Copy of signed decision valid; appeal dismissed as moot

100 2014 349Tribunale amministrativo30 apr 2015Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A. challenged the Bern cantonal Volkswirtschaftsdirektion’s decision that had dismissed as moot his complaint about the provisional seizure of 40 cats. He argued that he had received only a copied version of the decision without an original signature. The Administrative Court held that the signature requirement exists, but the copied signature did not amount to a serious defect because it came from an authorized person. It further held that the provisional seizure had been superseded by a definitive seizure and a cat-keeping ban, so the dismissal as moot was correct. The appeal was dismissed and no costs were imposed.

Massima Omnilex

Art. 52 Abs. 1 Bst. g VRPG; signature requirement for administrative decisions; a handwritten signature is a validity requirement, especially for appeal decisions and burdensome measures, but the absence of an original on the service copy does not render the act void where the signed original exists in the file and the copy undisputedly reproduces the signature of the authorized person (consid. on nullity). Mootness arises where the contested provisional measure has been replaced by a definitive measure; in such a case, dismissal of the proceedings is lawful. Cost relief under Art. 108 Abs. 1 VRPG may be granted in special circumstances, and no party costs are due if none were incurred (consid. on costs).

Testo completo

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 8. September 2015 abgewiesen, soweit es darauf eingetreten ist (2C/465/2015).

100.2014.349U

KEP/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 30. April 2015

Verwaltungsrichter Keller

Gerichtsschreiber Sieber

A.________

Beschwerdeführer

gegen

Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern Münsterplatz 3a, 3011 Bern

betreffend vorläufige Beschlagnahme von 40 Katzen; Abschreibung des Beschwerdever­fahrens (Verfügung der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern vom 3. Dezember 2014; L2014-024N5)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.04.2015, Nr. 100.2014.349U, Seite 1

Der Einzelrichter zieht in Erwägung,

dass der Beschwerdeführer mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 8. De­zember 2014 den Abschreibungsentscheid der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern vom 3. Dezember 2014 betreffend das Be­schwerdeverfahren über die vorsorgliche Beschlagnahme von 40 Katzen angefochten hat und um dessen Aufhebung sowie um An­weisung der Vorinstanz zu beförderlicher Erledigung der Streitsache er­sucht,

dass der Beschwerdeführer beanstandet, dass ihm der Abschreibungsent­scheid vom 3. Dezember 2014 in Kopie ohne Originalunterschrift er­öffnet wurde,

dass die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern (VOL) mit Beschwer­deantwort vom 17. Dezember 2014 ausführt, es entspreche ihrer Pra­xis, das Exemplar mit der Originalunterschrift im Beschwerdedossier ab­zulegen und den Verfahrensbeteiligten nur Kopien auszuhändigen und geltend macht, dies ändere ihres Erachtens nichts an der Gültig­keit des jeweiligen Rechtsakts, da dieser ja eine Originalunterschrift ent­halte,

dass eine Verfügung eine (eigenhändige) Unterschrift enthalten muss (Art. 52 Abs. 1 Bst. g des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Ver­wal­tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]),

dass diesem Erfordernis besonderes Gewicht zukommt, wenn es sich um einen Rechtsmittelentscheid handelt und/oder wenn der Verwaltungs­akt eine Partei belastet (Merkli/Aeschlimann/Her­zog, Kommentar zum berni­schen VRPG, 1997, Art. 52 N. 20),

dass deshalb fraglich erscheint, ob die von der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern verfolgte Praxis gesetzeskonform ist,

dass die Unterschrift einer handlungsbefugten Person ein Gültigkeitser­fordernis ist, deren Fehlen in schweren Fällen die Nichtigkeit des frag­lichen Verwaltungsakts zur Folge haben kann (BVR 2012 S. 481 E. 2.4),

dass das Vorliegen eines schweren Formfehlers zu verneinen ist, da die kopierte Unterschrift unbestrittenermassen von der handlungsbefug­ten Person stammt,

dass der Veterinärdienst des Kantons Bern die am 3. Oktober 2014 ver­fügte vorläufige Beschlagnahme von 40 Katzen am 3. November 2014 durch die definitive Beschlagnahme von 40 Katzen und ein Katzen­halteverbot ablöste,

dass die VOL daher mit dem angefochtenen Entscheid zu Recht das Be­schwerdeverfahren betreffend die vorsorgliche Beschlagnahme von 40 Katzen als gegenstandslos abgeschrieben hat,

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist,

dass die besonderen Umstände es rechtfertigen, für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG),

dass dem Beschwerdeführer vor dem Verwaltungsgericht keine Partei­kosten entstanden sind (Art. 104 Abs. 1 VRPG),

dass sich die einzelrichterliche Zuständigkeit aus Art. 57 Abs. 2 Bst. d des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichts­behörden und der Staatsanwalt­schaft (GSOG; BSG 161.1) ergibt.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten gespro­chen.

3. Zu eröffnen:

dem Beschwerdeführer

der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern

dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Der Einzelrichter:Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün­dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Parole chiave

signature requirementmootnessadministrative appealcost waivernullityanimal seizure

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the decision was invalid because the appellant received only a copy without original handwritten signature

Decisione estratta

The signature requirement applies, especially to appeal decisions and burdensome acts, but the copied signature did not amount to a serious defect because it undisputedly originated from an authorized person.

Motivazione estratta

A missing signature can in serious cases lead to nullity, yet here the defect was not severe enough to invalidate the act.

Questione giuridica chiave

Whether the complaint about the dismissal of the proceedings as moot was well founded

Decisione estratta

The cantonal authority correctly dismissed the proceeding as moot because the provisional seizure had been replaced by a definitive seizure and a cat-keeping ban.

Motivazione estratta

Since the contested provisional measure had been superseded, there was no longer a live dispute.

Questione giuridica chiave

Whether court costs and party costs should be imposed in the cantonal proceedings

Decisione estratta

No court costs were levied and no party costs were awarded because the circumstances justified waiving costs and the appellant incurred no recoverable party costs.

Motivazione estratta

Special circumstances justified cost relief under cantonal procedural law.

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