Appeal against refusal of evidence declared inadmissible

BK 2018 27Tribunale superiore / Camera dei ricorsi21 mar 2018Inadmissible

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Sintesi Omnilex

The Criminal Appeals Chamber of Bern held that the complainants' appeal against the prosecutor's refusal to have emergency call recordings analyzed was not admissible. Under Art. 394 lit. b StPO, an appeal is excluded if the evidence request can be repeated before the trial court without legal disadvantage. The court found no imminent loss of evidence because the call recordings had already been secured and were in the file, and the mere possibility of a future discontinuance did not create the required disadvantage. The appeal was therefore not entered upon, and the appellants were ordered to pay CHF 300 in costs jointly and severally.

Massima Omnilex

Art. 394 lit. b StPO; admissibility of an appeal against the refusal of an evidence request. The remedy is excluded where the requested evidence may be renewed before the trial court without legal disadvantage. A legal disadvantage presupposes, in particular, a threatened loss of evidence; the mere prospect of a future discontinuance of proceedings does not suffice. Where the evidence has already been secured and is contained in the file, the condition of imminent loss is lacking (consid. 2). Costs are allocated according to Art. 428 Abs. 1 in conjunction with Art. 418 Abs. 2 StPO.

Testo completo

BesetzungOberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Stucki , Oberrichterin Hubschmid

Gerichtsschreiberin Kurt

VerfahrensbeteiligteA.________

Beschuldigter 1

B.________

Beschuldigter 2

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250, 3001 Bern

E.________

Straf- und Zivilkläger 1/Beschwerdeführer 1

C.________

Straf- und Zivilklägerin 2/Beschwerdeführerin 2

D.________ AG

Straf- und Zivilklägerin 3/Beschwerdeführerin 3

GegenstandBeweisanträge

Strafverfahren wegen Drohung, Nötigung, übler Nachrede, Sachbeschädigung etc.

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 4. Januar 2018 (EO 16 8704)

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) führt eine Strafuntersuchung gegen die beiden Beschuldigten wegen Drohung, Nötigung, übler Nachrede, Verleumdung, Beschimpfung, Rassendiskriminierung, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung, zum Nachteil des Straf- und Zivilklägers 1 sowie der Straf- und Zivilklägerinnen 2 und 3. Am 4. Januar 2018 wies die Staatsanwaltschaft den Beweisantrag der Privatklägerschaft, die getätigten Anrufe beim Notruf 117 seien vom Kriminaltechnischen Dienst auszuwerten, ab. Dagegen erhoben der Straf- und Zivilkläger 1 sowie die Straf- und Zivilklägerinnen 2 und 3 (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20. Januar 2018 Beschwerde und beantragten, der aufgenommene Notruf 117 vom Tattag sei beizuziehen und auszuwerten. Durch die widerrechtliche Abweisung des Beweisantrags entstünden ihnen erhebliche Rechtsnachteile, da in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens angedroht werde.

Mit Blick auf das Nachfolgende wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet (Art. 390 Abs. 2 Schweizerische Strafprozessordnung [StPO; SR 312]).

2. Gemäss Art. 394 Bst. b StPO ist die Beschwerde gegen die Ablehnung von Beweisanträgen durch die Staatsanwaltschaft ausgeschlossen, wenn der Antrag ohne Rechtsnachteil vor dem erstinstanzlichen Gericht wiederholt werden kann. Ein solcher Rechtsnachteil ist unter anderem dann gegeben, wenn ein Beweisverlust droht, z.B. bei einem Zeugen, der schwer erkrankt ist oder vor der Abreise nach Übersee steht (Schmid/Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 3 zu Art. 394 StPO). Ein drohender Beweisverlust kann – wie die Beschwerdekammer bereits mehrfach erkannt hat (vgl. u.a. Beschlüsse des Obergerichts des Kantons Bern 15 36 vom 22. Mai 2015, BK 15 295 vom 21. September 2015 und BK 15 296 vom 5. Oktober 2015) – nicht darin liegen, dass das Verfahren möglicherweise eingestellt wird. Den Beschwerdeführern steht es offen, gegen einen allfälligen Einstellungsbeschluss Beschwerde zu erheben mit dem Ziel, die Abnahme des beantragten Beweismittels durchzusetzen. Zudem wurden die Telefonaufzeichnungen gemäss Anzeigerapport vom 19. Juli 2016 bei der Regionalen Einsatzzentrale angefordert und sichergestellt. Sie befinden sich als CD (Beilage 4) bei den Akten. Ein Beweisverlust droht damit ebenfalls nicht.

Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten.

3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführer unter solidarischer Haftbarkeit kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 418 Abs. 2 StPO).

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 300.00, werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.

Zu eröffnen:

dem Straf- und Zivilkläger 1/Beschwerdeführer 1

der Straf-und Zivilklägerin 2/Beschwerdeführerin 2

der Straf- und Zivilklägerin 3/Beschwerdeführerin 3, v.d. E.________

dem Beschuldigten 1

dem Beschuldigten 2

der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:

der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwalt F.________

(mit den Akten)

Bern, 21. März 2018

Im Namen der Beschwerdekammer in Strafsachen Die Präsidentin: Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin: Kurt

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung gestellt.

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

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Parole chiave

admissibilityevidence requestloss of evidenceprivate complainantnon-entrycriminal procedurecosts

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal against the refusal of an evidence request was admissible under Art. 394 lit. b StPO.

Decisione estratta

The appeal was inadmissible because the requested evidence could be repeated before the trial court without legal disadvantage and no imminent loss of evidence was shown.

Motivazione estratta

A possible future discontinuance of the proceedings does not constitute a qualifying legal disadvantage. The call recordings had already been secured and were in the file, so no evidence loss was threatened.

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