Non-extension of residence permit: appeal inadmissible

2D_33/2008Tribunale federale / II divisione di diritto pubblico10 mar 2008Inadmissible

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Sintesi Omnilex

The Tunisian appellant challenged the non-renewal of his residence permit after the cantonal authorities found that the basis for a family-reunification entitlement had fallen away because he no longer lived with his settled spouse. The Federal Supreme Court held that the appeal in public law matters was inadmissible under Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG, since no enforceable right to the permit remained under former Art. 17(2) ANAG. It also refused to treat the filing as a subsidiary constitutional complaint because no constitutional rights were invoked and standing was lacking. The appeal was not entered into, and court costs of CHF 800 were charged to the appellant.

Massima Omnilex

Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG; Art. 17 Abs. 2 ANAG; admissibility of the appeal against non-renewal of a residence permit. A spouse of a foreign national with settlement permit has an entitlement to the grant and renewal of a residence permit only so long as the spouses live together. Mere formal existence of the marriage is insufficient; where cohabitation has ceased for family-related reasons and not because of compelling external circumstances, the entitlement falls away. In such a case, the appeal in public law matters is excluded for lack of a legally enforceable claim. A filing cannot be treated as a subsidiary constitutional complaint unless constitutional rights are expressly invoked and the appellant has standing under Art. 115 lit. b BGG (consid. 2.3-2.4).

Testo completo

{T 0/2}
2D_33/2008/ble

Urteil vom 10. März 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Herrn Othman Bouslimi,

gegen

Departement des Innern des Kantons Solothurn,
handelnd durch das Amt für Ausländerfragen.

Gegenstand
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 28. Januar 2008.

Erwägungen:

1.
Der tunesische Staatsangehörige X.________, geb. 1978, reiste anfangs 2006 in die Schweiz ein und heiratete am 12. April 2006 in Solothurn eine türkische Staatsangehörige mit Niederlassungsbewilligung. Wegen von Anfang an auftretender ehelicher Schwierigkeiten verzögerte sich die Behandlung des Familiennachzugsgesuchs der Ehefrau; am 10. August 2006 entsprach das Amt für Ausländerfragen dem Gesuch und erteilte X.________ die Aufenthaltsbewilligung. Mit Verfügung vom 29. August 2007 lehnte es hingegen eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab, unter gleichzeitiger Anordnung der Wegweisung. Mit Urteil vom 28. Januar 2008 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn die dagegen erhobene Beschwerde ab, unter Ansetzung einer Frist bis zum 31. März 2008 zur Ausreise aus dem Kanton Solothurn.
Mit als Rekurs bezeichneter Rechtsschrift vom 6. März 2008 beantragt X.________ dem Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts aufzuheben und dem Gesuch um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung zu entsprechen.
Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.
2.1 Der Beschwerdeführer bezeichnet seine Rechtsschrift als Rekurs; das Bundesgerichtsgesetz kennt den Rekurs als Rechtsmittel ans Bundesgericht nicht. Dieses prüft seine Zuständigkeit bzw. Art und Zulässigkeit von Rechtsmitteln von Amtes wegen (vgl. Art. 29 Abs. 1 BGG; BGE 133 I 185 E. 1 S. 188, 300 E. 1.2 S. 302).

2.2 Da das Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vor dem 1. Januar 2008, d.h. vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz, AuG [SR 142.20 bzw. AS 2007 5437 ff.]) gestellt worden ist, finden auf das vorliegende Verfahren noch die materiellen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) Anwendung (Art. 126 Abs. 1 AuG).

2.3 Gemäss Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG ist auf dem Gebiet des Ausländerrechts die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig betreffend Bewilligungen, auf die weder das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch einräumt.
Dem Beschwerdeführer wurde die Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 17 Abs. 2 Satz 1 ANAG erteilt. Danach hat der Ehegatte des Ausländers mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen. Anders als im Falle von Art. 7 ANAG (Bewilligungsanspruch des ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers), worauf sich der Beschwerdeführer zu Unrecht beruft, genügt der formelle Bestand der Ehe für das Entstehen bzw. Fortdauern eines Bewilligungsanspruchs nicht. Erforderlich ist grundsätzlich das Zusammenwohnen. Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat die Niederlassungsbewilligung; er wohnt aber seit längerer Zeit nicht mit ihr zusammen. Das Getrenntleben ist nicht etwa auf zwingende äussere Gründe (etwa beruflicher Art) zurückzuführen, die an sich das eheliche Zusammenleben nicht beeinträchtigen würden, sondern ausschliesslich bedingt durch Aspekte familiärer Natur; dies zeigen auch die neuesten, im angefochtenen Urteil (E. II.5 S. 6 oben) wiedergegebenen Äusserungen der Ehefrau des Beschwerdeführers vom 28. Januar 2008, die in der beim Bundesgericht eingereichten Rechtsschrift nicht einmal erwähnt werden. Art. 17 Abs. 2 ANAG entfällt mithin vorliegend als anspruchsbegründende Norm. Ein Bewilligungsanspruch lässt sich sodann auch nicht aus der Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (Begrenzungsverordnung, BVO; SR 823.21) ableiten; der Hinweis des Beschwerdeführers auf Art. 13 BVO stösst damit ins Leere (vgl. BGE 130 II 281 E. 2.2 S. 284 mit Hinweisen).

2.4 Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erweist sich als offensichtlich unzulässig (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG). Die Eingabe vom 6. März 2008 kann auch nicht als subsidiäre Verfassungsbeschwerde entgegengenommen werden: Einerseits rügt der Beschwerdeführer nicht die Verletzung verfassungsmässiger Rechte (vgl. Art. 116 in Verbindung mit Art. 106 Abs. 2 BGG); andererseits wäre er zu diesem ausserordentlichen Rechtsmittel nicht legitimiert, soweit er, wie dies der Fall ist, den angefochtenen Entscheid allein in materiellrechtlicher Hinsicht anfechten will (Art. 115 lit. b BGG, s. BGE 133 I 185).

2.5 Auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde (vgl. Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG) ist im vereinfachten Verfahren (Art. 108 BGG) nicht einzutreten.

2.6 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Departement des Innern und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. März 2008
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Feller

Parole chiave

residence permitfamily reunificationcohabitationinadmissibilityconstitutional complaintcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal in public law matters was admissible against the non-renewal of the residence permit.

Decisione estratta

No. The challenged permit decision was not subject to an enforceable entitlement within the meaning of Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG.

Motivazione estratta

Under former Art. 17(2) ANAG, a spouse of a settled foreigner is entitled only while the spouses live together. The parties had been living apart for a considerable time for family-related reasons, not for compelling external reasons, so no continuing entitlement existed.

Questione giuridica chiave

Whether the filing could be treated as a subsidiary constitutional complaint.

Decisione estratta

No. The appellant did not allege violations of constitutional rights and, in any event, lacked standing for a purely substantive challenge.

Motivazione estratta

The extraordinary remedy requires constitutional grievances and the necessary standing under the BGG, which were absent here.

Questione giuridica chiave

Allocation of court costs.

Decisione estratta

Court costs were imposed on the appellant in light of the outcome.

Motivazione estratta

Costs follow the result of the proceedings.

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