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demandeur la poursuive jusqu'au jugement qui le debou-
tera prejudiciellement de ses conclusions. TI convient au
contr:aire en pareil cas' d'assimiler cette renonciation a.
l'hypothese prevue par l'art. 139 CO, et d'admettre par
consequent que lorsque -comme en l'espece -cette
renonciation est la consequence naturelle de l'ouverture
de
la nouvelle action, le demandeur se trouve par le fait
meme au benefice de l'art. 139 CO.
Cette
solution comporte, il est. vrai, un certain risque :
celui de
mettre au benefice de l'art. 139 CO le demandeur
qui
aurait tarde a. rouvrir action ou a. notifier sa renon
ciation a. la premiere action. Mais ce risque semble plutOt
theorique
-les demandeurs n'ayant pas interet,en gene-
ral, a. differer la solution du litige , et en outre il sera
toujours loisible au juge saisi de la seoonde action d'inferer
de l'inaction prolongee du demandeur une renonciation a.
son droit, -ce qu'il y aura lieu d'admettre dans le cas, par
exemple, ou. le demandeur, connaissant le vice de forme
qui
entachait sonaction, n'aurait pas agi dans un delai
raisonnable. Or ce reproche ne saurait en tout cas etre fait
aux demandeurs. En effet, c'est par la lettre du curateur
du 18 jnnvier 1945 que leur avocat a ete informe de la
delivrance de l'acte de nOli-conciliationet c'est le 7 ferner
suiyant, soit 20 jours plus tard, qu'il a fait notifier le
nouvel exploit
de citation' en conciliation, a. un moment
d'ailleurs ou, a. le compter du dernier jour auquel il aurait
13M encore en droit de deposer sa demande dans l'instance
ouverte le 24 octobre 1944, le delai de l'art. 139 CO n'etait
pas encoreexpire.
Le Tribunal lederol prononce :
Le recours est rejete.
- Urteil der ll. Zivilabteilung vom 12. September 1946 i. S.
Dlaser gegen Vormundsebaftsbebörde Dinnlngen.
Begriff der Zivilsache im Sinne von Art. 680G;
Welche Behörde ist örtlich zuständig zum Entscheid dafüber,
ob ein aussereheliches Kind unter die elterliche Gewalt der
Mutter oder allenfalls das Vaters zu ste1len sei (Art. 311Abs. 2,
324 Abs. 3, 325 Ahs. 3 und 326 Abs. 2 ZGB ; Art. 68lit. bOG) !
Affaire civile, salon l'art. 68 OJ. . -
Quelle. autorite ast elle competente ratione loci pour dire si UD
emant illegitime doit tre mis sous la puissance patemeIle . de
sa mere ou, eventuellement, sous-celle de son pere(art. :3ll at 2,
324 al. 3, 325 al. 3 et 326 aI. 2 ce ; 68 lettre h OJ) ?
, .
Nozione deI procedimento civile, giusta l'art. 68 OGF.
Qua.le
autoritA e. competente ratione loci per decidere se un fignio
illegittimo debba essere messo sotto la. patria potesta di sua
rna.dre 0, eventua.lmente, sotto quella di suo padre (art. 3U cp. 2,
324 cp. 3, 325 cp. 3 e 326 cp. 2 ce ; 68 lett. h OGF)?
A. -Die Beschwerdeführerin gebar am 17. Juni 1938
ausserehelich den Knaben Hansjürg. Die Vormundschafts-
behörde Meilen (Zürich) bestellte ihm am 28. Juni 1938
einen Beistand. Nach Durchführung
des-Vaterschafts-
prozesses ersetzte sie
am 29. Juni 1939 den Beistand
durch einen Vormund.
B. -Am 23. Oktober 1939 wurde die Beschwerde-
führerin vom Bezirksrat Zürich
auf Grund von Art; 369'
und 370 ZGB entmündigt. Nachdem sie sich im' Jahre
1943 mit Bewilligung ihres Vormundes niit JohannBlaser
in Binningen (Baselland) verheiratet hatte, hob der
Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft am 5.
Januar 1945' die Vormundschaft über sie auf.
O. -Im Frühjahr 1945 beantragte die Beschwerde-
führerin bei der Vormundschaftsbehörde Meilen, der
gemäss Anordnung seines Vormundes bei Familie Reimann
in Meilen untergebrachte Knabe Hansjiirg sei unter ihre
elterliche Gewalt zu stellen. Die Vormundschaftsbehörde
Meilen wies ihr Gesuch ab. Darauf wiederholte sie es
8Jil fj, J"ufii 1945 bei der Vormundschaftsbehörde Bin-
nifilmL Diese
ersuchte die Justizdirektion des Kantons
Familienreeht. N0 60.
Basel-Landschaft um. Abklärung der Zuständigkeitsfrage.
