Complaint against detention not entered; asylum arguments irrelevant

2A.182/2000Tribunale federale / II divisione di diritto pubblico27 apr 2000Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

X. filed a complaint to the Federal Court after the Zug authorities placed him in deportation detention and the cantonal detention judge approved it. In his filing, he mainly invoked asylum reasons and alleged a risk of death upon return, but he did not actually challenge the detention order. The Federal Court held that only the lawfulness of the detention could be reviewed in this proceeding, not asylum or removal issues. It therefore declined to enter the complaint and, because of the appellant’s financial situation, waived court fees. The judgment was to be properly served to the appellant through the cantonal alien affairs office.

Massima Omnilex

Art. 108 Abs. 2 OG, Art. 36a OG; scope of review in complaints against approval of deportation detention. In proceedings concerning detention for removal, the Federal Court examines only the legality of the detention order and not asylum or expulsion issues. A lay complaint is admissible only if it can be understood as challenging the detention itself; if the filing merely advances asylum grounds or objections to removal, no valid contestation of the detention exists and the court does not enter into the matter. Court costs may be waived in view of the appellant’s financial circumstances under Art. 153a Abs. 1 OG.

Testo completo

[AZA 0]
2A.182/2000/odi

II. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG ***********************************

  1. April 2000

Es wirken mit: Bundesrichter Wurzburger, Präsident der
II. öffentlichrechtlichen Abteilung, Betschart, R. Müller
und Gerichtsschreiberin Müller.


In Sachen
X.________, geboren angeblich ________ 1982, z.Zt. Kantonale Strafanstalt Zug, Beschwerdeführer,

gegen
Kantonales Amt für Ausländerfragen Zug (KAFA), Verwaltungsgericht des Kantons Z u g, Haftrichter,

betreffend
Ausschaffungshaft gemäss Art. 13b ANAG,
wird festgestellt und in Erwägung gezogen:

1.- Der nach eigenen Angaben aus Sierra Leone stammende und später in Guinea aufgewachsene X.________, angeblich geboren am ________ 1982, reiste am 19. Januar 1999 illegal in die Schweiz ein und stellte tags darauf ein Asylgesuch, auf welches das Bundesamt für Flüchtlinge mit Verfügung vom 27. Juli 1999 nicht eintrat. Am 28. September 1999 meldete die Einwohnerkontrolle Y.________ X.________ als untergetaucht.
Mit Urteil vom 5. Oktober 1999 trat die Schweizerische Asylrekurskommission auf die gegen den Nichteintretensentscheid des Bundesamtes erhobene Beschwerde nicht ein.

Am 4. März 2000 reiste X.________ wiederum in die Schweiz ein; am 5. März 2000 ersuchte er um Asyl. Mit Verfügung vom 5. April 2000 trat das Bundesamt für Flüchtlinge auf das Asylgesuch nicht ein. Am 6. April 2000 nahm das Kantonale Amt für Ausländerfragen Zug X.________ in Ausschaffungshaft.
Mit Verfügung vom 10. April 2000 prüfte und genehmigte der Haftrichter des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug (im Folgenden: der Haftrichter) die Ausschaffungshaft.

2.- Mit Schreiben vom 13. April (Postaufgabe:
14. April) 2000 hat sich X.________ an das Bundesgericht gewandt.
Er erklärt, er habe am 10. April 2000 eine Verfügung erhalten, wonach er die Schweiz verlassen müsse; er mache von seinem Beschwerderecht Gebrauch und bringe vor, dass ihm im Falle einer Rückschaffung die Todesstrafe drohe; daher habe er damals sein Land verlassen.
Das Kantonale Amt für Ausländerfragen Zug teilte mit, dass es sich für eine Stellungnahme zum Inhalt des Beschwerdeschreibens für nicht zuständig erachte. Der Haftrichter beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement hat sich nicht vernehmen lassen. Der Beschwerdeführer hat sich nicht mehr geäussert.

3.- a) Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten (Art. 108 Abs. 2 OG). Sie muss sich sachbezogen mit dem angefochtenen Entscheid auseinander setzen (BGE 118 Ib 134 ff.). Bei Laienbeschwerden gegen die Genehmigung der Ausschaffungshaft stellt das Bundesgericht indessen keine hohen Anforderungen an die Beschwerdebegründung (vgl.
BGE 122 I 275 E. 3b S. 277). Ist daraus ersichtlich, dass sich der Betroffene (zumindest auch) gegen seine Haft wendet, nimmt es entsprechende Eingaben als Verwaltungsgerichtsbeschwerden entgegen.

b) Gegenstand des vorliegenden Verfahrens kann ausschliesslich die Rechtmässigkeit der Ausschaffungshaft bilden, nicht auch die Asyl- und Wegweisungsfrage (vgl. BGE 125 II 217 E. 2 S. 220, mit Hinweis). Soweit der Beschwerdeführer in seiner Eingabe Asylgründe geltend macht oder sich gegen die Wegweisung wehrt, ist darauf nicht einzutreten.

c) Der Beschwerdeführer hat, wie aus seiner Beschwerdeschrift klar hervorgeht, den Haftrichterentscheid fälschlicherweise verstanden als Verfügung, welche festlege, dass er die Schweiz verlassen müsse. Entsprechend macht er einzig einen Asylgrund geltend; gegen die Haft an sich wendet er sich mit keinem Wort. Auf seine Beschwerde kann daher nicht eingetreten werden. Es kommt das Verfahren gemäss Art. 36a OG zur Anwendung.

4.- a) Dem Verfahrensausgang entsprechend würde der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (vgl. Art. 156 Abs. 1 OG). Es rechtfertigt sich indessen, mit Blick auf seine finanziellen Verhältnisse von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (Art. 153a Abs. 1 OG).

b) Das Kantonale Amt für Ausländerfragen Zug wird ersucht, sicherzustellen, dass das vorliegende Urteil dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:

1.- Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.- Es werden keine Kosten erhoben.
3.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Kantonalen Amt für Ausländerfragen Zug (KAFA) und dem Verwaltungsgericht (Haftrichter) des Kantons Zug sowie dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement schriftlich mitgeteilt.
______________
Lausanne, 27. April 2000

Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Parole chiave

deportation detentioninadmissibilityasylum applicationscope of reviewlay complaintcost waiver

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the administrative law complaint was admissible against the detention approval.

Decisione estratta

The complaint was inadmissible because it did not contest the detention itself and instead only raised asylum and removal arguments.

Motivazione estratta

The Federal Court held that the case could concern only the legality of detention, not the asylum or removal decision. Since the filing, construed liberally, addressed only asylum grounds and not detention, no valid challenge to the contested order was raised.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be charged to the losing appellant.

Decisione estratta

No court fee was levied because the appellant's financial situation justified waiving costs.

Motivazione estratta

Although the appellant would normally bear costs, the court refrained from imposing a fee in light of his financial circumstances.

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