Non-entry for insufficiently reasoned criminal appeal; no costs

1B_661/2011Tribunale federale / I divisione di diritto pubblico24 nov 2011Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

X. challenged a cantonal criminal procedural ruling concerning costs and compensation after the prosecution of a parking dispute had been discontinued. The Federal Supreme Court held that the complaint did not comply with the reasoning requirements of the Federal Supreme Court Act because it failed to engage with the cantonal court's grounds or identify any admissible ground of appeal. It therefore did not enter into the appeal in simplified procedure. The Court waived federal court costs.

Massima Omnilex

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements of reasoning in a federal criminal appeal. The appellant must, in concise form, demonstrate in what respect the challenged decision violates law; mere disagreement or undeveloped assertions are insufficient. Where the pleading does not address the decisive reasoning of the cantonal decision and does not identify an admissible ground of review, the Federal Court will not enter into the matter in simplified procedure. If the defect is manifest, costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
1B_661/2011

Urteil vom 24. November 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Postfach, 8026 Zürich.

Gegenstand
Strafverfahren, Einstellungsverfügung; Kosten und Entschädigungsfolgen,

Beschwerde gegen die Verfügung des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 20. Oktober 2011.

Erwägungen:

1.
Am 16. Oktober 2010 parkierte A.________ seinen Personenwagen auf einem Parkfeld vor einer Liegenschaft in Zürich. X.________n montierte in der Folge das fordere Kontrollschild vom Fahrzeug ab und hinterlegte ihre Telefonnummer. Nach einem Anruf auf diese Nummer verlangte sie eine Miete/Entschädigung von Fr. 50.-- für die Parkplatzbenützung und machte die Herausgabe des Nummernschildes von der Bezahlung abhängig. Daraufhin stellte A.________ einen Strafantrag wegen Sachentziehung; gleichzeitig rapportierte die Stadtpolizei wegen Nötigung.
Nachdem A.________ seinen Strafantrag betreffend Sachentziehung zurückgezogen und im Übrigen sein Desinteresse an einer weiteren Strafverfolgung erklärt hatte, stellte die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl am 17. August 2011 die Strafuntersuchung ein und auferlegte X.________ die Kosten des Verfahrens. Gegen die Kostenauflage erhob X.________ am 4. September 2011 Beschwerde, welche die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich mit Verfügung vom 20. Oktober 2011 insoweit guthiess, als X.________ die Kosten des Vorverfahrens auferlegt wurden; diese wurden auf die Staatskasse genommen. Darüber hinaus wies die Strafkammer die Beschwerde ab. Sie führte dabei zusammenfassend aus, auf den geltend gemachten Betrag für die Parkplatzbenützung sowie auf die geforderte schriftliche Entschuldigung könne im vorliegenden Verfahren nicht eingetreten werden. Hinsichtlich der beantragten Entschädigung und Genugtuung erweise sich die Beschwerde als unbegründet.

2.
X.________ führt gegen die Verfügung der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich mit Eingaben vom 20. November 2011 (Postaufgabe 21. November 2011) Beschwerde in Strafsachen. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.
Die Beschwerdeführerin, die keinen zulässigen Beschwerdegrund nennt, setzt sich mit der Begründung der Strafkammer nicht rechtsgenüglich auseinander. Aus der Beschwerde ergibt sich nicht, inwiefern die Begründung der angefochtenen Verfügung bzw. die Verfügung selber im Ergebnis rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll. Die Beschwerde genügt den gesetzlichen Formerfordernissen (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. in diesem Zusammenhang BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53, 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen) nicht, weshalb auf sie nicht einzutreten ist. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. November 2011

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Pfäffli

Parole chiave

non-entryreasoning requirementcriminal procedurecourt costssimplified procedureparking dispute

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the criminal complaint against the cantonal ruling was sufficiently reasoned under Art. 42(2) and Art. 106(2) BGG.

Decisione estratta

The appeal did not meet the statutory reasoning requirements because it failed to engage with the cantonal court's reasoning and did not show any violation of federal or constitutional law.

Motivazione estratta

A party must briefly explain how the challenged decision violates law. Since the appellant invoked no admissible ground and did not address the lower court's reasons, the Federal Court could not review the merits.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be charged for the federal proceedings.

Decisione estratta

No federal court costs were imposed.

Motivazione estratta

Given the obvious lack of sufficient reasoning, the court could decide in the simplified procedure and waived costs under Art. 66(1) BGG.

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