No standing to challenge tax remission refusal

2P.266/2002Tribunale federale / II divisione di diritto pubblico3 dic 2002Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The appellant challenged the refusal of remission of 2001 cantonal and municipal taxes by the Political Municipality of A. The Federal Supreme Court held that, under the relevant St. Gallen tax remission provision, remission is discretionary and confers no enforceable right. As a result, the appellant lacked standing under Art. 88 OG to complain on the merits, including on grounds of equality, arbitrariness, or economic capacity. The complaint was manifestly inadmissible and was not entered into in summary proceedings. Legal aid was refused for lack of prospects, and a reduced court fee of CHF 400 was imposed.

Massima Omnilex

Art. 88 OG; tax remission as discretionary measure; standing to file constitutional complaint: Where cantonal law on remission is framed as a mere potestative clause and does not confer an enforceable entitlement, the taxpayer lacks a legally protected interest and therefore standing to challenge the refusal on the merits. Constitutional guarantees such as equality, arbitrariness, or economic capacity do not circumvent this limitation if they are invoked solely against a discretionary remission decision; the principle of taxation according to economic capacity pertains to assessment, not to collection or remission of final tax debts (consid. 2). Absence of standing also precludes complaints that do not raise independent formal grievances. Legal aid is denied where the petition is manifestly devoid of prospects.

Testo completo

{T 0/2}
2P.266/2002 /kil

Urteil vom 3. Dezember 2002
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Bundesrichter Wurzburger, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Müller,
Gerichtsschreiber Moser.

X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Politische Gemeinde A.________, Steueramt,

Art. 8, 9 und 127 BV (Steuererlass),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid der Politischen Gemeinde A.________, Steueramt, vom
8. Oktober 2002.

Es wird nach Einsicht

  • in den Entscheid des Steueramtes der politischen Gemeinde A.________ vom 8. Oktober 2002, mit dem das von X.________ gestellte Gesuch um Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2001 in der Höhe von Fr. 955.35 abgelehnt wird,

  • in die hiegegen von X.________ am 11. November 2002 erhobene staatsrechtliche Beschwerde und die damit verbundenen Gesuche um aufschiebende Wirkung und um unentgeltliche Rechtspflege,

  • in das Schreiben des Präsidenten der II. öffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 15. November 2002, worin der Beschwerdeführer auf die für die Anfechtung von Steuererlassentscheiden aufgrund von Art. 88 OG geltenden Legitimationsschranken hingewiesen wird, unter Ansetzung einer Frist bis zum 29. November 2002 für den allfälligen kostenlosen Rückzug der Beschwerde,

  • in die Eingabe von X.________ vom 29. November 2002, mit welcher an der staatsrechtlichen Beschwerde festgehalten wird,

in Erwägung gezogen,

  • dass kantonale Entscheide über Gesuche um Steuererlass, wenn das einschlägige kantonale Gesetzesrecht hierauf keinen Rechtsanspruch einräumt, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Sache nicht mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten werden können, da es mangels eines Eingriffes in rechtlich geschützte Interessen an der nach Art. 88 OG erforderlichen Legitimation fehlt (vgl. BGE 122 I 373, mit Hinweisen),

  • dass nach der als blosse Kann-Vorschrift ausgestalteten Regelung von Art. 224 des Steuergesetzes des Kantons St. Gallen vom 9. April 1998, wie dem Beschwerdeführer bereits mit Schreiben vom 15. November 2002 erläutert worden ist, kein Rechtsanspruch auf Steuererlass besteht, weshalb auf die staatsrechtliche Beschwerde, soweit die Verweigerung des Steuererlasses wegen Verletzung von Art. 8 (Rechtsgleichheit, Diskriminierung) und 9 BV (Willkürverbot) angefochten wird, nicht einzutreten ist,

  • dass sich der vom Beschwerdeführer angerufene Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Art. 127 Abs. 2 BV) auf die Veranlagung der Steuer bezieht, die hier offenbar rechtskräftig abgeschlossen ist, während die Art und Weise der Eintreibung rechtskräftig festgesetzter Steuern bzw. der allfällige Erlass oder die Ausgestaltung von allfälligen Stundungen oder Ratenzahlungen grundsätzlich im Ermessen der zuständigen Behörden liegt und dem Steuerpflichtigen dabei jedenfalls das betreibungsrechtliche Existenzminimum erhalten bleiben muss, was aber nicht Gegenstand einer gegen den Erlassentscheid gerichteten staatsrechtlichen Beschwerde bilden kann,

  • dass der Einwand, die vom Beschwerdeführer erhaltenen Ergänzungsleistungen würden von der kantonalen Behörde zu Unrecht in die Beurteilung des Erlassgesuches einbezogen, im vorliegenden Verfahren daher nicht gehört werden kann,

  • dass gegen den angefochtenen Erlassentscheid keine formellen Rügen erhoben werden, welche unabhängig von der Legitimation in der Sache zulässig wären (BGE 118 Ia 232 E. 1a, mit Hinweisen),

  • dass sich die staatsrechtliche Beschwerde damit als offensichtlich unzulässig erweist und auf sie im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG (Verzicht auf Einholung von Akten und Vernehmlassungen, summarische Begründung) nicht einzutreten ist,

  • dass dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen fehlender Erfolgsaussicht der staatsrechtlichen Beschwerde nicht entsprochen werden kann (Art. 152 OG), der wirtschaftlichen Situation des Beschwerdeführers aber bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen ist (Art. 156 OG),

  • dass das Gesuch um aufschiebende Wirkung mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache hinfällig wird,

und im Verfahren nach Art. 36a OG erkannt:

1.
Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und der Politischen Gemeinde A.________, Steueramt, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 3. Dezember 2002
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Parole chiave

tax remissionstandingconstitutional complaintdiscretionary decisionlegal aidcourt costseconomic capacity

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the constitutional complaint against the refusal of tax remission was admissible despite lack of a substantive legal entitlement.

Decisione estratta

The complaint was inadmissible because cantonal tax remission decisions are not subject to constitutional complaint on the merits where cantonal law grants no enforceable right to remission.

Motivazione estratta

Under the applicable cantonal rule, remission is discretionary only. Without a legally protected interest, standing under Art. 88 OG is lacking for substantive review.

Questione giuridica chiave

Whether the complaint could rely on equality, arbitrariness, or economic capacity arguments.

Decisione estratta

Those arguments could not be heard in this proceeding.

Motivazione estratta

The asserted guarantees did not create standing to challenge a discretionary remission refusal; the principle of taxation according to economic capacity concerns assessment, not the collection or remission of final tax debts.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid should be granted.

Decisione estratta

Legal aid was denied because the complaint had no prospect of success.

Motivazione estratta

The constitutional complaint was manifestly inadmissible, so the success requirement for legal aid was not met.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs.

Decisione estratta

The appellant was ordered to pay the court fee, reduced in light of his financial situation.

Motivazione estratta

Costs were imposed despite the appellant’s limited means, which were taken into account when fixing the fee.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.