Recusal request against all Federal Supreme Court judges inadmissible

1A.14/2004Tribunale federale / I divisione di diritto pubblico29 gen 2004Inadmissible

Sintesi

The claimant filed an administrative law action for damages and moral satisfaction and simultaneously requested the recusal of all members and part-time judges of the Federal Supreme Court, especially the judges of the II Public Law Division. He argued that the challenged judges had an immediate interest in the outcome and appeared biased. The I Public Law Division held that the motion did not identify concrete grounds for each individual judge and that a blanket challenge to the entire court or a division was insufficient. It therefore did not enter into the recusal request and transmitted the case to the II Public Law Division for further handling.

Regest

Art. 26 OG; recusal request against all judges of a federal court division; individualized substantiation required. A motion for recusal must set out concrete grounds for each challenged judicial person. A blanket allegation of bias against all members of a court or an entire division is inadmissible if no specific circumstances are pleaded for each judge. Recusal proceedings are not intended to reopen the correctness of earlier judgments; prior involvement may justify recusal only in exceptional cases, notably where repeated and serious errors objectively indicate bias (consid. 1).

Testo completo

{T 0/2}
1A.14/2004 /sta

Beschluss vom 29. Januar 2004
I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesgerichtspräsident Aemisegger, Präsident,
Bundesgerichtsvizepräsident Nay,
Bundesrichter Aeschlimann,
Gerichtsschreiber Haag.

Parteien
X.________, Kläger, vertreten durch Y.________,

gegen

Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesrat, 3003 Bern.

Gegenstand
Klage auf Schadenersatz und Genugtuung;
Ausstand,

Verwaltungsrechtliche Klage gegen die Schweizerische Eidgenossenschaft vom 2. Januar 2004.

Das Bundesgericht hat nach Einsicht
in die verwaltungsrechtliche Klage von X.________ vom 2. Januar 2004, in welcher er ein Ausstandsbegehren gegen alle Mitglieder und nebenamtlichen Richter des Bundesgerichts, insbesondere die Bundesrichter der II. öffentlichrechtlichen Abteilung stellt,

in Erwägung,
dass der Kläger das Ausstandsbegehren damit begründet, dass die abgelehnten Richter ein unmittelbares Interesse am Ausgang des Rechtsstreits hätten und zudem Tatsachen vorlägen, welche alle Mitglieder und nebenamtlichen Richter des Bundesgerichts als befangen erscheinen liessen,
dass der Präsident der II. öffentlichrechtlichen Abteilung das Ausstandsgesuch der I. öffentlichrechtlichen Abteilung mitgeteilt hat,
dass die Gegenpartei in Anwendung von Art. 26 Abs. 2 OG nicht angehört wurde,
dass nach der Rechtsprechung unter Umständen ein Ausstandsgrund gegeben sein kann, wenn eine so genannte Vorbefassung vorliegt, d.h. wenn sich der Richter schon zu einem früheren Zeitpunkt mit der Angelegenheit befasst hat (vgl. BGE 120 Ia 82; 117 Ia 182 E. 3b S. 184),
dass das Verfahren über den Ausstand von Gerichtspersonen nach der Rechtsprechung nicht dazu bestimmt ist, die Recht- oder Verfassungsmässigkeit eines früheren Urteils, an dem bestimmte Gerichtspersonen mitgewirkt haben, in Frage zu stellen und nur bei wiederholten, schweren Fehlern unter bestimmten Umständen eine Voreingenommenheit angenommen werden kann (BGE 116 Ia 14 E. 5a S. 19 f.),
dass der Kläger den Ausstand aller Bundesrichter sowie einer ganzen Abteilung des Bundesgerichts verlangt und es unterlässt für jedes einzelne Mitglied einen konkreten Ausstandsgrund zu bezeichnen (BGE 105 Ib 301 E. 1a/b S. 303),
dass demnach auf das Ausstandsgesuch nicht einzutreten ist,
dass damit die Angelegenheit der II. öffentlichrechtlichen Abteilung zur weiteren Prüfung überwiesen werden kann (Art. 3 Ziff. 3 des Reglements für das Bundesgericht; SR 173.111.1),
dass die Kosten des Ausstandsverfahrens zusammen mit dem Entscheid in der Sache verlegt werden können,

im Verfahren nach Art. 26 OG beschlossen:
1.
Auf das Ausstandsbegehren wird nicht eingetreten.
2.
Die Angelegenheit wird der II. öffentlichrechtlichen Abteilung zur weiteren Prüfung überwiesen.
3.
Dieser Beschluss wird dem Kläger und der Schweizerischen Eidgenossenschaft sowie der II. öffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 29. Januar 2004
Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Parole chiave

recusalbiasprior involvementinadmissibilityindividualized substantiationfederal supreme courtdamage claim