Refusal to renew residence permit upheld despite family ties

2C_231/2008Tribunale federale / II divisione di diritto pubblico2 lug 2008Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court dismissed the appeal against the Luzern migration authority's refusal to renew the appellant's residence permit. It held that although the appellant could invoke potential standing under former Art. 7 ANAG and Art. 8 ECHR because of his Swiss former spouse and daughter, the marriage had broken down before the five-year period was completed and the abuse-of-rights bar applied. A permit based on visitation rights was also refused because the appellant's conduct was not blameless, as shown by numerous criminal decisions. Legal aid was denied and court costs of CHF 500 were imposed.

Massima Omnilex

Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG; Art. 7 Abs. 2 ANAG; Art. 8 EMRK; residence permit and visitation rights. An appeal is admissible where the applicant may plausibly invoke a statutory or convention-based entitlement. However, no residence right arises from a marriage to a Swiss citizen if the marital union has irretrievably broken down before expiry of the five-year period and the claim is barred by abuse of rights (consid. 2). A permit for exercising access rights under Art. 8 EMRK requires a particularly close economic and emotional relationship with the child, whose practical maintenance would otherwise be impossible, and a blameless conduct of the foreign national; repeated criminal convictions exclude this condition (consid. 3). Free legal aid presupposes non-frivolous prospects of success (consid. 4).

Testo completo

{T 0/2}
2C_231/2008/ble

Urteil vom 2. Juli 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Karlen,
Gerichtsschreiber Klopfenstein.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Christian Affentranger,

gegen

Amt für Migration des Kantons Luzern.

Gegenstand
Aufenthaltsbewilligung,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 6. Februar 2008.

Nach Einsicht
in das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 6. Februar 2008, womit dieses eine Beschwerde des seit 1991 (mit Unterbrüchen) in der Schweiz lebenden, von einer Schweizerin geschiedenen kongolesischen Staatsbürgers X.________ (geb. 1960) gegen die vom kantonalen Amt für Migration am 9. August 2007 verfügte Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung abgewiesen hat, soweit es darauf eintrat,
in die von X.________ am 14. März 2008 hiegegen beim Bundesgericht erhobene Beschwerde,
in die beigezogenen kantonalen Akten und eingeholten Vernehmlassungen,

in Erwägung,
dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten auf dem Gebiet des Ausländerrechts unzulässig ist gegen Entscheide betreffend Bewilligungen, auf die weder das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch einräumt (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG),
dass am 1. Januar 2008 das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) in Kraft getreten ist, sich die vorliegende Streitsache - soweit innerstaatliches Gesetzesrecht zur Anwendung kommt - aber noch nach dem inzwischen aufgehobenen Bundesgesetz vom 26. Mai 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) beurteilt (Art. 126 Abs. 1 AuG),
dass X.________ nach den für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts (Art. 105 BGG) seit Mai 1997 bis zum 3. März 2005 mit einer Schweizer Bürgerin verheiratet war, von der er seit 1999 getrennt lebt und mit der er eine vorehelich gezeugte Tochter (Y.________, geb. 1996) hat, zu welcher er eine gewisse Beziehung unterhält,
dass er daher aufgrund seiner länger als 5 Jahre dauernden Ehe mit einer Schweizer Bürgerin gestützt auf Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ANAG ein potentielles Anwesenheitsrecht geltend machen kann,
dass er sich - als Vater einer heute 12 Jahre alten Tochter mit gefestigtem Anwesenheitsrecht - für diesen Anspruch darüber hinaus auch auf Art. 8 EMRK (Schutz des Familienlebens) berufen kann (BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285 f.), weshalb die vorliegende Beschwerde zulässig und der Beschwerdeführer hierzu legitimiert ist (Art. 89 BGG),
dass die eheliche Gemeinschaft mit der schweizerischen Ehefrau nur rund zwei Jahre gedauert hat, so dass die Ehe - wie das Verwaltungsgericht zulässigerweise annehmen durfte - schon vor Ablauf der Fünfjahresfrist nach Art. 7 ANAG definitiv gescheitert war und ein Anwesenheitsrecht nach dieser Vorschrift aufgrund des Rechtsmissbrauchsverbots (Art. 7 Abs. 2 ANAG, BGE 127 II 49 E. 5a S. 56) nicht entstehen konnte,
dass eine Aufenthaltsbewilligung zur Ausübung eines Besuchsrechts nach der Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK nur dann erteilt oder erneuert werden muss, wenn einerseits zwischen dem Ausländer und seinem in der Schweiz ansässigen Kind in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung besteht (die sich bei einer Verweigerung der Bewilligung praktisch nicht aufrechterhalten liesse), und wenn andererseits das bisherige Verhalten des Ausländers zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat (BGE 120 Ib 1 E. 3 S. 4 ff., 22 E. 4 S. 24 ff.; sowie statt vieler Urteile 2A.99/2005 vom 29. April 2005, E. 2.2 bzw. 2A.562/2006 vom 16. Februar 2007, E. 3.4.1),
dass diese in der Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen für eine Aufenthaltsbewilligung zur Ausübung eines Besuchsrechts hier schon deshalb nicht erfüllt sind, weil gegen den Beschwerdeführer zwischen 1991 und 2007 insgesamt 32 Strafbefehle, Strafverfügungen und Gerichtsurteile - nicht etwa bloss wegen Bagatelldelikten, sondern u. a. auch wegen Drohung, einfacher Körperverletzung, versuchter Nötigung und wegen Hausfriedensbruchs - ergangen sind und sein bisheriges Verhalten mithin keineswegs klaglos war,
dass sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung daher als bundesrechts- und konventionskonform erweist,
dass die vorliegende Beschwerde als offensichtlich unbegründet im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG mit summarischer Begründung abzuweisen ist,
dass die Gerichtskosten bei diesem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 BGG), zumal seinem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung mangels ernsthafter Erfolgsaussicht der gestellten Rechtsbegehren nicht entsprochen werden kann (Art. 64 BGG),
dass der wirtschaftlichen Lage des Beschwerdeführers bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen ist,

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern und dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 2. Juli 2008
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Klopfenstein

Parole chiave

residence permitfamily lifevisitation rightsabuse of rightslegal aidcourt costscriminal record

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal in public law matters was admissible despite the general exclusion for residence permits without an entitlement.

Decisione estratta

The appeal was admissible because the appellant could invoke a potential right under former Art. 7 ANAG and, in view of his daughter in Switzerland, also Art. 8 ECHR.

Motivazione estratta

Although permits without a legal entitlement are generally excluded from this remedy, the appellant had a potentially enforceable claim based on a long marriage to a Swiss citizen and a family-life interest with his daughter.

Questione giuridica chiave

Whether the refusal to renew the residence permit violated federal law or the ECHR.

Decisione estratta

No. The marriage had definitively broken down before the five-year period expired, so no right arose under Art. 7 ANAG; the requirements for a permit to exercise visitation rights under Art. 8 ECHR were also not met because the appellant had a long criminal record and was not blameless.

Motivazione estratta

The court found abuse of rights under Art. 7 ANAG and held that the strict conditions for residence on the basis of visitation rights were absent given the lack of a particularly close and practically unmaintainable parent-child relationship combined with repeated criminal convictions.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid and appointment of counsel should be granted.

Decisione estratta

No. The appeal had no serious prospects of success.

Motivazione estratta

Because the main claim was obviously unfounded, the requirements for free legal aid and representation were not satisfied.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs.

Decisione estratta

The appellant was ordered to pay court costs, reduced in light of his financial situation.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome of the proceedings, with the amount adjusted to the appellant's economic circumstances.

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