Superprovisional detention order not separately appealable

1B_256/2013Tribunale federale / I divisione di diritto pubblico5 ago 2013Inadmissible

Sintesi

The Federal Supreme Court held that a superprovisional procedural order of the cantonal appellate authority, which only temporarily maintained detention pending the appeal against a release order, is not separately appealable. Since the cantonal complaint chamber had not yet decided the merits of the detention complaint, the defendant’s federal appeal was inadmissible. The court exceptionally waived court costs, so the request for legal aid became moot.

Regest

Art. 78 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1 and Art. 109 BGG; Art. 222 StPO, Art. 31 Abs. 4 BV; superprovisional procedural orders of a cantonal appellate authority concerning pre-trial detention are not independently appealable to the Federal Supreme Court, if they do not finally decide the pending detention complaint. Federal review presupposes a challengeable detention decision, not merely a temporary procedural measure preserving the status quo pending cantonal review (consid. 2). If court costs are exceptionally waived under Art. 66 Abs. 1 sentence 2 BGG, a request for legal aid becomes moot.

Testo completo

{T 0/2}

1B_256/2013

Urteil vom 5. August 2013

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Bundesrichter Merkli, Eusebio,
Gerichtsschreiber Forster.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm, Untere Grabenstrasse 32, 4800 Zofingen,
Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau, Bahnhofplatz/Untere Grabenstrasse 30, 4800 Zofingen.

Gegenstand
Haftbeschwerde,

Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. Juli 2013
des Obergerichtes des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen.

In Erwägung,
dass das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau am 17. Juli 2013 (11.35 Uhr) das Haftentlassungsgesuch von X.________ guthiess und als Ersatzmassnahmen für strafprozessuale Haft eine Ausweis- und Schriftensperre sowie eine Wohnsitzverpflichtung (bei den Eltern des Beschuldigten) verfügte;

dass die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm dagegen gleichentags eine Beschwerde einreichte und bei der kantonalen Beschwerdeinstanz (im Sinne einer superprovisorischen verfahrensleitenden Massnahme) beantragte, der Beschuldigte sei für die Dauer des hängigen Beschwerdeverfahrens in strafprozessualer Haft zu belassen;

dass das Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, am 17. Juli 2013 superprovisorisch verfügte, dass der Beschwerde der Staatsanwaltschaft die aufschiebende Wirkung erteilt und die Haft bis zum Entscheid im hängigen Beschwerdeverfahren aufrecht erhalten werde;

dass der Beschuldigte gegen die Verfügung des Obergerichtes am 29. Juli 2013 (Postaufgabe) Beschwerde beim Bundesgericht erhob;

dass die Abteilung in Dreierbesetzung und mit summarischer Begründung auf offensichtlich unzulässige Beschwerden nicht eintritt (Art. 109 Abs. 2 und Abs. 3 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG);

dass die Beschwerde in Strafsachen grundsätzlich zulässig ist gegen Haftverlängerungs- bzw. Haftentlassungsentscheide der kantonalen Beschwerdeinstanzen (Art. 78 Abs. 1 i.V.m. Art. 80 Abs. 1 BGG und Art. 222 StPO; Art. 31 Abs. 4 BV);

dass die kantonale Beschwerdeinstanz in der angefochtenen prozessleitenden Verfügung noch nicht über die hängige StPO-Beschwerde entschieden hat;

dass die angefochtene vorsorgliche bzw. superprovisorische Massnahme der kantonalen Haftbeschwerdeinstanz nicht selbstständig mit Beschwerde ans Bundesgericht anfechtbar ist (BGE 138 IV 92 E. 2 S. 95 f.; vgl. Marc Forster, Das Haftrecht der neuen StPO auf dem Prüfstand der Praxis, Entwicklungen bei den Haftgründen und vorläufiger Rechtsschutz bei Haftentlassungen, ZStrR 130 [2012] 334 ff., S. 348);
dass auf die Beschwerde daher nicht einzutreten ist;

dass auf die Erhebung von Gerichtskosten ausnahmsweise verzichtet werden kann (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG), weshalb das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung hinfällig wird;

erkennt das Bundesgericht:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, und Rechtsanwältin Giovanna Lanza, Baden, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. August 2013
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Forster

Parole chiave

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