Non-entry on complaint for insufficient reasoning

2C_334/2009Tribunale federale / II divisione di diritto pubblico4 giu 2009Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The appellant challenged an Aargau cantonal non-entry decision concerning legal aid in a state-liability case. The Federal Supreme Court held that the complaint did not satisfy the reasoning requirements because it failed to engage with the decisive cantonal non-entry grounds, especially the unsuccessful fax filing argument and the separate finding concerning the alleged earlier filing date. The Court therefore did not enter into the complaint in simplified procedure, rejected the request for free legal aid and counsel as hopeless, and imposed court costs of CHF 500 on the appellant.

Massima Omnilex

Art. 42 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements for admissible reasoning against a cantonal non-entry decision. A complaint must specifically address the decisive grounds of the challenged decision and show, in relation to those grounds, which federal or constitutional rights were violated. Where the cantonal decision rests on procedural law, only a sufficiently substantiated constitutional complaint is relevant; merely appellatory assertions or collateral criticism do not suffice. If the complaint manifestly lacks such reasoning, the Federal Supreme Court may refuse to enter into it in simplified procedure. A hopeless complaint excludes legal aid under Art. 64 BGG; costs follow the outcome under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
2C_334/2009

Urteil vom 4. Juni 2009
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Müller, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Bezirksgericht Aarau, Präsident I,
Kasinostrasse 5, 5001 Aarau.

Gegenstand
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer,
vom 7. April 2009.

Erwägungen:

1.
X.________ machte eine Staatshaftungsklage gegen den Kanton Aargau anhängig, die zuständigkeitshalber an das Bezirksgericht Aarau überwiesen wurde. Der Präsident I des Bezirksgerichts Aarau wies am 21. Januar 2009 das für das Klageverfahren gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab; der Entscheid wurde X.________ am 4. Februar 2009 zugestellt. Dieser reichte am 4. März 2009 beim Obergericht, Zivilgericht, 4. Kammer, des Kantons Aargau per Fax zwei vom 16. bzw. 28. Februar 2009 datierte Schreiben ein. Das Obergericht trat auf die als Beschwerde entgegengenommenen Eingaben mit Entscheid vom 7. April 2009 nicht ein.
X.________ gelangte am 20. Mai 2009 mit einer als ordentliche Beschwerde und subsidiäre Verfassungsbeschwerde gegen den vorerwähnten Entscheid des Obergerichts betitelten, vom 19. Mai 2009 datierten Rechtsschrift ans Bundesgericht.
Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.
2.1 Gemäss Art. 42 BGG haben Rechtsschriften die Begehren und deren Begründung zu enthalten (Abs. 1). Dabei ist in der Beschwerdebegründung in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Abs. 2); es muss sich dabei um schweizerisches Recht handeln (Art. 95 BGG). Die Begründung muss sachbezogen sein, d.h. sich mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids, die für dessen Ergebnis ausschlaggebend sind, auseinandersetzen. Wird ein Nichteintretensentscheid angefochten, hat sich die Beschwerdebegründung auf den von der Vorinstanz herangezogenen Nichteintretensgrund zu beziehen. Beruht der (Nichteintretens-)Entscheid wie vorliegend auf kantonalem (Verfahrens-)Recht, fällt praktisch nur die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte in Betracht, welche spezifischer Begründung bedarf (Art. 106 Abs. 2 BGG); namentlich genügt appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht.

2.2 Die Vorinstanz hat zwei Nichteintretensgründe genannt. Einerseits hat sie erkannt, dass die Beschwerdefrist mit Fax-Eingaben nicht gewahrt werden kann (E. 1); andererseits hat sie dargelegt, warum der Beschwerdeführer, entgegen seiner Behauptung, nicht bereits am 16. Februar 2009 eine Rechtsschrift eingereicht haben könne (E. 2). In E. 3 ihres Entscheids hat die Vorinstanz sodann in einem obiter dictum festgestellt, dass die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege durch den Bezirksgerichtspräsidenten nicht zu beanstanden wäre.
Der Beschwerdeführer macht weitschweifige Ausführungen zu den Gegebenheiten, die ihn zur Einreichung einer Staatshaftungsklage bewogen haben; damit nimmt er indirekt zu E. 3 des angefochtenen Entscheids Stellung, ohne aber diesbezüglich eine Rechtsverletzung darzulegen. Was E. 1 des angefochtenen Entscheids betrifft, begnügt er sich mit der Behauptung, Mitarbeiter des Bezirksgerichts Aarau hätten ihm zu verstehen gegeben, dass auch per Fax Mitteilungen eingereicht werden könnten (S. 44 der Beschwerdeschrift). Damit wird die Verfassungswidrigkeit des dort angeführten Nichteintretensgrunds nicht aufgezeigt. Ohnehin aber setzt sich der Beschwerdeführer nicht mit den Ausführungen in E. 2 des angefochtenen Entscheids auseinander, welche für sich allein das Nichteintreten durch die Vorinstanz rechtfertigen.

2.3 Auf die offensichtlich einer hinreichenden Begründung entbehrende Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG) ist im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.4 Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung kann wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde nicht entsprochen werden (Art. 64 BGG).
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Bezirksgericht Aarau, Präsident I, und dem Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. Juni 2009
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Müller Feller

Parole chiave

legal aidnon-entryreasoning requirementsconstitutional complaintfax filinginadmissibilitycourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint against the cantonal non-entry decision was sufficiently reasoned under the Federal Supreme Court Act.

Decisione estratta

No. The appellant did not meaningfully address the decisive non-entry grounds, especially the finding that fax submissions do not preserve the deadline and the separate ground concerning the alleged prior filing.

Motivazione estratta

A complaint must engage with the reasoning essential to the challenged decision. Where a non-entry decision rests on cantonal procedural law, only specifically reasoned constitutional objections are relevant. Appellate or purely factual criticism is insufficient.

Questione giuridica chiave

Whether the appellant was entitled to free legal aid and counsel for the Federal Supreme Court proceedings.

Decisione estratta

No, because the complaint had no prospects of success.

Motivazione estratta

Under Art. 64 BGG, legal aid requires that the proceeding not be hopeless; an obviously insufficiently reasoned complaint is prospectless.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs of the Federal Supreme Court proceedings.

Decisione estratta

The appellant bears the costs.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome of the proceedings under the Federal Supreme Court Act.

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