Strafgesetzbuch. No 6,
hat infolge es neuen Strafurteils, das er für unrichtig
hält, soll die Aufhebung dieses Urteils zu erwirken suchen.
Seit
der Vereinheitlichung des Strafrechts stehen ihm
dafür als Rechtsbehelfe z'nr Verfügung bei Verletzung
von Sätzen des Bundesrechts (Art. 269 Abs. 1, Art. 273
BStP) die Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof
des Bundesgerichts, im übrigen kantonale Rechtsmittel
und die staatsrechtliche Beschwerde aus Art. 4 BV, ferner
bei Vorliegen neuer erheblicher Tatsachen
und Beweis-
mittel das Begehren um Wiederaufnahme des Verfahrens
(Art. 397 StGB). Macht er von diesen Rechtsbehelfen
keinen oder erfolglos Gebrauch, so
ist Im. Verfahren nach
A:tt. 41 Ziff. 3 StGB das über das neue Vnrgehen ergangene
Urteil massgebend .und kann nicht mehr in Zweifel gezogen
werden.
Das Obergericht des Kantons Aargau hat sich
deshalb
mit Recht an das rechtskräftig gewordene Er-
kenntnis des Statthalteramts Luzern-Land gehalten und
nicht geprüft, ob dieses den Beschwerdeführer zu Recht
wegen Beschimpfung verurteilt hat.
Demnach erkennt der Kassationshof :
Die Beschwerde wird abgewiesen.
6. Extralt de l'arrnt de Ja Cofil' de cassation penale du 19
mars 1948 dans la cause Hänsli contre Ministere public du
canton de Berne.
Conversion de l'amende en arret8.
Le delai prevu par l'art. 49 eh. l al. l CP doit etre imparti au
condamne quf a un domicile fixe en Suisse quelles que soient
les chances d'obtenir le paiement.
Umwandlung der Busse in Haft.
Die in Art. 49 Ziff. 1 Abs. l StGB vorgesehene Frist muss dem
Verurteilten, der in der Schweiz einen festen Wohnsitz hat,
angesetzt werden, wie immer auch die Aussichten, Zahlung
zu erhalten, sein mögen.
Commutazione della multa in arreBto.
II termine previsto dall'art. 49 cifra l, cp. l CP dev'essere asse-
gnato al condannato ehe ha domicilio :fisso in Isvizzera, qualun-
que siano le probabilita di ottenere il pagamento.
Strafgesetzbuch. No 6. 19
Par quatre jugements rendus en 1946, le pr6sident du
Tribunal des Franches-Montagnes a condamne Hänsli a
deux amendes de 50 fr. pour contravention a la loi ber-
noise
sur les auberges, ainsi qu'a 20 et a 25 fr. d'amende
pour contravention a diverses dispositions de droit fäderal.
Le 20 mars 194 7, il a converti en arrets ces amendes
restees impayees. Sur appel du cnndamne, la Cour supreme
du canton de Berne a confirme cette decision par quatre
arrets du 16 octobre.
Hänsli les a
defäres au Tribunal fäderal par un uniqne
ponrvoi en nullite. II leur reproche de violer l'art. 49 CP.
La Cour de cassation a admis le pourvoi, en tant qu'il
visait les
deux arrets relatifs aux contraventions de droit
federal.
Extrait des motifs:
L'art. 49 eh. 1 et 2 CP regle le recouvrement des amen-
des.
L'autorite competente doit commencer par impartir
au condamne qui a un domicile fixe en Suisse un delai
de paiement de un a trois mois (eh. 1 al. 1). Si, en depit
de cette mise en demeure et des autres mesures qu'elle a
le droit de prendre en vertu du eh. 1 al. 2, l'amende n'est
ni payee ni rachetee, le juge la convertit en arrets (eh. 3
al. 1
). La conversion est donc subordonnee a la fixation
du delai prescrit par le eh. 1.
En I'espece, la Cour cantonale reconnait que oe delai
n'a pas ete assigne au recourant, bien qu'il ait un domicile
fixe
en Suisse. A son avis, oette omission serait sans impor-
tance en raison de l'attitude du condamne. Cette opinion
n'est pas fondee. La regle posee par l'art. 49 eh. 1 CP
s'applique quelles que soient les chances d'obtenir le
paiemnnt.
De son cote, le procureur general invoque le jugement
de premiere instance, d'apres lequel Hänsli
avait ete
autorise, le 7 novembre 1946, a s'acquitter par acomptes
de l
O fr. par mois. Mais, en tant qu'elle concerne les
amendes
prononcees pour contravention 8. des prescriptions
20 Strafgesetzbueh. NO '1.
de droit fädera.l, cette constat tion -qui, n'ayan.t pas
ete reprise par les arr8ts attaques, ne lie pas la Cour de
ceans (art. 277 bis PPF) -repose manifestement sur
une inadvertance: la decision du 7 novembre 1946 se
refäre ex.pressement aux seules amendes cantonales de
50fr.
