No federal appeal against improper bill-execution ruling

BGE 10 I 145Raccolta ufficiale del Tribunale federale (DTF) / Volume I27 ott 1883Inadmissible

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Sintesi Omnilex

Schwarz Cie. tried to maintain bill-execution proceedings against Johannes Faust and I. Pfister after the Aargau authorities had annulled them because the partners were not entered in the commercial register. The Federal Court did not address the merits. It held that a state-law complaint was inadmissible because the alleged mistake concerned the application of federal private law in civil enforcement proceedings. The alternative civil appeal was also inadmissible because the challenged measure was not a judicial final judgment. The Court therefore declined jurisdiction and dismissed the filing without entering into it.

Massima Omnilex

Art. 59 OG; Art. 29 f. OG: Federal review of alleged misapplication of federal private law in civil proceedings and enforcement proceedings; admissibility of remedies. A state-law complaint is not available where the grievance concerns the allegedly incorrect application of federal private law in a civil enforcement matter. In such a constellation, federal review is confined to the civil appeal route provided by the organizational statute, and only under its statutory conditions. That remedy presupposes, in particular, a judicial final judgment; it does not extend to administrative enforcement measures. Where no statutory remedy is open, the Federal Court must decline jurisdiction (consid. 2–3).

Testo completo

  1. Urtheil vom 25. Januar 1884 in Sachen Schwarz Cie. gegen Faust Cie. A. Die Firma Schwarz und Cie. in Bozen ist Gläubigerin der Kollektivgesellschaft Faust Cie. in Zofingen aus zwei Wechseln über 1894 Fr. 20 Cts. und 2188 Fr. 20 Cts. nebst Zins und Kosten. Nachdem die schuldnerische nachher in Kon kurs gefallene Gesellschaft erfolglos ausgetrieben worden war, leitete die Firma Schwarz Cie. gegen die beiden Theilhaber derselben Johannes Faust und I. Pfister persönlich, die wechsel rechtliche Betreibung ein. Johannes Faust bestritt die Zulässig keit der wechselrechtlichen Betreibung und es wurde wirklich durch Entscheidung der Justizdirektion des Kantons Aargau vom
  2. November 1883 die eingeleitete Wechselbetreibung aufgeho ben, weil I. Faust und J. Pfister im Handelsregister nicht eingetragen seien und somit die gesetzlichen Vorschriften über Wechselexekution auf sie keine Anwendung finden; eingetragen sei nur die Kollektivgesellschaft Faust Cie. gewesen und diese sei in Folge des eingetretenen Konkurses aufgelöst und im Han delsregister gelöscht worden. Diese Entscheidung wurde vom Regierungsrathe des Kantons Aargau am 28. November 1883 bestätigt. B. Nunmehr ergriff die Firma Schwarz Cie. den staats rechtlichen Rekurs an das Bundesgericht mit der Behauptung, die angefochtene Entscheidung verletze den Art. 720 des eidge nössischen Obligationenrechtes, da nach diesem Artikel auch die Theilhaber einer Kollektivgesellschaft persönlich der Wechselstrenge unterworfen seien und es für die Zulässigkeit der Wechselexe kution nicht darauf ankomme, ob Jemand zur Zeit der Ein leitung der Betreibung, sondern ob er zur Zeit der Uebernahme der Wechselobligation im Handelsregister eingetragen gewesen sei. Eventuell, für den Fall, daß das Bundesgericht einen staats rechtlichen Rekurs nach Art. 59 des Bundesgesetzes über Orga nisation der Bundesrechtspflege als unzulässig erachten sollte, erklärt die Rekurrentin die Weiterziehung an das Bundesgericht gemäß Art. 29 und 30 des citirten Bundesgesetzes. Sie stellt X 1884

den Antrag: Es seien in Aufhebung des Entscheides des aar gauischen Regierungsrathes vom 28. November 1883 die vom Tit. Bezirksamt Zofingen am 11. Oktober 1883 ertheilten Wechselvollstreckungsbewilligungen zu bestätigen, unter Kosten folge. Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

