erwog, es gehe aus dem Schiedsentscheid unzweideutig hervor, dass es sich dabei um einen Endentscheid handle, der das Schiedsverfahren abschliesse;
dass die Beschwerdeführerin am 21. Mai 2012 der Botschaft der Schweizerischen Eidgenossenschaft in Q.________ zu Handen des Bundesgerichts eine Beschwerde einreichte, in der sie erklärte, den Schiedsentscheid vom 1. Dezember 2011 mit Beschwerde anfechten zu wollen;
dass die Beschwerde gegen einen Schiedsentscheid innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht einzureichen ist (Art. 191 IPRG i.V.m. Art. 100 Abs. 1 BGG), wobei diese Frist nicht erstreckbar ist (Art. 47 Abs. 1 BGG);
dass die Darstellung in der Beschwerde, beim Entscheid vom 1. Dezember 2011 habe es sich nur um einen Zwischenentscheid gehandelt und sie sei erst am 19. April 2012, d.h. mit Erhalt des Erläuterungsentscheids vom 11. April 2012, darüber aufgeklärt worden, dass es sich beim Schiedsentscheid vom 1. Dezember 2011 um einen endgültigen Entscheid handelte, offensichtlich nicht zutrifft;
dass aus dem als "Final Award" bezeichneten Schiedsentscheid vom 1. Dezember 2011 vielmehr klar hervorgeht, dass es sich dabei um einen Endentscheid handelt, der das Schiedsverfahren abschliesst;
dass der angefochtene Schiedsentscheid vom 1. Dezember 2011 der Beschwerdeführerin am 9. Dezember 2011 zuging und die Beschwerdefrist daher am 24. Januar 2012 ablief (Art. 44 Abs. 1, Art. 46 Abs. 1 lit. c und Art. 48 Abs. 1 BGG);
dass die am 21. Mai 2012 der schweizerischen diplomatischen Vertretung übergebene Beschwerdeschrift somit verspätet eingereicht wurde;
dass aus diesen Gründen auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten ist;
dass die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass die Beschwerdegegnerinnen keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung haben, da ihnen aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand erwachsen ist;

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem ICC Schiedsgericht mit Sitz in Lugano schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. Juli 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Leemann

Parole chiave

arbitrationinadmissibilitydeadlinefinal awardjurisdictioninterpretation requestcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal against the ICC arbitral award was filed within the statutory time limit.

Decisione estratta

No. The award was a final award, was notified on 9 December 2011, and the appeal lodged on 21 May 2012 was late.

Motivazione estratta

The award expressly called itself a 'Final Award' and clearly ended the arbitration. The 30-day appeal period under the PILA and the Federal Supreme Court Act therefore expired on 24 January 2012; the later interpretation request did not restart or extend the deadline.

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