Civil appeal inadmissible where reform appeal was available

BGE 53 II 348Raccolta ufficiale del Tribunale federale (DTF) / Volume II29 set 1927Inadmissible

Sintesi

Lesegretain challenged a Neuchâtel cantonal judgment awarding damages to Panier under French law. The Federal Tribunal held that a civil law appeal was unavailable because the case was a final civil merits judgment above the monetary threshold and the complaint related to the applicable law, which had to be brought by reform appeal. The court therefore did not enter into the matter.

Regest

Art. 87 OJF; recours de droit civil excluded where a reform appeal is available. A final cantonal civil judgment exceeding the value threshold and deciding the merits cannot be challenged by recours de droit civil when the grievance concerns the determination of the applicable law under federal private law; such a complaint must be raised by reform appeal. The subsidiary nature of the civil law appeal is decisive, irrespective of whether the cantonal court applied foreign law.

Testo completo

tractee en France par une societe frannaise envers une autre societe frannaise, est regie sans nul doute par Ie droit frannais; qu'il en est de mnme de la pretention subsidiaire du demandeur a des dommages-internts pour execution imparfaite du contrat de cautionnement ; Considerant au surplus que la lettre du 18 mai 1920 constituait evidemment une oflre de cautionnement, qui n'a lie definitivement la defenderesse qu'au moment de son acceptation par le Credit commercial de France ; que l'acceptation de roffre Hant intervenue en France, c'est en France que le contrat a He conclu; qu'il en faut inferer que les parties ont entendu sou- mettre les effets du contrat au droit frannais, quand bien mnme les dettes d'argent sont en droit frannais des dettes querables et non des dettes portables ; Considerant que dans ces conditions le recours en re- forme du Credit commercial de France est irrecevable ; que d'ailleurs le jugement attaque ne parait point critiquable au fond; Le Tribunal tideral prononce Il n' est pas entre en matiere sur le recours. . 59. Urtiiil der I. Zivila.bteilung vom 14. September lSa7 i. S. S. Guggenheim und Genossen gegen Leih-und Spa.rkasse Diessenhofen in Liq. Sub i e k t i v e K 1 a gen h ä n fun g (Art. 6 und 43 BZP) : Zulässigkeitsvoraussetzungen. A. -Die Leih-und Sparkasse Diessenhofen in Liq. -eine im Jahre 1865 gegründete A.-G. -machte vor dem Kriege ihre Hauptgeschäfte in Deutschland. Infolge des deutschen Währungszerfalles während und nach dem Kriege musste sie gegen Ende 1919 ihre Zahlungen ein- Prozessrecht. No 59. 349 stellen. Am 30. Oktober 1920 schloss sie mit ihren Gläu- bigern einen gerichtlichen Nachlassvertrag ab (Stun- dung für fünf Jahre bei Verzinsung der Forderungen zu 2%). Nach Ablauf der Stundungsdauer (Oktober 1924) trat sie in Liquidation. Dabei nahmen die Liquida- toren den Standpunkt ein, dass den Markgläubigern - zu denen auch die Kläger gehören -keine Liquidations- dividende gebühre, weil die Mark wertlos geworden sei. B. -Mit der vorliegenden, gestützt auf Art. 52 Ziff. 1 OG direkt beim Bundesgericht eingereichten gemein- chaftlichen Klage verlangen die Kläger Aufwertung Ihrer Markforderungen (Obligationen, Sparkassaeinlagen und ontokorrentguthaben) im Umfange von 40% des Nommalbetrages und Ausrichtung der den andern Gläu- bigern zukommenden Liquidationsdividende auf den aufgewerteten Forderungsbeträgen (49,320 Fr. für die Kläger Nr. 1-3; 22,806 Fr. für den Kläger Nr. 4 und 14,641 Fr. für den Kläger Nr. 5) nebst 5% Zins seit

  1. März 1925 für eine Teildividende von 10%. Im ein- zelnen wird ausgeführt :
  2. Die Kläger Nr. 1-3 hätten der Beklagten Hypo- theken in Bayern abgetreten und vermittelt. Für diese Hypothekarforderungen hätten sie die gesamtverbind- liche Bürg- und Selbstzahlerschaft übernommen und zur weitem Sicherheit der Beklagten 15 Inhaberobliga- tionen ihres Institutes im Nominalbetrage von 100,000 Mark als Faustpfand übergeben. Diese Obligationen seien von ihnen am 4. Februar 1911 um 100,000 voll- wertige Mark von der Beklagten erworben worden. Die Kläger Nr. 1-3 seien kraft eines zwischen ihnen be- stehenden GesellschaftsverhältnissesEigentümer dieser Papiere zu gesamter Hand.
  3. Dem Kläger Nr. 4 schulde die Beklagte: Obligationen . . . . . . . . . . . . M. 26,200.- Sparhefteinlagen . . . 8,988.20 Kontokorrentguthaben . . . . . 11,054.75 Total M. 46,242.95

