Cantonal law governs criminal capacity in traffic-law concurrence

BGE 67 I 317Raccolta ufficiale del Tribunale federale (DTF) / Volume I3 lug 1940Annulled

Sintesi

Otto Lochmann, then 13 years old, was convicted by the Zurich juvenile courts of negligent homicide after his bicycle struck and killed a pedestrian. On cassation, the Federal Court held first that, in cases of ideal concurrence involving a cantonal offence under Art. 65(4) MFG, personal grounds excluding punishment are governed by cantonal law. On the merits, however, the court found no negligence: a cyclist riding at moderate speed may initially rely on bell signals when an adult pedestrian crosses the road, and the unusual failure of the pedestrian to react was not foreseeable. The complaint was therefore upheld, the cantonal judgment annulled, and the matter remitted for acquittal.

Regest

Art. 65 Abs. 4 MFG; persönliche Strafaufhebungsgründe bei idealkonkurrenzierender Anwendung kantonalen Strafrechts: Für das kantonale Delikt bestimmt sich insbesondere die Straffähigkeit nach kantonalem Recht und entzieht sich insoweit der bundesgerichtlichen Überprüfung (consid. 1). Fahrlässigkeit bei Strassenverkehrsvorgängen ist zu verneinen, wenn ein Velofahrer bei mässiger Geschwindigkeit zunächst auf das Glockensignal gegenüber einem erwachsenen Fussgänger vertrauen durfte; ein erst nach erfolgloser Warnung eingeleitetes Bremsmanöver begründet unter den gegebenen Umständen keine strafrechtlich erhebliche Unvorsichtigkeit (consid. 2).

Testo completo

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fin d'ora, nOll pho influire il fatto ehe Arrigo Nessi insistette affineM il Leoni gli eedesse la guida dell'autoearro, ne avrebbe rilevanza se risultasse ehe il malore eolpi il Leoni soltanto durante il viaggio tra Sonogno e Fraseo e ehe non si poteva quindi agevolmente fermarsi e ehiamare un altro autista. All'ammissione deI rieorso non fa ostaeolo l'art. 61 LCAV. Seeondo il tenore di quest'artieolo, sarebbe punibile, oItre Arrigo Nessi, soltanto il detentore dell'autoearro, il quale non era il Leoni, ma Carlo Nessi. L'art. 61 LCAV presenta una laeuna, poieM pel fatto di aver laseiato eondurre un autoveieolo da una persona sprovvista della lieenza di eondurre dovrebbe poter essere punito anche il eondueente ehe non e detentore. Trattandosi di una disposizione penale, questa lacuna non puo pero essere colmata dal giudiee. Ma il condurre e il laseiar eondurre senza lieenza non sono regolati dall'art. 61 LCAV in modoesauriente ed esclusivo, nel senso ehe un non detentore ehe perrnette di eondurre ad un terzo sprovvisto di lieenza non potrebbe commettere un'imprudenza a'sensi dell'art. 67 CPF. Una colpa a stregua dell'art. 67 CPF puo esistere anehe se non si verifiea il fattispeeie dell'art. 61 LCAV. L'art. 67 CPF non limita, come l'art. 61 LCAV, la responsabilita penale pel fatto di eireolare senza lieenza a determinate persone: nel valutare l'imprudenza a' sensi dell'art. 67 CPF non importa tanto se il terzo eui e stato affidato l'autoveicolo fosse in possesso della lieenza di eondurre, quanto se fosse esperto nel eondurre. Cio posto, l'aver eeduto il volante di un autoearro, ehe eireolava su una stretta strada di montagna eon servizio postale, a un ragazzo poeo piu ehe sedieenne sprovvisto della lieenza di eondurre, rappresenta senza dubbio un'imprudenza a' sensi dell'art. 67 CPF. TI Leonieonoseeva l' eta di Arrigo N essi e gli era pure noto ehe la strada ove eireolava l'autoearro era una strada postale. TI Leoni avrebbe dovuto attendere sino a tant.o ehe il su.o statu di salute si f.osse migliorat.o .0 ehe un altro autista f.osse giunto a s.ostituirl.o .0, se il mal.ore 1.0 e.olse in viaggio, avrebbe dovut.o fermarsi al piu vieino punt.o d'ineroci.o. Che Arrig.o Nessi, figli.o deI su.o principale, l'abbia insisten- temente invitato a eedergli il volante, n.on puo seusare eompletamente il Le.oni. II Tribunale federale pronuncia : TI rieorso e ammess.o. Di e.onseguenza e annullato il deeret.o di abbandono 29 aprile 1941 nei eonfr.onti di Ugo Leoni, contro il quale il Proeuratore pubblic.o s.opra- eenerino emanera att.o di accusa. H. MOTORFAHRZEUG-UND FAHRRADVERKEHR CIRCULATION DES VEHICULES AUTOMOBILES ET DES CYCLES 45. Urteil des Kassationshofs vom 7. Juli 1941 i. S. Loehmann gegen Jugendanwaltsehaft Zfirieh.

