No appeal against return of querulous filing; no entry

4A_119/2014Tribunale federale / I divisione civile11 apr 2014Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court held that the cantonal court's letter returning a querulous and abusive filing under Art. 132(3) CPC was not an appealable decision. The appellant's filing did not meet the strict reasoning requirements for constitutional or denial-of-justice complaints under Art. 94 and Art. 106(2) BGG. The Court therefore did not enter into the appeal, rejected the request for legal aid because the appeal had no prospects of success, and imposed court costs of CHF 500 on the appellant.

Massima Omnilex

Art. 132 Abs. 3 ZPO, Art. 94, Art. 106 Abs. 2 und Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; return of a querulous or abusive filing and appealability. A mere return letter under Art. 132 Abs. 3 ZPO does not constitute a formal procedural act or an appealable decision; the proper remedy is, where applicable, a denial-of-justice complaint. Constitutional grievances must be specifically invoked and reasoned; a merely abstract reference to constitutional provisions is insufficient. If the appeal is manifestly inadequately reasoned, the Court may decide not to enter in summary procedure under Art. 108 BGG. Legal aid is refused where the appeal lacks prospects of success, and costs are imposed on the appellant.

Testo completo

{T 0/2}

4A_119/2014

Urteil vom 11. April 2014

I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Kiss, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Widmer.

Verfahrensbeteiligte
A.________ AG in Liq.,
Beschwerdeführerin,

gegen

Obergericht des Kantons Zug,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Querulatorische Eingabe,

Beschwerde gegen das Schreiben des Obergerichts des Kantons Zug vom 15. Januar 2014.

In Erwägung,
dass das Obergericht des Kantons Zug der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 15. Januar 2014 mitteilte, dass deren Eingabe vom 4. Januar 2014 querulatorisch und rechtsmissbräuchlich sei und deshalb gestützt auf Art. 132 Abs. 3 ZPO an die Beschwerdeführerin retourniert werde;
dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht eine vom 18. Februar 2014 datierte Eingabe einreichte, in der sie erklärte, das Schreiben des Obergerichts vom 15. Januar 2014 mit Beschwerde anzufechten;
dass die Beschwerdeführerin mit Eingaben vom 6. und 28. März 2014 um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchte;
dass das Bundesgericht von Amtes wegen prüft, ob ein Rechtsmittel zulässig ist (BGE 137 III 417 E. 1; 136 II 101 E. 1, 470 E. 1; 135 III 212 E. 1);
dass gemäss Art. 132 Abs. 3 ZPO querulatorische und rechtsmissbräuchliche Eingaben ohne Weiteres zurückgeschickt werden, also ein Verfahren weder zu eröffnen noch weiterzuführen vermögen (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBI 2006 7221, S. 7306);
dass das Schreiben des Obergerichts vom 15. Januar 2014 somit keinen förmlichen Verfahrensakt bildet und folglich keinen mit Beschwerde beim Bundesgericht anfechtbaren Entscheid darstellt (Urteil des Bundesgerichts 4A_615/2012 vom 29. November 2012);
dass gegen eine Verfügung, mit der eine querulatorische bzw. rechtsmissbräuchliche Eingabe gestützt auf Art. 132 Abs. 3 ZPO zurückgeschickt wird, lediglich die Rechtsverweigerungsbeschwerde zur Verfügung steht (vgl. Voten Fluri und Widmer-Schlumpf, Amtl. Bull. NR 2008, S. 945);
dass mit der Rechtsverweigerungsbeschwerde (Art. 94 BGG) die Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV geltend gemacht werden kann;
dass die Verletzung verfassungsmässiger Rechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die Beschwerdeführerin zwar mehrere Verfassungsnormen anführt, dass sie jedoch nicht in verständlicher Weise begründet, inwiefern diese durch das Obergericht verletzt sein sollen;

dass namentlich nicht hinreichend begründet wird, inwiefern das Obergericht die angerufenen Verfassungsnormen verletzt haben könnte, indem es die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 4. Januar 2014 als querulatorisch und rechtsmissbräuchlich im Sinne von Art. 132 Abs. 3 ZPO bewertete und an die Beschwerdeführerin zurückschickte;
dass im vereinfachten Verfahren von Art. 108 BGG über Nichteintreten auf Beschwerden zu entscheiden ist, die offensichtlich keine hinreichende Begründung enthalten (Abs. 1 lit. b);
dass die Voraussetzungen von Art. 108 BGG vorliegend gegeben sind, weshalb auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten ist;
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, über das unter den gegebenen Umständen nicht vorgängig separat entschieden werden musste (vgl. Urteil 4A_20/2011 vom 11. April 2011 E. 7.2.2), wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG);
dass die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt das präsidierende Mitglied:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

3.

Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.

Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin und dem Obergericht des Kantons Zug schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. April 2014

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Kiss

Der Gerichtsschreiber: Widmer

Parole chiave

inadmissibilityquerulous filingabuse of rightslegal aidconstitutional complaintdenial of justicesummary procedurecourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the Federal Supreme Court could hear an appeal against the cantonal court's letter returning the filing as querulous and abusive.

Decisione estratta

The letter was not a formal procedural act or appealable decision; only a complaint for denial of justice would be available.

Motivazione estratta

Under Art. 132(3) CPC, querulous and abusive filings are simply returned and do not initiate or continue proceedings. The challenged letter therefore lacked the character of a decision appealable under the Supreme Court Act.

Questione giuridica chiave

Whether the constitutional grievances raised in the appeal were sufficiently substantiated.

Decisione estratta

No. The appellant invoked constitutional norms but failed to explain in an understandable way how they were violated.

Motivazione estratta

Constitutional rights are examined only if expressly invoked and reasoned under Art. 106(2) BGG. The submission did not adequately challenge the cantonal court's classification of the filing as querulous and abusive.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid should be granted for the federal proceedings.

Decisione estratta

Denied because the appeal had no prospects of success.

Motivazione estratta

Legal aid requires non-frivolous prospects; as the appeal was manifestly unsubstantiated and inadmissible, the request had to be rejected.

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