Civil appeal inadmissible for new claims and insufficient reasoning

4A_239/2009Tribunale federale / I divisione civile23 giu 2009Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court did not enter into the employee's appeal against the cantonal judgment in an employment dispute concerning termination during the probation period. It held that the request for reintegration measures was a new claim, that parts of the challenge were inadmissible because cantonal remedies had not been exhausted, and that the appeal failed to satisfy the Federal Supreme Court's reasoning requirements. Court costs of CHF 500 were imposed on the appellant, while no party compensation was awarded to the respondent.

Massima Omnilex

Art. 99 Abs. 2, Art. 42 Abs. 2, Art. 75 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. a/b BGG; admissibility and reasoning requirements of the appeal. New relief requests are inadmissible before the Federal Supreme Court. The appeal may challenge only the last cantonal decision; where a party failed to exhaust available cantonal remedies, the corresponding complaints are inadmissible. The appellant must engage with the reasoning of the contested decision and, for constitutional and cantonal-law grievances, raise a qualified and substantiated complaint showing arbitrariness or another constitutional violation. A mere presentation of one's own facts or an unparticularized criticism of cantonal procedural law does not satisfy the duty to state reasons; the court then enters no further examination and may refuse to enter under Art. 108 Abs. 1 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
4A_239/2009

Urteil vom 23. Juni 2009
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiberin Feldmann.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

X.________ AG,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecher Ernst Hauser.

Gegenstand
Arbeitsvertrag; Kündigung innerhalb Probezeit,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts
des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer,
vom 19. März 2009.

In Erwägung,
dass der Gerichtspräsident des Gerichtskreises X Thun die Forderungsklage der Beschwerdeführerin gegen die Beschwerdegegnerin von maximal Fr. 28'904.-- mit Urteil vom 16. September 2008 abwies und das Obergericht des Kantons Bern diesen Entscheid am 19. März 2009 bestätigte sowie auf die anlässlich der Hauptverhandlung gestellten Feststellungsbegehren betreffend Ungültigkeit der Kündigung und Kündigungsschutz nach Gleichstellungsgesetz mangels Rechtsschutzinteresses nicht eintrat und das Feststellungsbegehren betreffend widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung abwies;
dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht beantragt, das Urteil des Obergerichts aufzuheben, die Beschwerdegegnerin zu einer "Schadensbegrenzung durch Wiedereingliederungsmassnahmen" zu verpflichten und im Übrigen an ihrer Klage festhält;
dass im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren neue Begehren unzulässig sind (Art. 99 Abs. 2 BGG), weshalb auf das Begehren, die Beschwerdegegnerin sei zu "einer Schadensbegrenzung durch Wiedereingliederungsmassnahmen" zu verpflichten, von vornherein nicht einzutreten ist;
dass mangels Letztinstanzlichkeit bzw. Ausschöpfung des kantonalen Instanzenzugs (Art. 75 Abs. 1 BGG; BGE 134 III 524 E. 1.3 S. 527) auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist, als die Beschwerdeführerin sinngemäss das erstinstanzliche Urteil anficht bzw. die geltend gemachten Rügen gemäss § 359 des Gesetzes des Kantons Bern vom 7. Juli 1918 über die Zivilprozessordnung (ZPO; BSG 271.1) mit kantonaler Nichtigkeitsbeschwerde dem Plenum des Appellationshofs hätte unterbreiten können;
dass nach Art. 42 Abs. 2 BGG in der Beschwerdeschrift in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, wobei unerlässlich ist, auf die Begründung des angefochtenen Urteils einzugehen und im Einzelnen darzutun, worin eine Verletzung von Bundesrecht liegt, wobei für die Rüge einer Verletzung von Grundrechten sowie von kantonalem und interkantonalem Recht noch strengere Begründungsanforderungen gelten, da das Bundesgericht insoweit das Recht nicht von Amtes wegen anwendet, sondern das Rügeprinzip gilt (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254);
dass die Beschwerdeführerin die Verletzung diverser kantonaler Prozessvorschriften rügt, ohne darzulegen, inwiefern die Vorinstanz diese geradezu willkürlich und damit verfassungswidrig angewendet haben soll, und damit der qualifizierten Rügepflicht von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht genügt (vgl. BGE 133 III 462 E. 2.3 S. 466);
dass die Beschwerde auch im Übrigen nicht hinreichend begründet ist (Art. 42 Abs. 2 BGG), da die Beschwerdeführerin ihre eigene Sicht der tatsächlichen Abläufe darlegt und dabei einerseits den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt erweitert, ohne eine hinreichend begründete Sachverhaltsrüge zu erheben (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG), und sich anderseits nicht rechtsgenügend mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinander setzt und nicht gestützt auf die Feststellungen des angefochtenen Entscheids aufzeigt, inwiefern die Vorinstanz Recht verletzt haben soll;
dass die Beschwerde insgesamt nicht hinreichend begründet ist, weshalb darauf in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a und lit. b BGG nicht einzutreten ist;
dass dem Ausgang des Verfahrens entsprechend die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 und Art. 65 Abs. 4 lit. b und c BGG), wobei der Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung zuzusprechen ist, da ihr aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand erwachsen ist;

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Juni 2009

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Klett Feldmann

Parole chiave

employment contractprobation periodinadmissibilitynew claimsexhaustion of remediesreasoned appealcosts

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the new request for 'damage mitigation through reintegration measures' could be considered

Decisione estratta

The request was new on appeal and therefore inadmissible.

Motivazione estratta

New claims are not permitted in federal appeal proceedings.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal could challenge parts of the first-instance judgment or issues not exhausted in the cantonal instance

Decisione estratta

The challenge was inadmissible to that extent because cantonal remedies were not exhausted.

Motivazione estratta

Only the last cantonal instance may be attacked before the Federal Supreme Court; issues that could have been raised in cantonal nullity proceedings were not exhausted.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal was sufficiently reasoned under the Federal Supreme Court Act

Decisione estratta

No. The appellant did not address the appellate reasoning in a legally sufficient way and did not show a violation of federal law.

Motivazione estratta

She merely presented her own version of the facts, expanded the factual findings without a proper factual challenge, and alleged violations of cantonal procedural law without substantiating arbitrariness or constitutional error.

Questione giuridica chiave

Allocation of court costs

Decisione estratta

The court costs were charged to the appellant.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome of the proceedings.

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