progetti
BGE 15 I 245 ΓÇó Federal Court follows expert valuation in expropriation
BGE 15 I 245Raccolta ufficiale del Tribunale federale (DTF) / Volume I22 mar 1889Confirmed
The Federal Court resolved an expropriation valuation dispute between the Jura Bern Luzern Railway Company and the Hauser owners. The company sought to lower the compensation, while the owners sought a higher award and 5% interest. The court held that in pure tax valuation matters it normally follows the concordant assessment of the instruction and expert commissions unless a convincing error is shown. It found no proven error regarding either the land value or the severance/inconvenience compensation, and it held that the interest-rate ruling had become final because it was not timely appealed. The instruction commission’s proposed judgment on dispositive items 1 and 2 was adopted.
Expropriation compensation; judicial review of valuation findings by instruction and expert commissions; interest-rate ruling and finality. In pure tax or valuation matters, the Federal Court ordinarily follows the concordant assessment of the competent expert bodies and departs from it only if a convincing error is shown, in particular where the valuation violates general rules of logic and experience, disregards relevant circumstances, or gives weight to irrelevant factors (consid. 1). Where the factual appraisal of the remaining parcel and the resulting disadvantages is not shown to be erroneous, the court will not substitute its own estimate for that of the specialized commissions (consid. 2-3). A separate determination on the interest rate becomes binding if not challenged within the statutory appeal period; it cannot later be reviewed ex officio (consid. 4).
Décembre 37. Urtheil vom 22. März 1889 in Sachen Jura Bern Luzern Bahngesellschaft gegen Hauser. A. Der Urtheilsantrag der Instruktionskommission ging dahin:
Dagegen beantragt der Anwalt des Expropriaten: Es sei die den Expropriaten zu gewährende Entschädigung auf 200,000 Fr. zu erhöhen und der Zinsfuß der Entschädigung auf 5% festzu setzen, unter Kosten und Entschädigungsfolge. Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
zusammenhängend die Nachtheile, welche dieser Grundstücktheil durch die Abschneidung vom See und die Nachbarschaft des neuen Bahnhofes erleidet, als weit empfindlichere betrachten denn die Schatzungskommission. Die Instruktionskommission ist dieser An schauung auf Grund der Ergebnisse des Augenscheines beigetreten. Daß nun diese, auf rein statsächlicher Würdigung der Verhält nisse beruhende, Anschauung auf einen Irethum beruhe, ist nicht dargethan. 4. Was die Frage des Zinsfußes anbelangt, so ist den Aus führungen des Instruktionsantrages beizutreten. Der Zinsfuß war von der Schatzungskommission durch besonderes Dispositiv geregelt; wenn die Expropriaten die betreffende Entscheidung nicht gegen sich wollten gelten lassen, so müßten sie dieselbe binnen der gesetzlichen dreißigtägigen Rekursfrist anfechten. Thaten sie dies nicht, so erwuchs die Entscheidung ihnen gegenüber in Rechts kraft. Sie haben nun eine Abänderung des Zinsfußes binnen der gesetzlichen Rekursfrist nicht verlangt, sondern lediglich Zuspruch der geforderten Entschädigung selbstverständlich mit Zins ver langt, ohne dabei irgendwie anzudeuten, daß sie sich nicht (wie die Mehrzahl der Expropriaten dies wirklich gethan hat) bei der Festsetzung des Zinsfußes auf 4% beruhigen. Von Amteswegen zu untersuchen, ob die Entscheidung der Schatzungskommission rücksichtlich des Zinsfußes richtig sei, war und ist das Bundes gericht weder verpflichtet noch berechtigt. Demnach hat das Bundesgericht erkannt: Der Urtheilsantrag der bundesgerichtlichen Instruktionskom mission, Dispositiv 1 und 2, wird zum Urtheil erhoben.