350 Prozessrecht. N° 59. und dem Kläger Nr. 5 : Obligationen . . . . Sparhefteinlagen . . . . Kontokorrentguthaben M. 15,000.- 6,990.60 7,696.- Tot91 M. 29,986.60 Diese Anlagen seien in den Jahren 1911-1919 vor- wiegend in vollwertiger alter Markwährung erlolgt. In prozessualer Beziehung wird der Antrag gestellt, das Gericht wolle in Anwendung von Art. 43 BZP die subjektive Klagenhäufung zulassen und die Klagean- sprüche im gleichen Verlahren beurteilen. Die Voraus- setzungen dieser Bestimmung seien erfüllt, da die An- sprüche aller Kläger aus der nämlichen Tatsache (Geld- anlagen bei der Beklagten) abgeleitet und auf die gleichen Rechtsgründe gestützt würden. Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

  1. -In erster Linie ist zu prüfen, ob die Verbindung der mehreren gegen die Leih-und Sparkasse Diessen- hofen in Liq. angehobenen Klagen (subjektive Klagen- häufung) zulässig sei. Dies kann vorab nicht zweifel- haft sein bezüglich der Ansprüche der Kläger Nr. 1-3. Nach den Anbringen der Klage sind diese unter sich in einem Gesellschaftsverhältnis stehenden Kläger an den Obligationen, die sie für die von ihnen solidarisch verbürgten Hypothekarlordet:,ungen als Faustpfand be- stellt haben, zu gesamter Hand berechtigt. Es besteht also unter ihnen hinsichtlich der Gegenstand des Streites bildenden Forderungen eine rechtliche Gemeinschaft, wie sie Art. 6 BZP als Voraussetzung der Streitgenossen- schaft fordert. Der Verfolgung ihrer Ansprüche im Wege einer gemeinsamen Klage steht daher nichts entgegen.

-Dagegen gebricht es an den Voraussetzungen für die Verbindung auch der Klagen Nr. 4 und 5. Gemäss Art. 43 BZP, auf den sich die Kläger stützen, können mehrere Personen, welche nicht Streitgenossen sind (Art. 6 BZP), nur ausnahmsweise zur Ersparung von Prozessrecht .. N° 59. 351 Kosten in einem Verlahren klagen, wenn die von ihnen erhobene Ansprache aus der nämlichen Tatsache abge- leitet und auf die gleichen Rechtsgründe gestützt wird. Das Gesetz verlangt darnach als Voraussetzung der Vereinigung eine Einheit des Klagefundamentes in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht, d. h. eine mate- rielle Konnexität in dem Sinne, dass die verbundenen Ansprüche tatsächlich und rechtlich denselben Ent- stehungsgrund aufweisen (vgl. MATTI, Streitgenosen- schaft S. 36 f.). Eine Bestimmung nach Art des 60 DZPO, wonach die Verbindung verschiedener Prozesse auch im Falle blosser Gleichartigkeit der Ansprüche und ihrer tatsächlichen und rechtlichen Gründe zu- lässig ist (sog. unechte Streitgenossenschaft), kennt der BZP nicht. Der nach Art. 43 BZP erforderliche Zusammenhang fehlt nun hier schon in tatbeständlicher Hinsicht, indem jede der mehreren Forderungen der Kläger Nr. 4 und 5 (Obligationen, Spareinlagen, Kontokorrentguthaben) auf einem besondern, von den andern unabhängigen tatsächlichen Grunde beruht. Es liegt mithin nicht ein und dieselbe Tatsache vor, sondern eine Mehrzahl ver- schiedener Tatsachen, die der Anzahl der in Frage stehenden Forderungen entspricht. Angesichts dessen entfällt die Frage nach der Identität der Rechtsgründe. Hinzuweisen ist lediglich darauf, dass der Rechtsgrund für die Ansprüche der Kläger Nr. 4 und 5 nicht in den (von allen Klägern gemeinsam angerufenen) Rechts- grundsätzen über die Markaufwertung liegt. Denn die nämliche Tatsache der Markenwertung kann nur den Grund dafür abgeben, wieviel eventuell die Beklagte in Franken umgerechnet zu bezahlen habe, nicht aber dafür, dass die Bank überhaupt Schuldner sei. Nach dem Grundsatze des Art. 42 BZP (objektive Klagenhäufung) wären die Kläger Nr. 4 und 5 freilich befugt, alle ihnen gegen die Beklagte zustehenden An- sprüche im nämlichen Verlahren geltend zu machen;