  1. Es muß vorab von Amtswegen geprüft werden, ob in casu eine Beschwerde an das Bundesgericht überhaupt statt haft sei.
  2. Was nun den in erster Linie von der Rekurrentin einge legten staatsrechtlichen Rekurs gemäß Art. 59 des Bundesgesetzes über Organisation der Bundesrechtspflege anbelangt, so ist der selbe als unzulässig zu erachten. Denn die Beschwerde rügt, daß in einem privatrechtlichen Verfahren, d. h. im Vollstreckungs verfahren für eine eivilrechtliche Forderung, eine Bestimmung des eidgenössischen Obligationenrechtes unrichtig angewendet wor den sei. Nun ist aber wegen unrichtiger Anwendung privatrecht licher Bestimmungen des eidgenössischen Rechts im Civilprozesse und Vollstreckungsverfahren ein staatsrechtlicher Rekurs an das Bundesgericht nicht statthaft; es ist vielmehr in dieser Richtung nur die civilrechtliche Weiterziehung nach Art. 29 und 30 des Bundesgesetzes über Organisation der Bundesrechtspflege unter den dort angegebenen Voraussetzungen zulässig (s. Entscheidung des Bundesgerichtes in Sachen Baumgartner, vom 23. Juli 1883, Erw. 1; in Sachen Schärer Cie., vom 27. Oktober 1883, Erw. 5). Denn der Wille des eidgenössischen Gesetzgebers ging offenbar dahin, das Bundesgericht rücksichtlich der An wendung des eidgenössischen Privatrechtes im Civil prozesse und Vollstreckungsverfahren lediglich als Oberinstanz gegenüber kantonalgerichtlichen Endurtheilen in Rechtsstreitig keiten, bei denen der Streitwerth 3000 Fr. übersteigt, einzu setzen, wogegen irgendwelche weitergehende Kompetenz desselben, sei es gegenüber von gerichtlichen Endurtheilen in Streitigkeiten von geringerem Streitwerthe, sei es gegenüber von richterlichen oder administrativen Verfügungen im Vollstreckungsverfahren und dergleichen nicht begründet werden wollte.
  3. Die eventuell eingelegte Weiterziehung gemäß Art. 29 und 30 des Bundesgesetzes über Organisation der Bundesrechts pflege ist ebenfalls unzulässig, da die Beschwerde sich nicht gegen ein gerichtliches Endurtheil richtet. Da es sonach an einem in casu zutreffenden gesetzlichen Rechtsmittel fehlt, so kann das Bundesgericht wegen mangelnder Kompetenz auf die Be schwerde nicht eintreten, obschon durchaus nicht zu verkennen ist, daß für Fälle der vorliegenden Art ein Rechtsmittel, wodurch dem Bundesgericht die Möglichkeit des Einschreitens zu Auf rechterhaltung der einheitlichen Anwendung des eidgenössischen Rechtes gegeben würde, zweckmäßig, ja nothwendig wäre. Demnach hat das Bundesgericht erkannt: Auf die Beschwerde wird wegen Inkompetenz des Gerichtes nicht eingetreten.

Parole chiave

debt enforcementbill of exchangecommercial registeradmissibilityfederal jurisdictioncivil appealstate-law complaint

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether a state-law complaint to the Federal Court was admissible against a cantonal decision in debt-enforcement proceedings alleging misapplication of federal private law.

Decisione estratta

No. Misapplication of federal private law in civil enforcement proceedings cannot be challenged by a state-law complaint; only civil appeal under the federal judicial organization statute may be available.

Motivazione estratta

The alleged error concerns application of the federal Code of Obligations in a private-law enforcement matter. The Federal Court held that state-law review is not the proper remedy for such errors in civil proceedings or enforcement proceedings.

Questione giuridica chiave

Whether the alternative civil appeal was admissible against the cantonal administrative decision.

Decisione estratta

No. The alternative appeal was inadmissible because it was not directed against a judicial final judgment.

Motivazione estratta

The challenged act was an administrative decision in enforcement proceedings, not a judicial final judgment required for the civil appeal route.

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