Zur Vernehmlassung eingeladen, hielt die Vormund-
schaftsbehörde Meilen daran fest, dass mcht die Behörden
am Wohnsitz der Mutter, sondern diejenigen am Wohn-
sitz des Kindes zuständig seien, ein unter Vormundschaft
stehendes aussereheliches Kind unter die elterliche' Gewalt
der Mutter zu stellen. Am 2. April 1946 hat darauf der
Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft erkannt,
zum Entscheid darüber, ob der Knabe Hansjürg unter
Vormundschaft bleiben oder der elterlichen Gewalt seiner
Mutter unterstellt werden solle, sei die Vormundschafts-
behörde Meilen zuständig.
D. -Dieses Erkenntnis hat die Beschwerdeführerin
mit der Nichtigkeitsbeschwerde gemäss Art. 68 lit. 'b
OG an das Bundesgericht weitergezogen mit dem An-
trage, es sei festzustellen, dass die Vormundschafts-
behörde Binningen
zum. Entscheid über ihr Gesuch zu-
ständig sei.
Das Butnilesgericht. zieht. in Eru;ägu,ng :
- -Nach Art. 68 dns Bundesgesetzes über die Orga-
nisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943
(OG) ist in Zivilsachen, die nicht nach Art. 44-46 der
Berufung unterliegen, gegen letztinstanzliche. Entscheide
kantop,aler Behörden Nichtigkeitsbeschwerde zulässig,
a) wenn statt des massgebenden eidgenössischen Rechts
kantonales oder ausländisches necht angewendet worden
ist, und b) wegen Verletzung von Vorschriften des eid-
genössischen
Itechts mit Einschluss von Staatsverträgen
des Bundes über die sachliche oder örtliche Zuständigkeit
der Behörden.
Bei der Anwendung von Art. 87 des frühern Qrganisa-.
tionsgesetzes (aOG), den Art. 68 OG ersetzt hat, sind.als,
Zivilsachen nicht nur Streitigkeiten zwisQhen Privaten
über . Ansprüche aus dem Zivilrecht, sondern auch alle
andern von der Zivilgesetzgebung beherrschten Rechts""
sachen angesehen worden (vgl. BGE 41 II 761 ff., 42 1
392, 42 II 323; 57 II 400,66 II 148 ff.). Insbesondere
wurden auch Vormundschaftssachen von. der Art der
vorliegenden hieher gerechnet (BGE 56 II 2). Zu solch-
weiter Auslegung des in Art.. 87 aOG verwendeten Begriffs
der Zivilsachen führte u. a. die Erwägung,. dass die er-
wähnte Bestimmung den Zweck verfolge, die. ,staats-
rechtliche Beschwerde nach Möglichkeit ,auf rein staats-
rechtliche Streitfragen einzuschränken (BGE 41 II .763,
51 III 193/4). Der Entlastung der staatsrechtlichen
Abteilung des Bundesgerichts sollte namentlich auch die
gemäss Anregung
des Bundesgerichts durch Art. 491it .. b
VDG geschaffene, heute durch Art. 68 lit. b OG ersetzte
3. Ziffer von Art. 87.aOG dienen. BeLder Gesetzeärevision
von 1943 war nicht beabsichtigt, bisher vom Bundes-
gerichtals . Zivilgericht behandelte Angelegenheiten aus
dem' Bereiche der Zivilgesetzgebung wieder der staats-
rechtlichen.Ab:teilüngzuzuweis,en. 'Die Bezeichnung ( Zivil-
sachen ist also in Art. 68 OG nicht anders zu verstehen
als in Art. 87.aOG. Die vormundschaftliche Angelegenheit,
auf die der angefochtene Entscheid sich bezieht, ist daher
eine Zivilsache. im Sinne von Art. 68 OG.
Vormundschaftliche'
Massnahmen, Unterliegen' nur in
den Fällen, die Art. 44 OG in lit . .a:-c aufzählt; der Berufup,g ,
an, das
Bundesgericht. Die Unterstellung eines ausser-
ehelichen
Kindes unter .die elterliche Gewalt der, Mutt,t,r
und die Weigerung, diese Massnahme zu treffen,.geliören
nicht zu jenen Fällen. Namentlich handelt es sich dabei
nicht um die Wiederherstellung oder Entziehung der,
elterlichen Gewalt im Sinne von Art. 44 lit. b OG (vgl.
BGE 49 II 149 ff. und 56 II 2, wonach die Stellung eines,
ausserehelichen 'Kindes unter Vormundschaft oder unter
die elterliche Gewalt von Mutter oder Vater und die
nnhträgli.che AbäD.derung dieser Massnahmen nicht unter'
die durch Art. 44 lit. b OG ersetzte Vorschrift von Art.
86 Ziff. 2 aOG fallen). Der angefochtene Entscheid ist
daher in einer nicht berufungsfähigen Zivilsache ergangen.
