Local jurisdiction in unemployment insurance appeal

200 2015 959Tribunale amministrativo19 nov 2015Other

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The claimant appealed an unemployment insurance objection decision to the Administrative Court of the Canton of Bern. The court held that local jurisdiction in unemployment insurance depends on the place where the insured person fulfilled the control duty at the time the decision was issued. The file showed that this was in the Canton of Zurich, so Bern was not competent. Because referral to the competent court was mandatory, the court did not issue a non-entry decision but transferred the case to the Social Insurance Court of the Canton of Zurich. The proceedings were written off, and no costs or party compensation were awarded.

Massima Omnilex

Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 and Art. 119 AVIV; Art. 58 Abs. 3 ATSG; local jurisdiction in unemployment insurance appeals. Territorial competence of the cantonal insurance court is determined by the place where the insured person fulfilled the control duty at the time of the contested decision. If the seized court lacks local jurisdiction but the law imposes a duty to forward the matter to the competent court, the decision is not a non-entry order but a procedural interim decision on jurisdiction; the case must be transmitted ex officio to the competent court (consid. 2-4). In such a situation, the proceedings are to be written off and, absent statutory grounds, no court costs or party compensation are awarded.

Testo completo

200 15 959 ALV

ACT/FRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Zwischenentscheid vom 19. November 2015

Verwaltungsrichter Ackermann

Gerichtsschreiberin Franzen

A.________

Beschwerdeführer

gegen

Arbeitslosenkasse Syndicom Looslistrasse 15, Postfach 382, 3027 Bern

Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 2. Oktober 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Nov. 2015, ALV/15/959, Seite 1

Der Einzelrichter zieht in Erwägung,

1. Mit Einspracheentscheid vom 2. Oktober 2015 (Akten der Arbeitslosenkasse Syndicom [act. II] S. 6 ff.) wies die Arbeitslosenkasse Syndicom die Einsprache von A.________ (act. II S 10. f.) gegen ihre Verfügung vom 25. August 2015 (act. II S. 12 ff.) ab. Dagegen erhob A.________ am 2. November 2015 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, Beschwerde.

2. Für die Arbeitslosenentschädigung richtet sich die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts nach dem Ort, an dem der Versicherte im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (hier 25. August 2015; act. II S. 12 ff.) die Kontrollpflicht erfüllt (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 [AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 lit. a sowie Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 31. August 1983 [AVIV; SR 837.02]).

3. Aus den Unterlagen ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Verfügungserlasses beim RAV …. seine Kontrollpflicht erfüllte (act. II S. 12 ff. und S. 57). Entsprechend ist nicht das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, sondern das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich örtlich zuständig. Die Beschwerde wird diesem überwiesen (Art. 58 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG; SR 830.1]).

4. Eine Verfügung, wonach die angerufene Instanz nicht zuständig ist, schliesst für diese Instanz das Verfahren grundsätzlich ab. Trotzdem handelt es sich um eine – wenn auch atypische – Zwischenverfügung, weil mit dem Entscheid über die Zuständigkeit das Verfahren zwar für die Behörde, nicht jedoch für die beteiligten Parteien abgeschlossen ist. Dieses wird von der dafür zuständigen Behörde weitergeführt (vgl. Ueli Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, 1999, S. 187 Fn. 1016). Entgegen diesem Grundsatz handelt es sich dann um eine verfahrensleitende, mit ordentlichem Rechtmittel anfechtbare Endverfügung, wenn keine Pflicht zur Weiterleitung an die zuständige Behörde besteht. Ist eine solche jedoch gegeben, liegt eine blosse Zwischenverfügung vor, da es sich um einen Zwischenschritt zur Verfahrenserledigung und nicht um die eigentliche Verfahrensbeendigung handelt (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, N 14 zu Art. 49 sowie N 2 und 10 zu Art. 61). Vorliegend erfolgt aufgrund der Weiterleitungspflicht gemäss Art. 58 Abs. 3 ATSG nicht ein Nichteintretensentscheid, sondern eine Zwischenverfügung, mit welcher die örtliche Unzuständigkeit festgestellt wird.

5. Das vorliegende Verfahren wird in der Folge als erledigt vom Protokoll abgeschrieben.

6. Für diesen kostenlosen Entscheid ist der Einzelrichter zuständig (Art. 57 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 [GSOG; BSG 161.1]). Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Es wird festgestellt, dass das angerufene Gericht zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde örtlich unzuständig ist.

2. Die Beschwerde wird von Amtes wegen an das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich überwiesen.

3. Das Verfahren wird als erledigt vom Protokoll abgeschrieben.

4. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteientschädigungen zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):

A.________

Arbeitslosenkasse Syndicom (samt Kopie der E-Mail des Beschwerdeführers vom 4. November 2015)

-beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung

Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Mitteilung an (R):

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Lagerhausstrasse

19, 8400 Winterthur (samt Verfahrensakten)

Der Einzelrichter:Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Parole chiave

local jurisdictionunemployment insurancetransfercontrol dutyterritorial competencecourt costsparty compensation

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the Administrative Court of the Canton of Bern had local jurisdiction over the unemployment insurance appeal

Decisione estratta

The court lacked local jurisdiction because the insured fulfilled the control duty at a place within the Canton of Zurich when the contested decision was issued.

Motivazione estratta

For unemployment insurance, territorial jurisdiction depends on the place where the insured fulfills the control duty at the time of the decision. The file showed that this was not Bern but Zurich.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal had to be forwarded to the competent court

Decisione estratta

Yes. Because the court lacked jurisdiction, the appeal had to be transmitted ex officio to the Social Insurance Court of the Canton of Zurich.

Motivazione estratta

Where the law imposes a duty of referral, the lack of local jurisdiction leads to a transfer rather than a non-entry decision.

Questione giuridica chiave

Costs and party compensation

Decisione estratta

No court costs were levied and no party compensation was awarded.

Motivazione estratta

The decision was free of charge under cantonal law; therefore neither costs nor compensation were ordered.

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