Non-entry on subsidiary constitutional complaint against tax remission refusal

2D_127/2007Tribunale federale / II divisione di diritto pubblico10 dic 2007Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A married couple challenged the Bern tax administration’s refusal to grant remission of 2005 cantonal and communal taxes. The Federal Supreme Court held that the subsidiary constitutional complaint did not satisfy the statutory reasoning requirements: no proper request or constitutional argument was made, and the applicants raised instead a new request for deferral until a future house sale, which had first to be addressed to the tax authority. The court therefore did not enter into the complaint. Because of the applicants’ difficult financial circumstances and the limited effort required, no court fee was imposed and no party compensation was awarded.

Massima Omnilex

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 BGG, Art. 116 BGG; Zulässigkeitsanforderungen an die subsidiäre Verfassungsbeschwerde. Eine Beschwerde muss Anträge und eine sachbezogene Begründung enthalten, welche in gedrängter Form aufzeigt, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Bloss allgemeine Wünsche oder neue, vom angefochtenen Entscheid losgelöste Begehren genügen nicht; darauf ist nicht einzutreten. Im Verfahren der subsidiären Verfassungsbeschwerde prüft das Bundesgericht einzig ausdrücklich gerügte Verletzungen verfassungsmässiger Rechte. Kosten können bei knappen Verhältnissen und geringem Aufwand trotz Unterliegens erlassen werden (consid. 3 f.).

Testo completo

{T 0/2}
2D_127/2007/leb

Urteil vom 10. Dezember 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Gerichtsschreiber Häberli.

Parteien

  1. A.X.________,
  2. B.X.________,
    Beschwerdeführer,

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern,
Postfach 8334, 3001 Bern.

Gegenstand
Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2005,

Subsidiäre Verfassungsbeschwerde gegen den Erlassentscheid der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 9. November 2007.

Erwägungen:
1.
A.________ und B.X.________, welche für das Jahr 2005 noch Kantons- und Gemeindesteuern in der Höhe von 2'867.65 Franken schulden, ersuchten die Steuerverwaltung des Kantons Bern erfolglos um Gewährung eines Steuererlasses (Verfügung vom 9. November 2007).
2.
Am 29. November 2007 sind A.________ und B.X.________ mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde ans Bundesgericht gelangt. Auf ihre Eingabe ist im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten, ohne dass Akten oder Vernehmlassungen einzuholen wären; die Urteilsbegründung kann sich dabei auf eine kurze Angabe der Unzulässigkeitsgründe beschränken (vgl. Art. 108 Abs. 3 BGG):
3.
Gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG hat die Beschwerdeschrift die Begehren und deren Begründung zu enthalten; im Rahmen der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Die Vorbringen müssen sachbezogen sein, damit aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (vgl. zum alten Recht: BGE 118 Ib 134; 131 II 449 E. 1.3 S. 452). Genügt eine Eingabe diesen Anforderungen nicht, tritt das Bundesgericht auf die Beschwerde nicht ein. Entsprechendes ist vorliegend der Fall, zumal die Beschwerdeführer weder einen Antrag stellen noch darlegen, inwiefern die Abweisung ihres Erlassgesuchs Recht verletzen soll. Sie geben lediglich ihrem Wunsch Ausdruck, dass die Steuerschuld bis zum im kommenden Frühjahr geplanten Hausverkauf aufgeschoben werde. Sie verkennen offenbar, dass sie sich mit diesem (neuen) Anliegen zunächst an die Steuerverwaltung wenden müssen. Beim Bundesgericht handelt es sich um eine reine Rechtsprechungsinstanz, welche bloss gefällte Entscheide auf ihre Rechtmässigkeit überprüfen, nicht aber neue, vom bisherigen Streitgegenstand losgelöste Anordnungen treffen kann. Zudem vermag das Bundesgericht im Verfahren der subsidiären Verfassungsbeschwerde einzig die Verletzung verfassungsmässiger Rechte zu beurteilen (vgl. Art. 116 BGG), was zudem eine ausdrückliche dahingehende Rüge voraussetzt (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BBl 2001 4344).

4.
Bei diesem Verfahrensausgang werden die Beschwerdeführer an sich kostenpflichtig, wobei angesichts von deren schwierigen finanziellen Verhältnissen (Empfänger von Ergänzungsleistungen) und mit Blick auf den geringen Verfahrensaufwand auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr verzichtet wird (vgl. Art. 65 f. BGG). Parteientschädigung ist keine auszurichten (vgl. Art. 68 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.
Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern und der Steuerverwaltung des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 10. Dezember 2007
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Häberli

Parole chiave

tax remissioninadmissibilitysubsidiary constitutional complaintreasoning requirementsnon-entrycourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the subsidiary constitutional complaint met the admissibility and reasoning requirements of the Federal Supreme Court Act.

Decisione estratta

The complaint was inadmissible because it contained no request and no sufficiently substantiated legal reasoning challenging the remission refusal.

Motivazione estratta

Under Art. 42 BGG a complaint must state its requests and reasons; the applicants merely asked for deferral until a planned house sale, which was a new request that had first to be raised before the tax authority. In a subsidiary constitutional complaint, only constitutional rights may be examined and only if expressly alleged.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be levied despite the non-entry decision.

Decisione estratta

No court fee was levied, given the applicants' difficult financial situation and the limited procedural effort.

Motivazione estratta

Although the appellants would normally bear costs, the court waived the fee under the Federal Supreme Court Act.

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