  1. Idealkonkurrenz zwischen MFG-und kantonalem Strafrecht (Art. 65 Abs. 4 MFG): Bezüglich des kantonalen Delikts beurteilen sich persönliche Strafausschliessungsgründe, z. B. die Straffähigkeit, nach kantonalem Recht.
  2. In mässigem TeIllpo daherkoInmender Radfahrer darf gegen- über eineIll die Strasse überquerenden Fussgänger sich zunächst auf seine Glockensignale verlassen, ohne weiter zu verlang- samen.
  3. Concours ideal entre la LA et le droit penal cantonal (art. 65 al. 4 LA) : Touchant le delit de droit cantonal, les causes qui excluent l'application d'une peine sont regies par le droit cantonal.
  4. Lorsqu'un pieton traverse la chaussee, 16 cycliste qui roule a une allure Illoderee peut se contenter tout d'abord d'avertir au Illoyen de son timbre sans ralentir.

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  1. Concorso ideale:, tra la LCA V e il diritto penale cantonale (art. 65 cp. 4 LCAV) : Per qnanto riguarda il delitto previst? dalla legislazione cantonale, le cause che f:'scludono l'apph- cazione d'una pena sono disciplinate dal irint cantonal .
  2. Allorche un pedone attraversala strada, Il clChsta, che cll"Cola ad una velocita moderata, puo limitarsi dapprima a dara un segnale d'avvt'rtimento col campanello, Renza rallentare mag- giormente. Am 3. Juli 1940 morgens 7.45 Uhr fuhr der 13-jährige Otto Lochmann auf seinem Fahrrad durch die Lettenholz- strasse in Zürich und bog in die links abzweigende Morä- nenstrasse ein. Er holte dabei vorschriftsgemäss weit nach dem rechten Rande der Moränenstrasse aus. Seine Geschwindigkeit war eine mässige. Wie, er einbog, sah er einen HD-Soldaten in Uniform -es war der 1883 geborene W. Reber, a. Käser, wohnhaft in Zürich -in schräger Richtung die Moränenstrasse überschreiten. Der Knabe läutete mehrere Male, aber der Fussgänger achtete sich des Velofahrers nicht und lief in das Vorderrad hinein. Beide kamen zu Fall. Der Fussgänger erlitt dabei einen Schädelbasisbruch, an dem er verschied. Der Jugendanwalt erhob gegen Otto Lochmann An- klage wegen fahrlässiger Tötung. Das Jugendstraf- gericht fand ihn im Sinne der Anklage schuldig und erteilte ihm einen Verweis. Auf Nichtigkeitsbeschwerde hin bestätigte das Obergericht des Kantons Zürich dieses Urteil. Es ging davon aus, dass bei Beurteilung der Straf- fähigkeit wegen des kantonalen Deliktstatbestandes der fahrlässigen Tötung kantonales Recht Anwendung finde, das für den Ausschluss der Strafverfolgung wegen jugend- lichen Alters den Nachweis erfordert, dass dem Kinde die zur Unterscheidung der Strafbarkeit seiner Handlung notwendige geistige Ausbildung fehlt, welcher Nachweis im vorliegenden Falle nicht erbracht sei. In der Sache selbst sieht die Vorinstanz die Schuld des Knaben darin, dass er nicht in einem frühem Zeitpunkte, als diese' Mass- nahme noch Erfolg versprach, bremste, sondern sich bei ' der Signalabgabe beruhigte. Die gegen dieses Urteil eingelegte Nichtigkeitsbeschwerde Motorfahrzeug-und Fahrradverkehr. N° 4-fi.

