Non-entry for insufficiently reasoned criminal complaint

1B_384/2009Tribunale federale / I divisione di diritto pubblico6 gen 2010Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

X. challenged an Obergericht judgment that had upheld the Staatsanwaltschaft’s refusal to enter into his private criminal complaint after he failed to pay ordered security in full. Before the Federal Supreme Court, he argued only in general terms against the cantonal authorities and did not specifically show how the judgment violated law. The Court therefore declared the appeal inadmissible in summary procedure. It also waived costs and held that the request for free legal aid had become moot.

Massima Omnilex

Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements for reasons of a federal appeal and summary non-entry. An appeal must, in a concise yet specific manner, engage with the decisive reasoning of the challenged judgment and indicate in what respect it violates federal law or constitutional rights. Mere general criticism of the cantonal authorities is insufficient. Where the lack of reasoning is manifest, the Federal Supreme Court may decide in simplified procedure under Art. 108 para. 1 lit. b BGG without exchange of written submissions. If no costs are levied under Art. 66 para. 1 BGG, a request for free legal aid becomes moot.

Testo completo

{T 0/2}
1B_384/2009

Urteil vom 6. Januar 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Bopp.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn, Barfüssergasse 28, Postfach 157, 4502 Solothurn.

Gegenstand
Strafverfahren; Prozesskostensicherheit,

Beschwerde gegen das Urteil vom 14. Dezember 2009 des Obergerichts des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer.
Erwägungen:

1.
Mit Verfügung vom 3. Juni 2009 verlangte die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn von X.________, in dem von diesem angestrengten Strafverfahren gegen Y.________ wegen Verdachts der Verleumdung eine Prozesskostensicherheit zu leisten.
In der Folge stellte X.________ das Gesuch, die Sicherheit in Raten bezahlen zu können bzw. die unentgeltliche Rechtspflege gewährt zu erhalten.
Mit Verfügung vom 22. Juni 2009 bewilligte die Staatsanwaltschaft die Ratenzahlung, wobei sie bestimmte, es seien fünf Raten à Fr. 100.-- zu bezahlen, zahlbar jeweils Ende Juni, Ende Juli, Ende August, Ende September sowie Ende Oktober. Dabei wies sie darauf hin, auf den Strafantrag werde nicht eingetreten, falls nicht die gesamte Sicherheit von Fr. 500.-- bis Ende Oktober 2009 geleistet werde.
X.________ bezahlte dann nur ein einziges Mal Fr. 100.--, woraufhin die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 4. November 2009 androhungsgemäss zufolge Nichtbezahlung der Prozesskostensicherheit auf den Strafantrag nicht eintrat und das Verfahren als erledigt von der Geschäftskontrolle abschrieb.
Hiergegen führte X.________ Beschwerde ans Obergericht des Kantons Solothurn. Dessen Beschwerdekammer hat die Beschwerde mit Urteil vom 14. Dezember 2009 abgewiesen.

2.
Gegen dieses Urteil führt X.________ Beschwerde ans Bundesgericht.
Das Bundesgericht hat davon abgesehen, Vernehmlassungen einzuholen.

3.
Gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Beschwerdebegründung - unabhängig von der Art des nach BGG offen stehenden Rechtsmittels - in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (s. in diesem Zusammenhang auch BGE 134 II 349 E. 3 S. 351 f.; 133 II 249 insb. E. 1.4 S. 254). Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.
Der Beschwerdeführer kritisiert das angefochtene Urteil sowie das Obergericht bzw. die Staatsanwaltschaft ganz allgemein. Er legt jedoch nicht im Einzelnen dar, inwiefern die dem obergerichtlichen Urteil zugrunde liegende Begründung bzw. das Urteil im Ergebnis rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll. Mangels einer hinreichenden Begründung ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Bei den gegebenen Verhältnissen kann davon abgesehen werden, Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird dadurch gegenstandslos.

Demnach wird erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer sowie der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 6. Januar 2010
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Bopp

Parole chiave

criminal complaintprocedural securityinadmissibilityreasoning requirementsummary procedurecourt costslegal aid

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the Federal Supreme Court appeal met the reasoning requirements of Art. 42 para. 2 BGG

Decisione estratta

The complaint did not sufficiently explain how the cantonal decision violated federal or constitutional law.

Motivazione estratta

The appellant only made general criticisms of the cantonal authorities and did not engage specifically with the reasoning of the challenged judgment; the defect was obvious, so summary non-entry was possible.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be charged and whether the request for free legal aid remained relevant

Decisione estratta

No costs were levied, and the request for free legal aid became moot.

Motivazione estratta

Given the circumstances, the Court waived costs under Art. 66 para. 1 BGG; once no costs were imposed, the legal-aid request no longer had a purpose.

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