Il rßsulte de ce qui precede que l'art. 49 CP ne perm.etta.it
pas a la Cour cantonale de convertir en arr8ts les deux
amendes de 20 et 25 fr.
7. Urteil des Kassationshofes vom 10. Uiirz 1848 i. S. Staats-
anwaltschaft des Kantons Basel-Stadt gegen StrlttmaUer.
Art. 59 Abs. 2 StGB bezieht sich nicht aui den durch eine straf
bare Handlung erzielten Gewinn schlechthin, sondern nur aui
Sachen, die ungeachtet der rechtswidrigen Aneignung Eigentum
des Geschädigten bleiben ; es ist unzuliissig, bei Betrug, .Ver-
untreuung usw. gegenüber nicht feststellbaren Geschädigten
einen dem Deliktsbetrag entsprechenden Teil des Vermögens
des Täters zu beschlagnahmen.
Art. li9 at. 2 OP ne conceme pas le gain procure par une infraction ;
il n'a trait qu'a.ux objets qui, ma.lgre un a.cte d' propriation
illicite, demeurent Ja propriete du lese. En cas d 68Cl'O J.Uerie,
d'abus de confiance etc. commis au prejudice d'inconnus, il n'est
pas a.dmissible de prelever sur le patrimoine de l'auteur et de
confisquer une somme 6ga.le au montan.t du delit.
L'Mt. 59, cp. 2 OP non concerne il profttto prooura.to da un'.infra-
Zione,
ma soltan.to gli oggetti ehe, nonostante un atto d'ap-
proprifi.zione illecita, rimangono in proprieta. del leso. In ca.so
di truffa., d'a.ppropriaZione indebita, eoo. nei oonfronti d'un
ign.oto e quindi jnammissibile prelevare sul patrimonio d
l'autore e di confisca.re una somma pari a. quella del reato.
A. -Der Tapezierermeister Oskar Strittmatter in
Basel hatte oft grössere Neubauten zu tapezieren. Dabei
erhielt
er die Tapeten jeweils vom Bauherrn, bezog von
diesem für die verarbeitete (aufgehängte) Rolle eine
Vergütung
von Fr. 2.-und hatte die übrig bleibenden
Rollen
zurückzugeben. Strittmatter fakturierte wiederholt
mehr Tapetenrollen, als er verarbeitet hatte, und behielt
diese Rollen, jedenfalls zum
grössten Teil, zurück, um
sie an eigene Kunden zu verkaufen. Welche Bauherren
er auf diese Weise schädigte, lässt sich nicht mehr fest
stellen. Dagegen steht fest, dass er mindestens 640 Rollen
zu viel fakturiert und so bewirkt hat, dass ihm Fr. 1280.-
mehr ausbezahlt wurden, als ihm. an Arbeitslohn von
Rechts wegen zukam ; ferner steht fest, dass er mindestens
593 Rollen widerrechtlich angeeigneter Tapete zum
Preis von zusammen Fr. 1541.a verkauft hat.
Das Strafgericht des Kantons Basel-Stadt erblickte
hierin fortgesetzten
Betrug und fortgesetzte Veruntreu
ung, verurteilte Strittmatter am 12. August 194 7 des-
wegen und wegen weiterer strafbarer Handlungen (Haus-
friedensbruch und wiederholter Diebstahl) zu einem Jahr
Gefängnis sowie zu Fr. 500.--:.. Busse und behaftete ihn
bei der Anerkennung der Schadenersatzforderungen dreier
Bestohlener
von insgesamt Fr. 324.30.
Während des Untersuchungsverfahrens hatte die Staats-
anwaltschaft (offenbar gestützt auf 68 StPO) bei Stritt-
matter Fr. 4955.-beschlagnahmt, davon Fr. 3000.-
a1ls dem Erlös seines nach der Verhaftung verkauften
Automobils.
Von diesen Fr. 4955.: wurden in der Folge
rund Fr. 1760.-freigegeben, sodass bei Abschluss des
Verfahrens
noch Fr. 3192.09 beschlagnahmt w ren. Nach
dem Urteil des Strafgerichts ist dieser Betrag zur Deckung
von Sehadenersatzforderuiigen, Verfahrenskosten und Bus-
se zu verwenden und ein allfälliger Rest Strittmatter
zurückzuerstatten.
Am 30. Dezember 194 7 bestätigte das Appellations-
gericht des
Kantons Basel-Stadt das erstinstanzliche
Urteil mit Einschluss der Motive.
B. -
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-
Stadt führt gegen das Urteil des Appellationsgerichts
Nichtigkeitsbeschwerde
mit dem Antrag, es seien in An-
wendung von Art. 59 StGB Fr. 2821.a als dem Staate
verfallen zu erklären. Sie macht geltend : Der von Stritt-
matter widerrechtlicili erlangte Gewinn von Fr. 2821. 80
(Fr. 1280.-Betrugserlös und Fr. 1541.a Veruntreuungs-
erlös) könne
den Geschädigten :rricht zugesprochen werden,