Gewerbsmässige Abtreibung and prescription period

BGE 71 IV 237Raccolta ufficiale del Tribunale federale (DTF) / Volume IV5 nov 1945

Sintesi

The Kassationshof considered an appeal in a case concerning professional abortion and limitation. It held that individual abortion acts remain part of the collective offense even where the offender waived remuneration in a particular instance. It further held that qualified abortion under Art. 119 Ziff. 3 StGB is subject to the ten-year limitation period, even if the pregnant woman consented. The excerpt does not include the full dispositif, only the headnotes and reasons.

Regest

Art. 119 Ziff. 1 und 3 StGB; gewerbsmässige Abtreibung und Verjährung qualifizierter Fälle: Zum Kollektivdelikt der gewerbsmässigen Abtreibung gehören auch vereinzelte Teilhandlungen, in denen der Täter ausnahmsweise auf ein Entgelt verzichtet. Die Abgrenzung richtet sich nach dem einheitlichen gewerbsmässigen Tatentschluss; andernfalls würden solche Handlungen unzutreffend als selbständige Delikte mit Strafschärfungsfolge nach Art. 68 StGB behandelt. Die Verfolgung der qualifizierten Abtreibung verjährt nach zehn Jahren auch dann, wenn die Schwangere eingewilligt hat; die zweijährige Frist von Art. 119 Ziff. 1 gilt für qualifizierte Fälle nicht, da das Gesetz insoweit keine gegenteilige Sonderregel enthält (vgl. Erwägungen).

Testo completo

Strafgesetzbuch. No 54. nel caso in cui le giurisdizioni inferiori hanno pronunciato una sentenza di condanna. Dei resto, un altro motivo induce ad equiparare il ricorso dell'imputato al suo interrogatorio. Col ricorso egli mira ad ottenere un nuovo giudizio piit favorevole ; prolunga l'azione penale,' invece di adagiarsi all'esecuzione della sentenza. Sarebbe quindi una contradictio in adjecto l'am- mettere ehe col ricorso l'imputato possa ottenere la pre- scrizione dell'azione penale. Ne segue ehe in concreto il ricorso, ehe il Corti ha inter- posto il 15 marzo 1945 al Consiglio di Stato contro la riso- luzione dipartimentale, interruppe la prescrizione. Allorohe il Consiglio di Stato giudico, ossia il 14 agosto 1945, il nuovo termine di presorizione di sei mesi non era ancora spirato, ma continuo tuttavia a decorrere, poiche il giu- dizio non era esecutivo, dato il diritto di deferirlo alla Camera dei ricorsi penali. Col ricorso inoltrato il 14 set- tembre 1945 alla Camera dei ricorsi la prescrizione dell'a- zione penale venne nuovamente interrotta e, il 17 ottobre 1945, allorche detta camera si pronuncio, non era ancora acquisita. Ma prima ehe gli atti giungessero alla Corte di cassazione penale del Tribunale federale, ossia prima del 5 novembre 1945, si e verificata la prescrizione assoluta di un anno a contare dal giorno del reato, conformemente all'art. 72 cp. 3 combinatO con l'art. 109 CP. Cosi stando Ie cose, un rinvio degli atti alla Camel'a dei ricorsi penali sarebbe senza scopo, poiche essa non potrebbe pronunciare un nuovo giudizio di condanna. ll Tribunate f ederale pronuncia : Jl ricorso e respinto a' sensi dei considerandi. Strafgesetzbuch. No 55. 55. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 21. Dezember

i. S. C:anova und Mitangeklagte gegen Staatsanwaltsehaft des Berner Seelandes. Art. 119 Zijf. 1 und 3 StGB.

