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BGE 92 IV 152 ΓÇó When federal nullity complaint lies against Zurich jury court
BGE 92 IV 152Raccolta ufficiale del Tribunale federale (DTF) / Volume IV23 ago 1966Granted
The Federal Court’s Cassation Division held that the federal nullity complaint was admissible against a judgment of the Zurich Schwurgericht. Under Art. 268 No. 1 BStP, as amended in 1965, the exclusion of complaints against inferior courts applies only where such courts decide as the sole cantonal instance and are ordinarily challengeable by a regular cantonal remedy. Because Zurich jury court judgments are not open to an ordinary cantonal appeal, but only to cantonal nullity review, the federal complaint remained available.
Art. 268 Ziff. 1 BStP; admissibility of the federal nullity complaint against judgments of inferior courts. The 1965 amendment excludes the complaint only where the lower court has decided as sole cantonal instance and its judgments are, as a rule, open to an ordinary cantonal remedy. Courts whose judgments are not ordinarily challengeable by such a remedy do not qualify as 'untere Gerichte' in this sense. For Zurich Schwurgericht judgments, only cantonal nullity review lies; accordingly, the federal nullity complaint remains admissible (consid. 1).
92 IV 152
ab Seite 152
Aus den Erwägungen:
Nach Art. 268 Ziff. 1 BStP in der Fassung vom 25. Juni 1965 (AS 1965, 905), die am 1. Januar 1966 in Kraft trat, ist in Bundesstrafsachen die Nichtigkeitsbeschwerde gegen Urteile kantonaler Gerichte grundsätzlich wie bis anhin immer dann zulässig, wenn das Urteil letztinstanzlich gefällt worden ist, d.h. wenn es nicht mehr durch ein kantonales Rechtsmittel wegen Verletzung eidgenössischen Rechts angefochten werden kann. Durch den neu in die Bestimmung aufgenommenen Satz 2, der eine Ausnahme schafft, wird nunmehr die Nichtigkeitsbeschwerde gegen Urteile unterer Gerichte ausgeschlossen, wenn diese als einzige kantonale Instanz entschieden haben. Der Nichtigkeitsbeschwerde unterliegen somit noch die Urteile unterer Gerichte, soweit diese als zweite kantonale Instanz geurteilt haben, und ferner alle Urteile der oberen Gerichte, gleichgültig, ob diese als einzige kantonale Instanz oder als Rechtsmittelinstanz entschieden haben.
Durch die Gesetzesänderung will vermieden werden, dass in den Fällen, in denen untere Gerichte (z.B. Bezirksgerichte, deren Ausschüsse und Einzelrichter) als erste und zufolge Ausschlusses eines ordentlichen kantonalen Rechtsmittels zugleich als letzte Instanz entschieden haben, erstinstanzliche Urteile direkt an den Kassationshof des Bundesgerichtes weitergezogen werden (Botschaft des Bundesrates vom 2. Oktober1964 in BBl 1964 II 891; Stenographisches Bulletin 1965, NR S. 284, 285). Als untere Gerichte im Sinne des Art. 268 Ziff. 1 BStP sind Gerichtsinstanzen zu betrachten, deren Urteile, von bestimmten Ausnahmen abgesehen, nach dem kantonalen Prozessrecht in der Regel durch ein ordentliches kantonales Rechtsmittel angefochten werden können. Diese Voraussetzung trifft beim zürcherischen Schwurgericht nicht zu. Gegen seine Urteile ist nach der zürcherischen Strafprozessordnung ausschliesslich die Nichtigkeitsbeschwerde an das kantonale Kassationsgericht, nicht aber ein ordentliches kantonales Rechtsmittel gegeben (§ 410, § 428 Ziff. 2 StPO). Die vom Beschwerdeführer erhobene eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde, die sich gegen ein Urteil des Schwurgerichts des Kantons Zürich richtet, ist daher zulässig.