macht geltend, dass die Straffähigkeit sich nach Art. 30 BStR richte und zu verneinen sei. In der Sache selbst wird ausschliessIiches Verschulden des Verunfallten be- hauptet. Der Kassationshof zieht in Erwägung : Die Vorinstanz hat mit Recht die Straffähigkeit für das kantonale Delikt der fahrlässigen Tötung nach kanto- nalem Recht beurteilt. Denn der Kassationshof hat wiederholt ausgesprochen, dass in Fällen, die im Sinne von Art. 65 al. 4 MFG der Anwendung des kantonalen Strafrechts rufen, persönliche Strafausschliessungsgrnnde sich nach dem kantonalen Rechte beurteilen (vgl. BGE 63 I, 255, 65 I 196). Die Frage der Straffähigkeit des Angeklagten entzieht sich daher der Überprüfung des Kassationshofes. Diese kann sich nur darauf erstrecken, ob das Verhalten, in welchem die Vorinstanzen eine Fahrlässigkeit gesehen haben, gegen die bundesrechtlichen Verkehrsregeln verstosse, denn nach ständiger Rechtspre- chung des Kassationshofes geht es nicht an, ein Verhalten als fahrlässig im Sinne des kantonalen Fahrlässigkeitsde- likts zu beurteilen, das mit den eidgenössischen Verkehrs- regeln im Einklange steht (BGE 61 I 214, 66 I 323). Dem Knaben wird vorgeworfen, dass er im Vertrauen darauf, der Fussgänger werde sein Glockensignal hören, zugefahren sei, bis es zu spät war, noch wirksam zu brem- sen. Allein es war verständlich, wenn er zunächst bloss klingelte, denn seine Geschwindigkeit war eine mässige und der Fussgänger, der gegen seine Fahrbahn daher kam, war kein unmündiges Kind oder ein sichtlich betrunkener oder gebrechlicher Mensch, denen gegenüber mit allen Möglichkeiten gefährdenden Verhaltens auf der Strasse zu rechnen ist, sondern er war ein Mann im besten Alter, ein Soldat in Uniform, von dem als selbstverständlich gelten durfte, dass er sich einigermassen gewandt auf der Strasse zu benehmen wisse. Allerdings kam er mit gesenktem Kopfe daher und schien unaufmerksam. Aber

Strafrocht . um die Aufmerksamkeit zu wecken, hilft normalerweise das Klingelzeichen. Dass der Knabe es noch einmal wieder- holte, um erst jetzt zu bremsen, als das Warnzeichen wiederum nichts nützte, lässt sich auch verstehen, denn er rechnete offenbar damit, dass der Mann es nunmehr unmöglich überhören könne ; dann aber brauchte dieser nur stehen zu bleiben und den Radfahrer an sich vorbei- zulassen. Solches überhören war in der Tat ungewöhnlich und nicht voraussehbar, und dem Radfahrer nachträglich zumuten, er hätte sich darauf einrichten müssen, ist nicht angängig. Das käme der Statuierung gesetzlicher Haft- pflicht des Radfahrers gleich, und das gegenüber einem Fussgänger, der unter Hintansetzung elementarster Vor- sichtsmassregeln sich auf den Strassen der Grosstadt bewegt. Ebensowenig . darf der Hintergedanke an die Radfahrerhaftpflichtversicherung einen Grund bilden, ei- nen Knaben für sein Leben schuldlos mit dem Vorwurf zu belasten, dass er fahrlässig einen Menschen getötet habe. Demnach erkennt der Kassationshof: Die Nichtigkeitsbeschwerde wird gutgeheissen, das ange- fochtene Urteil aufgehoben und die Sache zur Freispre- chung des Beschwerdeführers an die Vorinstanz zurück- gewiesen. Vgl. auch Nr. 44. -Voir aussi n° 44. Lang Druck AG 3000 Bern (Schweiz)

A. STAATSRECHT -nROIT PUBLIC ----- ... .- I. GLEICHHEIT VOR DEM GESETZ (REOHTSVERWEIGERUNG) EGALITE DEVANT LA LOI (miNI DE JUSTIOE) VgI. NI'. 46. -Voir n° 46. H. HANDELS-UND GEWERBEFREIHEIT LIBERTE DU COMMERCE ET DE L'INDUSTRIE Vgl. Kr. 4n. -Yoir n° 46. IH. AUSüBUNG DER WISSENSCHAFTLICHEN BERUFSARTEN EXERCICE DES PROFESSIONS LIBERALES 46. Arr t du 15 deeembre 1941 en Ia cause Dr X. contre Consl'iI d'Etat du Canton de Vaud. Pouvoir disciplinaire des cantons sur les personnes qui exercent une profession medicale. Art. 4 et 31 CF. Con?amnation d'un medecin a l'interdiction temporaire de pm tlquer pour faute grave commise dans un diagnostic. Le Tribunal federal doit s'en tenir aux cOllStatatiollS de fait de l'autorite cantonale, a moillS qu'elles ne soient arbitraires. La dooision disciplinaire n'est incompatible avec l'art. 31 CF que si elle formule a l'egard de l'interesse des exigences que ne peut justifier la protection des interets pnblics en jeu. AS 67 I -1941 2l

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