Da gegen den Entscheid des Regierup.gsrates kein,
Familienreoht. N° 50.
ordentliches kantonales 'Rechtsmittel gegeben ist, liegt
ein letztmstanzlicher Entscheid
im Sinne von Art.' 68
OG vor.
Mit der Beschwerde wird geltend gemacht, dass die
Vorinstanz eine aus dem ZGB hervorgehende
Vorschrift
über die örtliche Zuständigkeit der Vormundschafts
hörden verletzt habe. Diese Rüge fällt unter Art. 68 lit.
bOG.
Auf die ,Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
-Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, für die
Zuständigkeit z'um Entscheid über ihr Gesuch gelte analog
die
Regel,die nach der Rechtsprechung des Bundesge-
riohtes (BGE 62 II 205) für die Zuständigkeit zum Ent-
scheid über Gesuche um Wiederherstellung der elterlichen
Gewalt
im Sinne von Art. 287 ZGR . gilt, d. h. es seien
die Behörden
am Wohnsitz des Gesuchstellers zur Beur-
teilung derartiger Gesuche zuständig. Die Wiederherstei-
lung
der elterlichen Gewalt im Sinne von Art. 287 ZGB
und die Stellung eines ausserehelichen Kindes' unter die
elterliche Gewalt
der Mutter, wie die Beschwerdeführerin
sie
verlangt, sind . jedoch ganz verschiedene Dinge. Die
Eltern ehelicher Kinder, denen die elterliche Gewalt
entzogen worden ist,
haben, unter bestimmten Voraus-
setzungen, nämlich bei Wegfall des' Entziehungsgrundes,
einen
Rechtsanspruoh darauf, dass ihnen die elterliche
Gewalt: wieder eingeräumt werde (Art. 287 ZGB). Um
diesen Anspruch geht es, wenn ein Gesuch um Wieder-
herstellung
der elterlichen Gewalt über ein eheliches
Kind zU' beurteilen ist: Was demgegenüber die . Stellung
eines ausserehelichen Kindes unter die elterliche Gewalt
eines Elternteils
anlangt, so ist zunächst festzustellen,
daSliJ sie 'nicht nur unmittelbar nach 'Durchführung der
Vaterschaftsklage oder nach Ablauf der ioagefrist erfolgen
kann (Art. 311 Aha. 2 ZGB), sondern nach Art. 324 Aha.
3, 325 Aha. 3 und 326 Ahs. 2 ZGB erscheint es auch als
zulässig, das aussereheUcl:w Kind vorerst unter Vor-
mundschaft und erst später unter die elterliche . Gewalt
Familienreoht. N0 50.
der Mutter oder allenfalls des Vaters zu stellen; Art. 431
Aha. 1 ZGB, wonach die Vormundschaft über eine unmün-
dige Person mit dem Eintritt der Mündigkeit aufhört,
regelt die Beendigung
der Vormundschaft über Unmün-
dige nicht abschliessend. Ein Anspruch auf Einräumung
der elterlichen Gewalt steht jedoch den Eltern eines
ausserehelichen Kindes
in keinem Falle zu. Die erwähnten
Bestimmungen
lauten vielmehr dahin, dass die Vor-
mundschaftsbehörde das aussereheliche Kind unter die
elterliche Gewalt
der Mutter oder allenfalls des Vaters
stellen
kann. Es steht also im freien Ermessender Vor-
mundschaftsbehörde, ob eine solche Massnabme getroffen
werden
SQll oder nicht. Die Behörde hat bei ihrem Entscheid
hierüber einzig die Interessen des ausserehelichen Kindes
zu berücksichtigen. Wenn dessen
Wohles erheischt, kann
sie sogar die Einrä'umung der elterlichen Gewalt an einen
Elternteil wieder rückgängig machen, ohne
dass gegen-
über dem betroffenen Elternteil ein Grund für die Ent-
ziehung der elterlichen Gewalt im Sinne von Art. 285
ZGB vorliegen muss (BGE 49
II 153). Der En,tBcheid
darüber, ob einaussereheliches Kind unter die elterliche
Gewal1! eines Elternteils zu stellen sei, hat also. nur eine
Massnahme der vorniundschaftlichen Fürsorge zum Gegen-
stand. Zuständig ist daher nicht die Vormundschafts-
behörde
am Wohnsitz des Elternteils, der um Einräumung
der elterlichen Gewalt nachsucht, sondern die Behörde,
die die
Beistandschaft gemäss A1;t.311 Aba. 1 ZGB errichtet
hat (BGE 56 II 4 E. 3) oder, wenn bereits eine Vormund-
schaft besteht, die
zu deren Führung berufene. Behörde,
im vorliegenden Fa.ne also die Vormundschaftsbehörde
Meilen.
Demnach-erlcen,nt das Bundesgericht :
Die Beschwerde wird abgewiesen.
lIii AB U n -1946