  1. Zum Kollektivdelikt der gewerbsmässigen Abtreibung gehören auch einzelne Fälle, in denen der Abtreiber entgegen seiner Gepfiogenheit auf ein Entgelt verzichtet.
  2. Die Verfolgung qnfizierter Fälle von Abtreibung (Art. 119 Ziff. 3) verjährt auch dann in zehn Jahren, wenn die Schwangere in die Tat eingewilligt hat. Art. 119 eh. 1 et 3 OP.
  3. Le delit collectif consistant a faire metier de l'avortement englobe aussi les cas ou l'avorteur, contrairement a son habitude, a renonce a une remuneration.
  4. La poursuite de l'avortement qualifie (art. 119 eh. 3 CP) se prescrit par dix ans, meme dans le eas ou l'avorteur a agi avee le eonsentement de la personne eneeinte. Art. 119, cifra 1 e 3 OP.
  5. Il delitto collettivo ehe eonsiste nel fare mestiere delle pratiehe abortive eomprende anche quei casi in cui chi proeura l'aborto ha rinunciato, eontrariamente alla sua abitudine, ad una mercede.
  6. L'azione penale in caso di aborto qualificato (art. 119 cifra 3 CP) si prescrive eol decorso di dieci anni, anehe se chi ha procurato l'aborto abbia agito col consenso della donna ineinta. Aus den Erwägungen : Hat Folletete aus dem Abtreiben ein Gewerbe gemacht, so umfasst es auch die vereinzelten Fälle, in denen er nicht wegen des Erwerbes, sondern aus Gefälligkeit abgeti;ieben und abzutreiben versucht hat. Würde man diese Taten nicht als Teilhandlungen des Gewerbes ansehen, das ein Kollektivdelikt ist, so würden sie gemäss Art. 68 StGB die Erhöhung der für die gewerbsmässige Abtreibung an- gedrohten Strafe nach sich ziehen. Der Abtreiber, der in einzelnen Fällen auf ein Entgelt verzichtet, liefe also Ge- fahr, strenger bestraft zu werden, als wenn er sich gemäss seiner Gepflogenheit auch für diese. Fälle hätte bezahlen lassen. Die besondere Schuldigerklärung des Folletete wegen vollendeter und versuchter einfacher Abtreibung neben derjenigen wegen gewerbsmässiger Abtreibung ist somit zu Unrecht erfolgt.

Strafgesetzbuch. No 55. Anderseits ergibt sich daraus, dass die Verfolgung der Abtreibungen an Lydia Beuchat entgegen der Auflassung des .Beschwerdeführers nicht der zweijährigen Verjäh- rungsfrist des Art. 119 Ziff. l StGB, sondern der für die Verfolgung gewerbsmässiger Abtreibungen geltenden Ver- jährungsfrist von zehn Jahren unterstand. Hätte der Gesetzgeber die mit Einwilligung der Schwangeren erfolgte qualifizierte Abtreibung wie die mit dieser Einwilligung erfolgte einfache Abtreibung in zwei Jahren verjähren lassen wollen, so hätte nichts ihn gehindert, dies unter Ziffer 3 des Art. 119 StGB zu sagen. Das Schweigen des Gesetzes ist dahin auszulegen, dass die in Art. 119 Ziff. l vorgesehene zweijährige Verjährungsfrist für qualifizierte Fälle nicht gilt. PERSONENVERZEICHNIS. N. B. -Bei den publizierten Entscheiden ist die Seite, bei den nicht publizierten das Datum angegeben. Aargau, Kriminalgericht c. Grossert . -, Obergericht c. Bächli .

  • - o. Fiebig .

c. Fritschi . --c. Mallaun . --c. Marti .. --c. Ritter. .

  • - c. Schweizer . --c. Sigg ... --c. Sperisen. . '-----o. Stolz-Sohneokenburger
  • -c. Süssli . . . . . .

c. Thomi-Lüthy . . , -, Regierungsrat ; Marti , . . -, Staatsanwaltflciiii:ft o. Bischof --c. Brack .. --c. Fischer .

-c. Grossert. --0.-.. --c.-..

  • ----" e. Imhof. ---o.-.. --c. Kalt ---c. Plüs8 . --o. Sola.nd ---c. SütWt --o. Winter --o. Zürich, Staatsanwa.ltscha.ft
  • -und Kons. c. St. Gallen, Staatsanwalt- schaft ............... . Datum
  1. August
  2. August
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