Constitutional complaint against non-renewal of residence permit inadmissible

2P.178/2003Tribunale federale / II divisione di diritto pubblico30 giu 2003Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court dismissed a Turkish national's constitutional complaint against the cantonal refusal to renew his residence permit. It held that he had no enforceable right to the permit and therefore no standing to challenge the merits; only formal-denial-of-justice complaints were open. The recusal objection against several cantonal judges and the clerk was untimely and, in any event, unfounded. The alleged denial of the right to be heard through refusal of a confrontation hearing was inseparable from the substantive merits and thus not reviewable. The request for suspensive effect became moot. Costs were imposed on the appellant.

Massima Omnilex

Art. 88 OG; constitutional complaint against refusal to renew a residence permit; standing is lacking where no legally protected entitlement to the permit exists, so that only procedural complaints amounting to a formal denial of justice may be raised. Recusal objections must be asserted immediately; prior participation of court personnel in another case touching the same factual context does not, without more, establish constitutional bias under Art. 30 Abs. 1 BV. A right-to-be-heard complaint that is inseparably linked to the merits is likewise inadmissible absent substantive standing. Summary procedure under Art. 36a OG is available where inadmissibility or manifest lack of merit is apparent.

Testo completo

{T 0/2}
2P.178/2003 /leb

Urteil vom 30. Juni 2003
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Wurzburger, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Merkli,
Gerichtsschreiber Moser.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt
lic.iur. Daniel Speck, Zürcher Strasse 53,
9000 St. Gallen,

gegen

Justiz- und Polizeidepartement des Kantons
St. Gallen, Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen, Spisergasse 41, 9001 St. Gallen.

Gegenstand
Art. 8, 9, 29 und 30 BV (Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
22. Mai 2003.

Das Bundesgericht hat nach Einsicht
in den Beschwerdeentscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Mai 2003, mit welchem dem türkischen Staatsangehörigen A.________ die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigert wird,
in die von A.________ hiegegen am 25. Juni 2003 erhobene staatsrechtliche Beschwerde und das damit verbundene Gesuch um aufschiebende Wirkung,

in Erwägung,
dass der Beschwerdeführer auf die streitige Aufenthaltsbewilligung keinen Rechtsanspruch besitzt und ihm daher der Weg der eidgenössischen Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht offen steht (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG),
dass dem Beschwerdeführer für das subsidiär zulässige Rechtsmittel der staatsrechtlichen Beschwerde mangels eines Eingriffes in rechtlich geschützte Interessen in der Sache selber die Legitimation fehlt (Art. 88 OG; BGE 126 I 81) und er vorliegend nur die Verletzung von Verfahrensgarantien rügen kann, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt (BGE 127 II 161 E. 3b S. 167, mit Hinweisen),
dass die gegen einen Teil der am angefochtenen Urteil mitwirkenden Richter sowie gegen den Gerichtsschreiber erhobene Ausstandseinrede sofort bzw. vor Fällung des Urteils hätte geltend gemacht werden müssen und dieser Einwand wegen Verspätung heute nicht mehr gehört werden kann (BGE 121 I 30 E. 5f S. 38, 225 E. 3 S. 229, mit Hinweisen),
dass im Übrigen aus dem geltend gemachten Umstand, wonach die betreffenden Gerichtspersonen an einem früheren Urteil mitgewirkt hätten, in welchem die Vermutung des Vorliegens einer Scheinehe zum Ausdruck gebracht worden sei und die Vorinstanzen zur näheren Abklärung dieser Frage aufgefordert worden seien, unmittelbar aus der Verfassung (Art. 30 Abs. 1 BV) keine Ausstandspflicht hergeleitet werden könnte und auch der Vorwurf der willkürlichen Handhabung der einschlägigen kantonalen Ausstandsbestimmungen nicht als begründet erscheint,
dass im Verhalten der kantonalen Behörden (nicht sofortige Geltendmachung des Hinderungsgrundes einer Scheinehe) auch keine Verletzung von Treu und Glauben erblickt werden kann, soweit die Legitimation für diese Rüge überhaupt gegeben ist,
dass die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch Nichtabnahme von beantragten Beweisen (Durchführung einer Konfrontationseinvernahme) mit der materiellen Würdigung verknüpft ist und mangels Legitimation des Beschwerdeführers in der Sache darauf nicht eingetreten werden kann (BGE 114 la 307 E. 3c S. 313),
dass sich die staatsrechtliche Beschwerde damit als offensichtlich unzulässig bzw. unbegründet erweist und daher im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG (Verzicht auf Einholung von Akten und Vernehmlassungen, summarische Begründung) erledigt werden kann,
dass das Gesuch um aufschiebende Wirkung mit der Abweisung der staatsrechtlichen Beschwerde hinfällig wird,
dass die Kosten bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 156 OG),

im Verfahren nach Art. 36a OG erkannt:
1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Justiz- und Polizeidepartement sowie dem Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 30. Juni 2003
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Parole chiave

residence permitconstitutional complaintstandingrecusalright to be heardformal denial of justicesummary procedurecourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the constitutional complaint was admissible despite no legal entitlement to the residence permit.

Decisione estratta

The appellant had no enforceable right to the permit and therefore lacked standing to challenge the merits by constitutional complaint.

Motivazione estratta

Without a legal entitlement, he could not invoke protected interests on the substance; only procedural guarantees amounting to a formal denial of justice could be raised.

Questione giuridica chiave

Whether the challenge to the composition of the cantonal court and the clerk was timely and well founded.

Decisione estratta

The recusal objection was raised too late and, in any event, no constitutional disqualification ground was shown.

Motivazione estratta

A recusal request must be raised immediately or before judgment; prior participation in a case suggesting sham marriage did not by itself establish a constitutional duty of recusal, nor was arbitrary application of cantonal recusal rules demonstrated.

Questione giuridica chiave

Whether refusal to take evidence violated the right to be heard.

Decisione estratta

The complaint could not be examined because the evidentiary grievance was tied to the substantive assessment, on which the appellant lacked standing.

Motivazione estratta

The alleged violation was inseparable from the merits and therefore not reviewable in a constitutional complaint filed without substantive standing.

Questione giuridica chiave

Whether suspensive effect should be granted.

Decisione estratta

The request became moot once the constitutional complaint was dismissed.

Motivazione estratta

Dismissal of the main remedy rendered the interim request without object.

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