Prozess recht. N° 60. doch muss jeder von ihnen im Wege einer gesonderten Klage vorgehen. Demnach erkennt das Bundesgericht: Auf die gemeinsame Klage wird, soweit die Kläger F. Orsinger-Wrehrle und A. Walter betreffend, nicht eingetreten. 60. Arret da 1a IIe Seetion civile du 15 septembre 1927 dans la cause L.esagretain contre Panier. Art. 87 chiffre 1 OJF. Le recours de droit civil est exclu dans les causes susceptibles d'un recours en reforme. Attendu qu'Alfred Panier a ouvert action a Jules Lesegretain en coneluant a ce qu'il plaise au Tribunal cantonal neuchätelois prononcer que le contrat conelu entre parties le 6 mars 1923 a ete et est resilie par le fait et la faute du defendeur, et condamner celui-ci a payer au demandeur la somme de 14772 fr. a titre de dommages-internts, avec interet legal a 6 % des le

avril 1923 ; que le defendeur a conelu a liberation des fins de la demande; que par jugement du 9 mars 1927, rendu en application du droit dvil franc;ais, le Tribunal cantonal neuchätelois a declare la demande bien fondee en principe et conaamne Lesegretain a payer au demandeur 24 121,50 fr. franc;ais, a titre de dommages-internts, avec interets a 5 % des le 27 avril 1923; que, par acte depose en temps utile, Jules Lesegretain a interjete un recours de droit civil en demandant au Tribunal federal d'annuler le jugement attaque et de renvoyer la cause a l'instance cantonale pour statuer a nouveau; qu'invoquant l'art. 87 chiffre 1 OJF, le recourant fait grief a l'instance cantonale d'avoir applique le droit franc;ais a une cause qui relevait du droit suisse ; I

I' I I

Considirant en droit: qu'aux termes de l'art. 87 OJF. seules les causes non susceptibles d'un recours en re/orme peuvent faire l'objet d'un recours de droit civil ; qu'en l'esptke l'on se trouve en presence d'un juge- ment au fond rendu par la derniere instance cantonale dans un proces civil dont la valeur litigieuse est supe- rieure a 4000 fr. (art. 58 et 59 OJF) ; qu'a l'avis du recourant, l'instance cantonale aurait viole la loi federale en appliquant les dispositions du droit franc;ais a une cause qui relevait d'apres lui du droit fMeral des obligations (art. 56 et 57 OJF) ; que, des lors, Lesegretain pouvait et devait interjeter un recours en nf/orme pour soumettre au Tribunal fMeral la question du droit applicable au contrat litigieux; qu'en consequence, son recours de droit civil est irrecevable (cf. arrnts non publies Hoirs Roulin contre Justice de paix de Mouret, du 27 juin 1912, et Meng contre Bundi, du 7 juillet 1927) ; le Tribunal /ederal prononce: Il n'est pas entre en matiere sur le recours. 61. Auszug a.us dem 'lJ'rtsil der n. Zivilabteilung vom 29. September 1927 i. S. Zürcher gegen Erben. IIeierla. 1 Hau p t u r t eil: Eine Prozessabweisung wegen un- genauer Parteibezeichnung ist kein Haupturteil. Die Vor- schrift genauer Parteibezeichnung ist eine prozessrechtliche Vorschrift, also kantonalen Rechts. Art. 58 Abs. 1 und Art. 57 Abs. lOG. 2. Ein Anspruch gegen Erben ist nicht gegen die Erbschaft (Erbengemeinschaft) sondern gegen die einzelnen Erben persönlich (als Streitgenossen) zu richten. Art. 602 ZGB; Art. 49 SchKG ist eine Sondervorschrll t .

Parole chiave

admissibilitycivil appealreform appealapplicable lawdamages